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Dacrymyces chrysospermus

Kein belegter Trivialname

Der orangefarbene Gallertpilz Dacrymyces chrysospermus gehört zu den Gallertpilzen aus der Familie der Dacrymycetaceae. Im Vereinigten Königreich trägt er die empfohlene englische Bezeichnung „orange jelly spot“, in Nordamerika heißt er „orange jelly“ oder „orange witch’s butter“.

Der Pilz lebt als Saprobiont auf totem Holz von Nadelbäumen und zersetzt es. Seine Fruchtkörper fallen durch ihre kräftige Farbe auf, die sich deutlich von den meisten anderen Gallertpilzen unterscheidet.

Wer sich mit Totholzpilzen beschäftigt, findet in dieser Art ein gutes Beispiel für die Vielfalt der Gallertpilze, deren Aussehen stark variieren kann.

Fruchtkörper und Bestimmung

Das sicherste Merkmal ist die Mikroskopie: Die Basidiosporen sind mit 18–23 × 6,5–8 μm vergleichsweise groß und tragen sieben Querwände. Damit unterscheidet sich die Art von den meisten anderen Dacrymyces-Arten.

Makroskopisch sind die Fruchtkörper gallertartig und leuchtend orange. Sie sind oft stark formvariabel, meist aber deutlich gestielt und tragen einen löffel- oder becherförmigen, sporentragenden Kopf. Häufig brechen sie gruppenweise hervor und verschmelzen zu komplexen Massen von bis zu 6 cm Durchmesser.

Verwechselt werden kann der Pilz mit Tremella mesenterica und Naematelia aurantia, die makroskopisch nahezu identisch aussehen. Sie wachsen jedoch auf Laubholz und gehören zu einer anderen Pilzklasse, den Tremellomyceten; dafür sind die mikroskopischen Merkmale entscheidend. Auch Dacryopinax spathularia und Arten der Gattung Femsjonia können ähnlich aussehen.

Verbreitung und Lebensraum

Die Art wurde ursprünglich in Neuengland beschrieben. Heute gilt sie als weltweit verbreitet, wobei sie vor allem auf verschiedenen Nadelbäumen vorkommt. In Nordamerika ist Dacrymyces chrysospermus weit verbreitet und häufig. Belege stammen außerdem aus Südamerika, Europa, Asien und Australien.

Der Pilz besiedelt vor allem totes Nadelholz. Das Substrat im Wald bestimmt daher, wo er zu finden ist.

Funde häufen sich im Herbst. Den Höhepunkt erreichen sie im Oktober, gefolgt von November und September, während im Frühjahr deutlich weniger Nachweise vorliegen.

Karte der dokumentierten Nachweise von Dacrymyces chrysospermus
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
2.289
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Wissenswertes

  1. In Frankreich heißen die Fruchtkörper „Hexenringe“ (Ronds de Sorcières) und tragen weitere Namen wie „Teufelseier“ und „Krötenbrot“.
  2. Im niederländischen Sprachraum wird der Pilz „Hexenbutter“ genannt, was auf seine glänzende, butterartige Gallerte anspielt.
  3. Der Pilz wurde ursprünglich in Neuengland beschrieben, bevor man seine weltweite Verbreitung erkannte.

Fotos

Fotos von via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., by alicia penney via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Barry Cottam via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Harrison Cole via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Isaac Krone via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Russell Parsons via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Kalvin Chan via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by maureen_c-m via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by Andrew Sebastian via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Lebensraum

Klassifikation

Stamm
Basidiomycota
Klasse
Dacrymycetes
Ordnung
Dacrymycetales
Familie
Dacrymycetaceae
Gattung
Dacrymyces
Art
Dacrymyces chrysospermus

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract