Der Wiesen-Goldhafer (Trisetum flavescens) ist ein ausdauerndes Süßgras aus der Familie der Poaceae. Er gehört zur Ordnung der Poales innerhalb der Einkeimblättrigen und ist in Europa, Asien und Nordafrika heimisch.
Als Gras bildet die Pflanze dichte Horste und ist vor allem wegen ihrer Wirkung auf Weidetiere bekannt. Wer Nutztiere hält oder Grünland bewirtschaftet, findet hier eine Pflanze mit spürbaren Folgen.
Identifikation und Erscheinungsbild
Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist der schmale Blütenstand, eine Rispe. Sie erscheint zunächst grünlich gelb bis violett und wird im Alter leuchtend goldgelb, was der Art ihren Namen gibt.
Die Pflanze wächst als Büschelgras in Horsten von 60 bis 80 Zentimeter Höhe. Einzelne Exemplare überschreiten gelegentlich einen Meter.
Die Art ist anfällig für das Gelbhafer-Mosaikvirus (YOgMV), ein Virus der Gattung Tritimovirus.
Verbreitung und Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht von den Azoren über Europa bis zum Mittelmeerraum und zum Norden des Irans. Dazu gehören auch Nordafrika mit Algerien, Marokko und Tunesien sowie der Kaukasus und die Türkei. Die Art ist an ein gemäßigtes Klima angepasst.
Außerhalb ihres ursprünglichen Gebiets wurde der Wiesen-Goldhafer unter anderem in Kalifornien, New York, Ontario, Québec, Hawaii, Neuguinea, Nepal, Norwegen, Finnland und Kamtschatka eingeführt.
Die meisten Beobachtungen fallen in den Frühsommer, mit einem deutlichen Schwerpunkt im Juni.

Wachstum und Wuchsform
Der Wiesen-Goldhafer ist eine ausdauernde Pflanze und überdauert mehrere Jahre. Er wächst als Büschelgras und bildet mit der Zeit dichte Horste.
Ökologie und Wechselbeziehungen
Mehrere Heuschreckenarten fressen an den Halmen des Wiesen-Goldhafers. Zu den häufigsten gehören Stenobothrus lineatus, Decticus albifrons und Omocestus viridulus. Auch Hausschafe zählen zu den regelmäßigen Pflanzenfressern dieses Grases.
Die Wurzeln gehen eine Partnerschaft mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein. Zu den wichtigsten gehören Entrophospora lamellosa, Funneliformis caledonius und Diversispora epigaea, seltener Rhizophagus intraradices.
Nutzung und Bedeutung für den Menschen
Für Nutztiere ist das Gras giftig. Es verursacht Kalzinose, eine Einlagerung von Kalzium in Weichteilen wie Muskeln, Sehnen, Herz und großen Arterien einschließlich der Aorta.
Rinder haben Schwierigkeiten beim Bewegen und Stehen und geben weniger Milch. Ziegen leiden unter Herzgeräuschen und Herzrhythmusstörungen, verlieren an Gewicht und tun sich schwer beim Gehen, Knien und Aufstehen. Bei Pferden sind Sehnen und Bänder empfindlich, sie verlieren Gewicht und zeigen Bewegungsprobleme.
Wissenswertes
- Der Artname flavescens bedeutet gelblich und verweist auf die goldgelbe Farbe der reifen Rispe.
- Die Art geht auf Linné zurück. Palisot de Beauvois stellte sie später in die Gattung Trisetum.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Lebensraum
Wuchsform
- Grasartige Pflanze
Klassifikation
- Stamm
- Tracheophyta
- Klasse
- Liliopsida
- Ordnung
- Poales
- Familie
- Poaceae
- Gattung
- Trisetum
- Art
- Trisetum flavescens
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract
- Plants of the World Online Native range, life form and climate (WCVP)
- GloBI What it eats, what eats it, parasites and pollinators
- trophiCH
- GlobalAMFungi



