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Acker-Schachtelhalm

Equisetum arvense

Nicht gefährdet

Der Acker-Schachtelhalm gehört zu den Pflanzen, deren Bauplan sich kaum verändert hat. Seine Vorfahren lebten schon in der Karbonzeit, und die Art sieht ihnen noch heute ähnlich.

Die Art zählt zu den Gefäßpflanzen und ist eine Verwandte der Farne, auch wenn sie wie ein Farn aussieht. Sie gehört zur Familie der Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae). Ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst die arktischen und gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel.

Die Pflanze tritt in zwei Gestalten auf, einem fruchtbaren Sporensproß und einem sterilen grünen Sproß. Die Art wird mit dem Tannenwedel (Hippuris vulgaris) verwechselt. Der Acker-Schachtelhalm gilt nach der Bewertung der IUCN als nicht gefährdet.

Identifikation und Erscheinungsbild

Der Acker-Schachtelhalm ist an seinen zwei Sprosstypen zu erkennen. Im Frühjahr erscheinen zuerst die blassen, saftigen Sporensprosse, die 10 bis 25 cm hoch werden und 3 bis 5 mm dick sind. Sie tragen 4 bis 8 Quirle brauner Schuppenblätter und enden in einem braunen Sporenzapfen von 10 bis 40 mm Länge und 4 bis 9 mm Breite.

Nach dem Abwerfen der Sporen verwelkt ein fertiler Spross rasch. Die grünen Sterilsprosse erscheinen etwa zur gleichen Zeit, bleiben aber den ganzen Sommer bis zu den ersten Herbstfrösten stehen. Sie sind aufrecht oder niederliegend, 10 bis 90 cm hoch und 3 bis 5 mm dick.

Die Sprosse sind in Glieder von etwa 2 bis 5 cm Länge gegliedert, an deren Knoten Quirle seitlicher Triebe stehen. Diese Seitentriebe sind rund 1 mm dick. Ein Spross kann bis zu 20 Glieder besitzen. Die Sprosse sind massiv, und ihre Scheiden tragen spitze Zähnchen.

Die Art ist eine blütenlose Pflanze und vermehrt sich über Sporen. Sie nimmt Kieselsäure aus dem Boden auf, was unter Kräutern selten ist. Die Chromosomenzahl ist mit 216 (108 Paare) sehr hoch.

Verbreitung und Lebensraum

Der Acker-Schachtelhalm wächst auf feuchten Böden, kommt aber auch auf trockenen Standorten vor. Er besiedelt Wälder, Wiesen, Weiden, Sümpfe und Felder, ebenso Ufer von Flüssen, Bächen und Seen. Auf gestörten Flächen wie Straßenrändern, Kiesgruben und Bahndämmen wächst er ebenfalls.

Die Art erträgt sehr unterschiedliche Bedingungen. Die Temperaturen reichen von unter 5 °C bis über 20 °C. Die Niederschläge liegen zwischen 100 und 2.000 mm im Jahr. Bevorzugt werden neutrale bis leicht basische, lehmige, sandige oder schluffige Böden, besonders dort, wo das Grundwasser hoch steht. Auf leicht sauren Böden kommt sie gelegentlich vor.

In Nordamerika reicht das Vorkommen bis 83° nördlicher Breite, in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland bis 71° nördlicher Breite. Nach Süden erstreckt es sich bis Texas, Indien und den Iran. Auf der Südhalbkugel wächst die Pflanze in Argentinien, Brasilien, Chile, Madagaskar, Indonesien und Australien. In den Bergen steigt sie je nach Region bis über 3.000 Meter an.

In Neuseeland wurde die Art in den 1920er-Jahren eingeführt. Dort gilt sie als invasive Art und steht auf der National Pest Plant Accord, die Verkauf, Ausbreitung und Anbau verbietet. Die Beobachtungen erreichen ihr Maximum im Juli.

Karte der dokumentierten Nachweise von Equisetum arvense
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
169.527
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Die Pflanze hat eine lange Geschichte als Heilpflanze. In der traditionellen österreichischen Pflanzenheilkunde wurde sie als Tee oder äußerlich als Bad oder Umschlag bei Hautleiden, Beschwerden des Bewegungsapparats, Nieren- und Harnwegserkrankungen, Rheuma und Gicht angewendet. Äußerlich half man damit bei Frostbeulen und Wunden.

In der finnischen Volksmedizin wurde der hohe Kieselsäuregehalt geschätzt. Man verwendete die grünen Sommersprosse, um Entzündungen vorzubeugen, Haut und Immunsystem zu stärken. Im Iran gilt ein Aufguss der Sprosse als Mittel gegen Diabetes und Fettleibigkeit. Zu diesen Wirkungen liegen nur begrenzte Belege vor, und Heilversprechen sind nicht gesichert.

In Japan und Korea werden die Knospen im Frühjahr als Gemüse gegessen. Früher diente das Kraut dazu, Zinn und Holz zu polieren, wodurch es den Namen Zinnkraut erhielt. Die Pflanze wirkt außerdem als Schleifmittel. Drehleierspieler nutzten sie, um die Räder ihrer Instrumente von Harzresten zu befreien.

In Landwirtschaft und Gartenbau ist ein wässriger Auszug seit dem Brexit in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich als Fungizid zugelassen. Er schützt Gurken vor Umfallkrankheit und Mehltau, Obstbäume vor Schorf und Kräuselkrankheit und Weinreben vor Falschem und Echtem Mehltau. Auch Tomaten, Erdbeeren und Kartoffeln werden damit gegen Pilzkrankheiten behandelt. In der biodynamischen Landwirtschaft (Präparat BD 508) wird er gegen übermäßige Feuchtigkeit eingesetzt.

Wissenswertes

  1. Schon die alten Griechen beschrieben im 1. Jahrhundert n. Chr. die harntreibende und wundheilende Wirkung der Pflanze, unter anderem der Arzt Dioskurides.
  2. Auch Ärzte im alten Rom und in China setzten die Pflanze gegen verschiedene Leiden ein.
  3. Die Ureinwohner Nordamerikas nutzten die Art ebenfalls als Heilmittel gegen eine Vielzahl von Beschwerden.
Nicht gefährdet

Fotos

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Ökologie und Klassifikation

Klassifikation

Stamm
Tracheophyta
Klasse
Polypodiopsida
Ordnung
Equisetales
Familie
Equisetaceae
Gattung
Equisetum
Art
Equisetum arvense

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits