Das Walliser Schillergras (Koeleria vallesiana) gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und zählt zur Gattung der Schillergräser. Es ist ein ausdauerndes Gras, das in Europa, im gemäßigten Asien und in Nordamerika vorkommt.
Wer sich für trockenresistente Gräser und ihre stille, aber wichtige Rolle in Trockenrasen-Ökosystemen interessiert, findet im Walliser Schillergras ein gutes Beispiel für eine unauffällige, aber ökologisch bedeutsame Pflanze.
Identifikation und Erscheinungsbild
Das Walliser Schillergras ist durch seinen typischen, dichten Wuchs in Horstform erkennbar, wie er für die Gattung Koeleria charakteristisch ist. Die Pflanze bildet schmale, oft leicht graugrün schimmernde Blätter, die zusammen mit der ährenartigen Blütenrispe das namensgebende „Schillern“ erzeugen.
Verbreitung und Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Walliser Schillergrases erstreckt sich über West- und Westmitteleuropa bis nach Nordwestafrika. Zu den Ländern, in denen die Art heimisch ist, zählen unter anderem Frankreich, Spanien, Italien, Portugal, Großbritannien, Deutschland und die Schweiz sowie im Süden Marokko, Algerien und Tunesien. Das Klima dieser Regionen ist überwiegend gemäßigt.
Beobachtungsdaten zeigen eine deutliche saisonale Häufung der Meldungen zwischen April und Juli, mit einem auffälligen Höhepunkt im Mai und Juni. Dies spiegelt vermutlich die Jahreszeit wider, in der die Pflanze am sichtbarsten blüht oder am leichtesten zu bestimmen ist, lässt jedoch keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Häufigkeit oder Verbreitung der Art zu, da es sich lediglich um Fundmeldungen handelt.

Wachstum und Wuchsform
Das Walliser Schillergras ist eine ausdauernde (perennierende) Pflanze, die über mehrere Jahre hinweg wächst und sich nicht nach einer einzigen Vegetationsperiode zurückzieht. Wie bei anderen Arten der Gattung Koeleria ist von einem horstbildenden Wuchs auszugehen, bei dem sich die Pflanze über Jahre zu dichten Büscheln entwickelt.
Ökologie und Wechselbeziehungen
Das Walliser Schillergras dient zahlreichen Vogelarten als Nahrungsquelle. Besonders häufig wird die Pflanze von Finkenartigen genutzt, darunter der Bluthänfling, der Girlitzfink und der Grünfink, sowie von Lerchen wie der Feldlerche. Auch Rebhuhnartige wie das Steinhuhn und Wasservögel wie Stockente und Graugans wurden als Nutzer verzeichnet.
Neben Vögeln wird die Pflanze auch von Insekten gefressen, etwa von einer Laubheuschreckenart der Gattung Barbitistes. Diese Vielfalt an Nutzern zeigt, dass das Gras in seinem Lebensraum eine Nahrungsgrundlage für verschiedene Tiergruppen bildet, von Vögeln unterschiedlicher Größe bis hin zu Insekten.
Wissenswertes
- Das Walliser Schillergras trägt eine lange Liste historischer botanischer Synonyme, darunter Poa vallesiana, Festuca splendens und Koeleria alpicola, die zeigen, wie oft die Art im Laufe der botanischen Geschichte neu beschrieben und umbenannt wurde.
- Eines der Synonyme, Sesleria variegata, wurde später als überflüssiger Name (nomen superfluum) eingestuft, was auf die verwickelte taxonomische Geschichte der Art hinweist.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Wuchsform
- Grasartige Pflanze
Klassifikation
- Stamm
- Tracheophyta
- Klasse
- Liliopsida
- Ordnung
- Poales
- Familie
- Poaceae
- Gattung
- Koeleria
- Art
- Koeleria vallesiana
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract
- Plants of the World Online Native range, life form and climate (WCVP)
- GloBI What it eats, what eats it, parasites and pollinators
- trophiCH



