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Insecta · Hymenoptera

Dunkle Erdhummel

Bombus terrestris

Dunkle Erdhummel

© Aaron Chidwick · iNaturalist · CC BY 4.0

Wissenschaftliche Klassifikation & Kurzfakten

Klassifikation

Reich Tiere
Klasse Insecta
Familie Apidae
Gattung Bombus
Art Bombus terrestris

Auf einen Blick

0.3 years
Lebensdauer
Stats updated 1 Monat ago

Die Erdhummel Bombus terrestris ist eine der größten und robustesten Hummelarten Europas. Mit ihrem charakteristischen Pelz aus schwarzem und gelblichem Haar und ihrem breiten Körper ist sie auf Blüten und in Gärten sofort erkennbar. Diese Hummel fliegt bereits bei Temperaturen, bei denen andere Insekten noch inaktiv bleiben, und ist daher einer der ersten Bestäuber des Frühlings. Über zwölf Länder hinweg verbreitet, spielt die Erdhummel eine zentrale Rolle in der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen.

Der Erhaltungsstatus der Erdhummel ist derzeit nicht vollständig dokumentiert, doch ihre ökologische Bedeutung ist unbestritten. Sie besiedelt diverse Lebensräume, von offenen Wiesen bis zu urbanen Grünanlagen, und zeigt sich an unterschiedlichsten Blütenressourcen. Was diese Art besonders macht, ist ihre Fähigkeit, große Entfernungen zu fliegen und dabei hocheffizient Pollen zu sammeln – eine Eigenschaft, die sie für kommerzielle Bestäubungsprogramme weltweit wertvoll macht.

Identifikation und Erscheinungsbild

Größe und Geschlechtsdimorphismus

Bombus terrestris zeigt einen ausgeprägten Größenunterschied zwischen den Kasten. Die Königinnen erreichen eine Länge von 20 bis 22 mm und sind damit die größten Individuen eines Volkes. Die Männchen sind deutlich kleiner und messen 14 bis 16 mm, während die Arbeiterinnen mit 11 bis 17 mm die variabelste Größe aufweisen. Diese Größenabstufung ermöglicht verschiedene Rollen innerhalb des sozialen Gefüges des Bienenstaates.

Färbung und körperliche Merkmale

Die Buff-tailed Bumblebee trägt ihren Namen aufgrund der charakteristischen Färbung: Der Körper ist überwiegend dunkel, fast schwarz, mit typischen Haarbändern, die dem Insekt ein robustes Aussehen verleihen. Das namensgebende Merkmal ist das cremeweiße oder gelblich-weiße Haarbüschel am hinteren Ende des Abdomens – eine distinktive Markierung, die diese Art von verwandten Hummeln leicht unterscheidet. Die dichten Haare des Körpers dienen der Thermoregulation und ermöglichen es der Art, auch in kühleren Klimaten aktiv zu bleiben.

B. terrestris gehört zur Gruppe der Pollenspeicher-Bienen und nutzt ihre körperliche Struktur, um Nektar und Pollen zu sammeln und zu transportieren. Die kräftige Beflauberung und die ausgeprägten Sammelbürsten an den Hinterbeinen sind Anpassungen an ihre foraging-Strategie und ermöglichen eine effiziente Nahrungsaufnahme während des Fluges.

Verbreitung und Lebensraum

Bombus terrestris, die Erdhummel, zeigt eine bemerkenswert weite geografische Verbreitung und ist in mindestens 12 Ländern nachgewiesen worden. Der Schwerpunkt ihrer Verbreitung liegt in der Südhemisphäre, wo Neuseeland mit 113 Nachweisen das mit Abstand am häufigsten belegte Vorkommen darstellt. Chile folgt mit 61 Nachweisen, gefolgt von Australien mit 37 Nachweisen. Diese starke Präsenz in ozeanischen und südlichen Regionen spiegelt die erfolgreiche Anpassung der Art an diverse Klimazonen wider.

In der Nordhemisphäre ist die Art in mehreren europäischen Ländern dokumentiert. Spanien verzeichnet 27 Nachweise, Großbritannien 14 und Portugal 13. Weitere Funde stammen aus Italien, Frankreich und der Türkei mit jeweils ein bis sechs Nachweisen. Argentinien trägt mit 25 Nachweisen ebenfalls signifikant zur südamerikanischen Verbreitungszone bei. Diese geografische Streuung deutet sowohl auf natürliche Ausbreitungsfähigkeit als auch auf menschliche Transportvorgänge hin.

Die Beobachtungsdaten zeigen ein deutliches saisonales Muster mit Spitzenvorkommen im Januar. Alle 300 dokumentierten Beobachtungen mit Monatszuordnung konzentrieren sich auf diese Jahreszeit, während die restlichen Monate keine Nachweise aufweisen. Dieses Muster spiegelt vermutlich die Aktivitätsphasen und Reproduktionszyklen der Art wider, wobei die Januar-Häufung in der Südhemisphäre dem dortigen Sommer entspricht. Genaue Höhenangaben für das Verbreitungsgebiet liegen derzeit nicht vor.

Biologie und Verhalten

Verhalten

Bombus terrestris ist eine hochsoziale Art, die in Kolonien von 50 bis 400 Individuen lebt. Jede Kolonie wird von einer befruchteten Königin angeführt, die von weiblichen Arbeiterinnen und später im Jahr von Männchen und neuen Königinnen unterstützt wird. Die Arbeiterinnen führen alle Aufgaben durch – von der Futtersuche über die Bruttenpflege bis zur Nestverteidigung – während die Königin sich hauptsächlich der Eiablage widmet.

Diese Bienen sind tagaktiv und zeigen erhöhte Aktivität in den wärmeren Stunden des Tages. Sie bauen ihre Nester unterirdisch in verlassenen Mäusebau oder Kaninchenbau, wo sie wachsartige Zellen für Nektar und Pollen sowie Brutzellen für ihre Larven anlegen. Das Nest wird mit einer isolierenden Schicht aus Moos und Gras geschützt.

Ernährung

Hummeln dieser Art ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen – beide werden als Energiequelle und Proteinquelle genutzt. Einzelne Arbeiterinnen sammeln Nektar und lagern ihn in ihrem Honigmagen, um ihn zur Kolonie zurückzubringen, wo er von anderen Arbeiterinnen oder der Königin aufgenommen wird. Pollen wird in speziellen Körbchen an den Hinterbeinen transportiert und in Brutzellen als Larvenfutter deponiert.

Diese Art ist nicht wählerisch bei ihren Pollenquellen und besucht eine breite Palette von Blütenpflanzen. Sie sind damit effektive Bestäuber für Wild- und Kulturpflanzen und spielen eine ökologisch wichtige Rolle in vielen Ökosystemen.

Fortpflanzung

Der Fortpflanzungszyklus von Bombus terrestris ist an die Jahreszeiten gebunden. Überwinternde befruchtete Königinnen erwachen im Frühjahr und gründen neue Nester. Sie legen zunächst Eier, die sich zu Arbeiterinnen entwickeln und die Kolonie aufbauen und erweitern. Mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von etwa 3 bis 4 Monaten für Arbeiterinnen durchläuft eine Kolonie mehrere Generationen in einer Saison.

Im späten Sommer und Herbst produziert die Königin befruchtete Eier, die sich zu neuen Königinnen und Männchen entwickeln. Diese geflügelten Individuen verlassen das Nest, paaren sich, und die befruchteten Königinnen suchen dann nach geeigneten Überwinterungsplätzen, um den Winter zu überstehen. Die alte Königin und ihre Arbeiterinnen sterben mit dem Einbruch der kalten Jahreszeit ab.

Schutz und Bedrohungen

Bombus terrestris, die Erdhummel, wird derzeit nicht auf der IUCN-Roten Liste bewertet. Ohne eine formale Einstufung bleibt der globale Gefährdungsstatus dieser Art unklar, obwohl Populationsdaten aus mehreren Regionen einen ermutigenden Trend zeigen. Die Art verzeichnet weltweit eine zunehmende Populationsentwicklung, was darauf hindeutet, dass die Bestände in vielen Gebieten stabil oder wachsend sind.

Bedrohungen

Obwohl Bombus terrestris derzeit robust erscheint, teilt die Art mehrere Risikofaktoren mit anderen Wildbienenpopulationen. Der Verlust von Lebensräumen durch intensive Landwirtschaft, Urbanisierung und den Rückgang von Blütenpflanzen beeinträchtigt die Nahrungsverfügbarkeit. Pestizidexposition, insbesondere Neonikotinoide, kann die Orientierungsfähigkeit und Fortpflanzungserfolg beeinflussen. Zusätzlich stellt die kommerzielle Zucht dieser Art für Bestäubungsdienste in Gewächshäusern ein Risiko dar: entkommene oder freigesetzte Kolonien können in Ökosysteme außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eindringen und dort Konkurrenz für native Hummelarten schaffen.

Schutzmaßnahmen und rechtlicher Status

Die steigende Populationsentwicklung von Bombus terrestris deutet darauf hin, dass bestehende Schutzbemühungen und natürliche Resilienzmechanismen wirksam sind. In der Europäischen Union profitiert die Art von Regelungen zum Schutz von Wildbienen-Lebensräumen und vom Verbot oder der Einschränkung bestimmter Insektizide. Mehrere Naturschutzorganisationen fördern die Anlage von Blühstreifen und extensiven Grünflächen, die der Erdhummel Nahrung bieten.

Wissenswertes

Die Dunkelhaarige Erdhummel ist eine der häufigsten Hummelarten Europas und zeigt eine Reihe faszinierender Verhaltensweisen, die sie von vielen anderen Bestäubern unterscheiden. Von strenger Treue bis hin zu erstaunlichen kognitiven Fähigkeiten bietet diese kleine Arbeiterin der Natur beeindruckende Lektionen.

  1. Strikte Monogamie: Anders als die meisten Hummelarten paaren sich Bombus terrestris-Königinnen mit nur einem einzigen Männchen während ihres gesamten Lebens – eine ungewöhnliche Treue in der Insektenwelt.
  2. Globale Einschleppung: Diese Art wurde absichtlich in viele Nicht-Heimatregionen wie Tasmanien und Japan eingeführt, um die Bestäubung in Gewächshäusern zu unterstützen, was zu unvorhergesehenen ökologischen Folgen führte.
  3. Kognitive Blütenerkennung: Arbeiterinnen dieser Art können sich Blütenfarben merken und erkennen, um ihre Futtersuche zu optimieren – ein Zeichen echter Lernfähigkeit bei Insekten.
  4. Echte Eusozialität: Bombus terrestris-Kolonien sind wahrhaft eusozial mit überlappenden Generationen, bei denen mehrere Generationen gemeinsam in einem Nest leben und klare Rollenteilung praktizieren.
  5. Gemeinschaftliche Brutpflege: Im Gegensatz zu solitären Bienen kümmern sich die Arbeiterinnen kollektiv um die Larven statt dass einzelne Mütter ihren eigenen Nachwuchs großziehen.
  6. Temperaturkontrolle: Hummeln dieser Art können ihre Flugmuskulatur nutzen, um ihre Körpertemperatur aktiv zu regulieren, was ihnen Flüge an kühleren Tagen ermöglicht, wenn viele andere Bestäuber inaktiv sind.
  7. Pollenkorbsammlung: Arbeiterinnen tragen Pollen in speziellen „Körbchen“ an ihren Hinterbeinen – konzentrierte Pollenpakete, die bei jeder Sammelfahrt mehrere Millionen Körnchen enthalten können.

Ökologie

Ernährung

Nektar und Pollen

Verhalten

Nahrungssammlung Pollenspeicherung