Ganoderma oregonense ist ein Porling aus den nordwestlichen Küstenregionen Nordamerikas, der durch seine lackartig glänzende Oberfläche aus der Masse der Baumpilze heraussticht. Als Holzfäulepilz befällt er Nadelbäume und verursacht eine Weißfäule in Wurzel und Stammfuß der befallenen Bäume.
Taxonomisch gehört die Art zur Familie der Polyporaceae innerhalb der Ordnung Polyporales. Sie lebt auf Nadelhölzern entlang der pazifischen Küste und spielt dort eine Rolle im Abbauprozess von totem und geschwächtem Holz.
Besonders bemerkenswert ist, dass dieser Pilz entgegen der üblichen Zähigkeit seiner Gattung von manchen als essbar beschrieben wird.
Fruchtkörper und Bestimmung
Das auffälligste Merkmal von Ganoderma oregonense ist seine glänzende, lackartige Oberfläche in Braun-Rot-Orange-Tönen, die oft in einem Farbverlauf bis hin zu cremefarbenen Bereichen übergeht. Die Poren an der Unterseite sind weiß bis cremefarben.
Die Form der Fruchtkörper variiert stark: Sie können nierenförmig, fächerförmig oder hufförmig sein, manchmal auch tellerartig oder wie gestapelte Platten, die seitlich aus einem Stamm herauswachsen. Der Pilz bildet seine Fruchtkörper jährlich neu, nicht mehrjährig wie manche verwandte Arten, und erscheint meist im Herbst.
Die Fruchtkörper erreichen eine Breite von 10–50 Zentimetern, gelegentlich mit einem Stiel von 2,5–10 Zentimetern Länge und 0,5–4 Zentimetern Dicke.
Ganoderma oregonense ähnelt stark Ganoderma tsugae, das jedoch an Tsuga-Bäumen der Ostküste wächst statt an westlichen Nadelbäumen; manche vermuten sogar, dass es sich eigentlich um dieselbe Art handeln könnte. Ganoderma polychromum lässt sich dadurch unterscheiden, dass es gewöhnlich am Boden wächst statt am Holz.
Verbreitung und Lebensraum
Ganoderma oregonense kommt im nordwestlichen Küstengebiet Nordamerikas vor, von Kalifornien über Oregon, Washington und British Columbia bis in den Yukon und nach Alaska. Der Pilz lässt sich das ganze Jahr über finden, ist aber von Juli bis November am frischesten, was sich auch in deutlich höheren Beobachtungszahlen in diesen Monaten andeutet.
Bevorzugt besiedelt die Art abgestorbene Rot-Tannen, nimmt aber auch tote oder lebende Douglasien, Fichten, Hemlocktannen und Kiefern als Wirt an. Bäume, die von diesem Pilz befallen werden, entwickeln ein schwammiges, weiches Inneres.
Auf lebenden Bäumen tritt der Pilz meist dort auf, wo Verletzungen vorliegen, etwa durch Bärenkrallen verursachte Wunden am Stamm.

Nutzung und Kulturgeschichte
Nach Angaben von Paul Stamets gilt Ganoderma oregonense als essbar, was innerhalb der Gattung Ganoderma ungewöhnlich ist, da deren Fruchtkörper meist viel zu zäh für den Verzehr sind.
Abgesehen davon wird dem Pilz in manchen lokalen Traditionen eine kulturelle Bedeutung zugeschrieben.
Wissenswertes
- Der Pilz trägt mehrere gebräuchliche englischsprachige Bezeichnungen, die seine Herkunft und sein Erscheinungsbild widerspiegeln, etwa als west-coast reishi, western varnished conk, lacquer fungus und American ling-chi.
- In manchen mündlichen Überlieferungen soll die lackartige Oberfläche des Pilzes für Schutzrituale, das Polieren von Zeremonienmasken oder zur Herstellung von Farben und Pigmenten genutzt worden sein.
- Die glänzende Oberfläche machte den Pilz auch für Gravurarbeiten interessant.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Lebensraum
Klassifikation
- Stamm
- Basidiomycota
- Klasse
- Agaricomycetes
- Ordnung
- Polyporales
- Familie
- Polyporaceae
- Gattung
- Ganoderma
- Art
- Ganoderma oregonense
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract



