In seltenen Fällen kann Dicksonia antarctica bis zu 15 Meter Höhe und einen Stammdurchmesser von 2 Metern erreichen – Ausmaße, die man von einem Farn kaum erwartet. Meist bleibt die Pflanze jedoch deutlich kleiner, mit einer typischen Höhe von rund 5 Metern und einem etwa 30 Zentimeter dicken Stamm.
Der Weiche Baumfarn gehört zur Familie der Dicksoniaceae und stammt ursprünglich aus dem Osten Australiens, von Queensland bis Tasmanien. Er wird heute weltweit als Zierpflanze in Gärten und Parks kultiviert. Seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Buschfeuern und sein urtümliches, fast prähistorisches Erscheinungsbild machen ihn zu einer der bemerkenswertesten Pflanzen der australischen Wälder.
Identifikation und Erscheinungsbild
Das auffälligste Merkmal von Dicksonia antarctica ist der dichte, faserige Stamm, der äußerlich vollständig von verfilzten braunen Luftwurzeln und den Resten abgestorbener Wedelbasen bedeckt ist. Dieser sogenannte Caudex besteht innen aus einem weichen Markkern, der von Leitbündeln durchzogen und von einem härteren, stützenden Gewebering umschlossen wird.
Die Pflanze wächst meist mit einem einzelnen Stamm, wobei Exemplare mit bis zu sechs Kronen dokumentiert wurden. Aus der Stammspitze entfaltet sich eine große, trichterförmige Krone aus zahlreichen Wedeln, die bis zu 4 Meter lang werden und über einen kräftigen, rund 30 Zentimeter langen Stiel mit dem Stamm verbunden sind. Dieser Stiel ist glatt, nur an der Basis trägt er lange braune Haare.
Die Wedel selbst sind dreifach gefiedert, eher steif und lederartig, oberseits dunkelgrün und unterseits heller gefärbt. Sie sind in der Mitte am breitesten. Auf der Unterseite der Wedel bilden sich in kleinen Sporenhäufchen, den Sori, die Sporen – jeweils ein Sorus pro Fiederlappen mit etwa 1 Millimeter Durchmesser.
Die trichterförmige Krone könnte nach vorliegenden Beobachtungen als natürlicher Wassersammler dienen, der Regenwasser zur Pflanze leitet.
Verbreitung und Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Dicksonia antarctica reicht von den Bunya Mountains im Südosten von Queensland über die küstennahen Regionen von New South Wales und Victoria bis nach Tasmanien. In South Australia kam die Art früher ebenfalls vor, gilt dort in freier Wildbahn aber inzwischen als wahrscheinlich ausgestorben. Außerhalb Australiens wurde der Farn in Großbritannien, Irland, auf Madeira, den Azoren und in Südafrika eingeführt.
Die Art besiedelt Regenwälder und feuchte Sklerophyllwälder mit hohen Niederschlagsmengen, insbesondere geschützte Schluchten und Bereiche entlang von Bächen. Unter günstigen Bedingungen kann sie dort große Flächen dominieren. Höhenmäßig kommt sie von Meeresnähe bis in etwa 1.000 Meter Höhe vor.
Besonders auffällig ist die Anpassung an Buschfeuer: Dicksonia antarctica überlebt sowohl im Schatten des Waldes als auch in offenen, nach einem Brand freigelegten Flächen. Der Stamm ist feuerresistent, und selbst eine verbrannte Krone treibt danach wieder aus.
Monatliche Beobachtungsdaten zeigen das ganze Jahr über Nachweise der Art, mit etwas höheren Werten in den australischen Sommer- und Herbstmonaten. Solche Zahlen spiegeln jedoch lediglich vorhandene Beobachtungen wider, nicht die tatsächliche Häufigkeit oder das vollständige Verbreitungsgebiet der Pflanze.

Ökologie und Wechselbeziehungen
Der Stamm von Dicksonia antarctica ist mehr als nur eine Stütze für die Krone: Possums nutzen ihn und die Krone gerne als Schlafplatz und fressen zudem die jungen, sich entrollenden Wedeltriebe. Auch verschiedene Papageienarten ernähren sich von diesen jungen Trieben, während Karmesinsittiche (Platycercus elegans) beobachtet wurden, wie sie die Sporenhäufchen (Sori) auf der Wedelunterseite fraßen.
Der faserige Caudex bietet außerdem eine hervorragende Wuchsgrundlage für Epiphyten. Eine Untersuchung von 120 wild wachsenden Exemplaren in Tasmanien aus dem Jahr 2005 fand insgesamt 97 verschiedene Arten kleinerer Farne, Moose und Lebermoose, die auf den Stämmen wuchsen.
Damit übernimmt die Art in ihrem feuchten Waldlebensraum eine wichtige strukturgebende Rolle: Sie liefert Nahrung, Unterschlupf und Wuchsraum für eine Vielzahl anderer Organismen.
Nutzung und Bedeutung für den Menschen
Dicksonia antarctica wird weltweit als Zierpflanze für Gärten und Landschaftsgestaltung geschätzt und wurde dafür mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society ausgezeichnet. Die Pflanze benötigt in der Regel mindestens 500 Millimeter Niederschlag pro Jahr; in trockeneren Klimazonen wird sie am wirksamsten über Tropfbewässerung oder eine Überkopf-Sprühanlage bewässert.
Der Caudex des Weichen Baumfarns fand traditionell auch praktische Verwendung, etwa als Material für Zäune und als Untergrund für die Kultivierung von Orchideen. Sowohl das Mark im Inneren des Stammes als auch die jungen Wedeltriebe sind essbar und wurden von indigenen Australiern verzehrt.
Das 1889 erschienene Werk The Useful Native Plants of Australia beschreibt, dass das stärkehaltige Mark aus der Stammspitze roh oder geröstet gegessen wurde. Der Überlieferung nach spalteten die Aborigines den oberen Stammabschnitt auf, entnahmen das Mark – von der Substanz her einer Rübe ähnlich und etwa armdick – und röstete es in der Glutasche oder aß es wie Brot, obwohl es für einen an andere Kost gewöhnten Gaumen als bitter und herb beschrieben wurde.
Schutz und Bedrohungen
Für Dicksonia antarctica liegt keine Einstufung durch die IUCN vor, und auch die australische Bundesregierung sowie die Regierungen von New South Wales, Victoria und Tasmanien haben der Art keinen Schutzstatus zugewiesen. In Queensland gilt sie als „special least concern“, während sie in South Australia als gefährdet („endangered“) eingestuft ist – dort war die Art einst heimisch, gilt inzwischen aber in freier Wildbahn als wahrscheinlich ausgestorben.
Diese uneinheitliche Einstufung zeigt, dass die Gefährdungslage stark von der jeweiligen Region abhängt: Während der Bestand im Kernverbreitungsgebiet von Queensland bis Tasmanien offenbar stabil genug ist, um keine besondere Schutzkategorie zu rechtfertigen, hat die Art an ihrem südwestlichen Verbreitungsrand in South Australia bereits ihren natürlichen Lebensraum verloren.
Wissenswertes
- Was bei Dicksonia antarctica wie ein Baumstamm wirkt, heißt botanisch korrekt Caudex und ist kein echtes Holzgewebe, sondern ein Gebilde aus Mark, Leitbündeln und Fasergewebe.
- Die Familie Dicksoniaceae umfasst in Australien nur eine einzige Gattung mit drei Arten von Baumfarnen.
- Die trichterförmige Krone der Pflanze könnte als natürlicher Regenwassersammler fungieren, der Feuchtigkeit zur Pflanze lenkt.
- Die Sporenhäufchen auf der Wedelunterseite, die Sori, sind winzig – jeder misst nur etwa 1 Millimeter im Durchmesser.
- Manche Exemplare wurden mit bis zu sechs getrennten Kronen auf einem einzigen Stamm dokumentiert.
Ökologie
Lebensraum
- Wald
Wuchsform
- Farn



