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Amphibia · Anura

Cane Toad

Bufo marinus

Cane Toad

© Samuel GUIRAUDOU · iNaturalist · CC BY 4.0

Wissenschaftliche Klassifikation & Kurzfakten

Klassifikation

Reich Tiere
Klasse Amphibia
Ordnung Anura
Familie Bufonidae
Gattung Rhinella
Art Bufo marinus

Known For

Grassland subtropical forests Woodland Carnivorous

Detailed measurements for this species are still being verified.

Der Rohrkröte, wissenschaftlich Bufo marinus genannt, ist eine der größten und widerspenstigsten Krötenarten der Welt. Ursprünglich in Mittel- und Südamerika heimisch, wurde diese robuste Amphibie in mindestens 17 Ländern eingeschleppt und hat sich dort als eine der invasivsten Arten etabliert. Mit ihrer Fähigkeit, extreme Lebensräume zu besiedeln und sich schnell fortzupflanzen, hat die Rohrkröte ökologische Systeme weltweit erheblich verändert und zugleich wissenschaftliches und öffentliches Interesse in sich vereinigt.

Der Erhaltungsstatus der Art wird derzeit als „Unbekannt“ eingestuft, was ihre komplexe ökologische Position widerspiegelt – weder gefährdet noch weit verbreitet in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet, aber in einigen eingeschleppten Populationen extrem zahlreich. Die Rohrkröte bleibt ein Paradebeispiel für die unbeabsichtigten Folgen von Einführungen und für die Spannungen zwischen Schädlingsbekämpfung und biologischer Invasion.

Identifikation und Erscheinungsbild

Größe und Geschlechtliche Unterschiede

Die Australische Rohrkröte (Bufo marinus) gilt als die größte Art der Familie Bufonidae. Weibchen sind deutlich größer als Männchen und erreichen typischerweise eine Länge von 10 bis 15 Zentimetern, mit einem Maximum von etwa 24 Zentimetern. Größere Individuen werden tendenziell in Gebieten mit geringerer Populationsdichte gefunden. In der freien Natur haben diese Kröten eine Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahren, können aber in Gefangenschaft erheblich länger leben – ein bekanntes Exemplar überlebte dort 35 Jahre.

Körperbau und Merkmale

Die Rohrkröte besitzt einen massiven, gedrungenen Körper mit charakteristischen großen Parotoiddrüsen hinter den Augen. Diese Drüsen sind ein Erkennungsmerkmal der Art und produzieren giftige Sekrete. Die Haut ist warzig und rau strukturiert, mit ausgeprägten Falten und Erhebungen. Die Färbung variiert von graubraun bis dunkelbraun, oft mit rötlichen oder orangebraunen Flecken oder Mustern. Junge Kröten zeigen ähnliche Merkmale wie Adulte, haben aber deutlich kleinere Parotoiddrüsen, die mit dem Wachstum an Größe zunehmen.

Verbreitung und Lebensraum

Bufo marinus, die Zuckerrohr-Kröte, kommt in 17 Ländern vor und zeigt eine Verbreitung mit deutlichen geografischen Schwerpunkten. Papua-Neuguinea und Palau weisen die höchsten Nachweiszahlen auf (93 bzw. 80 Beobachtungen), gefolgt von Kolumbien (56 Nachweise) und Peru (24 Nachweise). Weitere Populationen finden sich in den USA, Guam, Surinam, Nicaragua, Guyana und Honduras, wobei die Nachweishäufigkeit in diesen Ländern niedriger ausfällt.

Die Art besiedelt Höhenlagen von 4 bis 753 Metern über dem Meeresspiegel, mit einem Durchschnittswert von 227,5 Metern. Diese breite Spannweite deutet auf eine Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Höhenzonen hin, wobei die Kröte in den meisten Regionen in relativ flachen bis gemäßigt erhöhten Gebieten auftritt.

Die monatlichen Beobachtungsdaten zeigen ein ausgeprägtes saisonales Muster. Der Höchststand tritt im Juli auf (50 Nachweise), gefolgt von Juni und August mit 32 bzw. 29 Beobachtungen. Dies deutet auf erhöhte Aktivität und Sichtbarkeit während der wärmeren Sommermonate hin, wenn die Kröten verstärkt zur Fortpflanzung tätig werden und damit mobiler und sichtbarer sind.

Biologie und Verhalten

Verhalten

Rohrkröten bewohnen offene Graslandschaften und Wälder und zeigen eine deutliche Vorliebe für von Menschen veränderte Bereiche wie Gärten und Entwässerungsgräben. In ihren natürlichen Lebensräumen kommen die Kröten in subtropischen Wäldern vor, doch dichte Vegetation schränkt ihre Ausbreitungsfähigkeit ein. Als nachtaktive Tiere sind Rohrkröten während des Tages verborgen und werden in der Dämmerung und Nacht aktiv, wenn sie Nahrung suchen.

Diese Amphibien zeigen eine hohe Anpassungsfähigkeit an veränderte Umgebungen und gedeihen besonders in anthropogenen Landschaften. Sie sind bodengebundene Jäger, die sich langsam fortbewegen und auf Beute warten. Ihre Fähigkeit, in menschlichen Siedlungen zu leben, hat zu ihrer weltweiten Ausbreitung als invasive Art beigetragen.

Ernährung

Rohrkröten sind carnivore Jäger mit einem breiten Nahrungsspektrum. Sie fressen Insekten, Spinnen, Tausendfüßer und andere Wirbellose. Mit zunehmender Größe können sie auch kleine Vertebraten wie Echsen, Schlangen und Nagetiere erbeuten.

Als Lauerjäger verharren sie an Orten mit hoher Insektenkonzentration und schnappen nach vorbeiziehender Beute. Ihre Jagdstrategie macht sie besonders in menschlichen Siedlungen erfolgreich, wo künstliche Lichtquellen Insekten anlocken und konzentrieren.

Fortpflanzung

Rohrkröten laichen in stehenden Gewässern oder langsam fließenden Gewässern ab. Sie produzieren lange gelatineartige Laichschnüre mit Tausenden von Eiern, die in Wasser abgelegt werden. Die Larvenentwicklung verläuft schnell unter günstigen Bedingungen.

Laboruntersuchungen zeigen, dass Kaulquappen Salzkonzentrationen bis etwa 15 % der Meerwassersalinität tolerieren können. Feldbeobachtungen dokumentieren lebende Kaulquappen und junge Kröten sogar bei Salzkonzentrationen von 27,5‰ auf der Insel Coiba in Panama. Diese Salztoleranz ermöglicht den Larven, in einer Vielzahl von Gewässertypen zu gedeihen und trägt zu ihrer erfolgreichen Invasion in neue Lebensräume bei.

Schutz und Bedrohungen

Bufo marinus, die Zuckerrohr-Kröte, ist auf der IUCN-Roten Liste nicht bewertet. Dies bedeutet, dass die Art derzeit nicht als gefährdet eingestuft wird und keinen formal anerkannten Schutzstatus besitzt. Die Populationen nehmen weltweit zu, was die Widerstandsfähigkeit dieser Art und ihre erfolgreiche Ausbreitung in verschiedenen Lebensräumen widerspiegelt.

Bedrohungen

Die Zuckerrohr-Kröte selbst ist nicht unmittelbar von natürlichen oder anthropogenen Bedrohungen gefährdet. Stattdessen gilt die Art in vielen Regionen als invasive Art und als Schädling. In Australien und anderen Teilen ihrer eingeschleppten Verbreitungsgebiete wird sie als Bedrohung für einheimische Wildtiere betrachtet. Ihre toxischen Sekrete vergiften Raubtiere und andere Tiere, die versuchen, sie zu fressen, und sie konkurrieren mit einheimischen Arten um Nahrung und Lebensraum.

Schutzmaßnahmen

In vielen Ländern gibt es keine Schutzprogramme für diese Art, da sie nicht als gefährdet gilt. Stattdessen konzentrieren sich die Bemühungen auf Kontrolle und Eindämmung in Gebieten, in denen sie eingeschleppt wurde. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Mittel- und Südamerika existieren nur begrenzte formale Schutzmaßnahmen, obwohl die Erhaltung der Lebensräume durch Schutzgebiete indirekt der Art zugute kommt.

Wissenswertes

Überraschende Fakten über die Zuckerrohrkröte

  1. Die Zuckerrohrkröte wurde taxonomisch neu eingeordnet: Sie war lange Zeit in der Gattung Bufo klassifiziert, wurde aber später in die Gattung Rhinella verlegt – eine bedeutende Revision, die die evolutionäre Geschichte dieser Art neu bewertete.
  2. Trotz ihrer südamerikanischen Herkunft ist die Zuckerrohrkröte heute eine der geografisch am weitesten verbreiteten Krötengattungen weltweit. Sie wurde erfolgreich auf Inseln in Ozeanien und der Karibik sowie in Nordaustralien eingeführt und hat sich dort etabliert.
  3. Die Zuckerrohrkröte gehört zu den größeren Vertretern der Familie der echten Kröten und ist vollständig an das Landleben angepasst – sie ist in Wasserbiotopen deutlich weniger abhängig von aquatischen Habitaten als viele andere Amphibien.
  4. Diese Kröte produziert ein potentes Toxin auf ihrer Haut, das Alkaloide enthält, die Raubtiere abschrecken und sogar bei Menschen zu Vergiftungen führen können, wenn die Kröte berührt wird.
  5. Die Zuckerrohrkröte wurde ursprünglich in Australien eingeführt, um Zuckerrohrkäfer zu bekämpfen – eine klassische biologische Kontrollmaßnahme, die sich jedoch als katastrophal erwies, da die Kröte stattdessen zur invasiven Plage wurde.
  6. Zuckerrohrkröten sind nachtaktive Bodenbewohner, die in großen Populationen zusammenleben können und durch ihre Aktivität und Lautäußerungen nachts präsent sind.
  7. Ein einzelner weiblicher Zuckerrohrkröte kann bis zu 35.000 Eier pro Laichvorgang produzieren – eine enorme Reproduktionskapazität, die zu ihrer rasanten Ausbreitung in Einschleppungsgebieten beiträgt.

Ökologie

Ernährung

Carnivorous

Verhalten

Nocturnal Terrestrial Tolerant of human-modified habitats