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Gefleckter Storchschnabel

Geranium maculatum

Der Gefleckte Storchschnabel verdankt seinen Namen der langen, schnabelartigen Säule seiner Fruchtkapsel, die an den Schnabel eines Kranichs erinnert. Es handelt sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die in Wäldern des östlichen Nordamerikas heimisch ist – von Manitoba und Québec im Norden bis nach Alabama und Georgia im Süden und westlich bis nach Oklahoma und South Dakota.

Wer im Frühling durch trockene bis feuchte Laubwälder wandert, begegnet dieser Art oft in größerer Zahl, denn sie gilt dort, wo sie vorkommt, als reichlich vertreten.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal ist die namensgebende Fruchtkapsel: Nach der Blüte bildet sich aus der Blütenmitte eine 2 bis 3 cm lange, schnabelartige Säule, die beim Aufspringen die fünf Samen aus den einzelnen Kammern schleudert. Die Pflanze wächst aufrecht und meist unverzweigt bis zu einer Höhe von 60 cm.

Die Blätter sind handförmig gelappt, mit fünf oder sieben tief eingeschnittenen, gezähnten Lappen, etwa 10 bis 12,5 cm breit, und sitzen auf einem bis zu 30 cm langen Blattstiel, der direkt aus dem Rhizom entspringt.

Die Blüten erscheinen von April bis Juni, sind 2,5 bis 4 cm im Durchmesser groß und besitzen fünf rosa-violette bis blassviolette Kronblätter (selten weiß) sowie zehn Staubblätter. Sie stehen zu zweit bis fünft in lockeren Dolden am oberen Ende der Stängel.

Das Rhizom ist dick, 5 bis 10 cm stark, verzweigt und von Narben früherer Stängel bedeckt; im trockenen Zustand zeigt es innen eine purpurne Färbung.

Verbreitung und Lebensraum

Die Art ist im östlichen Nordamerika heimisch, von Manitoba und Québec im Norden über zahlreiche US-Bundesstaaten bis nach Alabama, Georgia, Oklahoma und South Dakota. Insgesamt umfasst das Verbreitungsgebiet ein gemäßigtes Klima und reicht von Südostkanada bis in den zentralen und östlichen Teil der Vereinigten Staaten.

Als Lebensraum nutzt der Gefleckte Storchschnabel trockene bis feuchte Wälder, wo er häufig in größerer Zahl auftritt. Beobachtungsdaten zeigen eine deutliche Häufung der Funde in den Frühlingsmonaten April und Mai, was zur Blütezeit der Pflanze passt – allerdings spiegeln solche Beobachtungszahlen vor allem die Sichtbarkeit während der Blüte wider und nicht die tatsächliche Bestandsgröße.

Karte der dokumentierten Nachweise von Geranium maculatum
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
35.461
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Wachstum und Wuchsform

Geranium maculatum ist eine ausdauernde (perennierende) Pflanze, die über ihr dickes, verzweigtes Rhizom Jahr für Jahr neu austreibt. Die Stängel bleiben meist unverzweigt und erreichen eine Höhe von bis zu 60 cm.

Ökologie und Wechselbeziehungen

In ihrem Waldlebensraum wird die Pflanze von einer Vielzahl von Insekten besucht. Unter den dokumentierten Blütenbesuchern treten vor allem Wildbienen in Erscheinung, darunter Vertreter der Gattungen Andrena und Lasioglossum sowie Furchenbienen wie Augochlorella aurata und Augochlora pura. Auch die Fliege Empis pudica wurde häufig an den Blüten beobachtet.

Ein Blütenbesuch ist dabei nicht automatisch ein Beleg für erfolgreiche Bestäubung. Die Pflanze gedeiht in trockenen bis feuchten Waldstandorten, wo sie oft reichlich vorkommt und damit ein verlässliches Nahrungsangebot für diese Insektengemeinschaft bereitstellt.

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Der Gefleckte Storchschnabel ist eine bekannte Gartenpflanze, von der zahlreiche Kultursorten entwickelt wurden; die Sorte 'Elizabeth Ann' erhielt die Auszeichnung der Royal Horticultural Society für besonderen Gartenwert.

Indigene Völker Nordamerikas nutzten die Pflanze traditionell in der Volksheilkunde. Sie wurde zur Behandlung von Durchfall und verschiedenen Mundbeschwerden eingesetzt, gepulverte Zubereitungen dienten zur Versorgung offener Wunden. Die Pflanze gilt als adstringierend, also gewebezusammenziehend, und wurde genutzt, um Blutungen zu stillen. Die Meskwaki setzten eine Wurzelzubereitung gegen Zahn- und Nervenschmerzen ein und verwendeten die Wurzel äußerlich bei Hämorrhoiden.

Wissenswertes

  1. Die Pflanze dient Schmetterlings- und Mottenraupen als Nahrungsquelle, unter anderem den Arten Lacinipolia lorea, Heliothis virescens und Hemerocampa leucostigma.
  2. In einigen Kulturen und Religionen steht die Geranie symbolisch für Frieden, Liebe, Heilung, Fruchtbarkeit, Anmut und Hingabe.

Fotos

Fotos von via iNaturalist, licensed under CC0 1.0. und by Claire via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Lebensraum

Wuchsform

  • Kraut

Klassifikation

Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Geraniales
Familie
Geraniaceae
Gattung
Geranium
Art
Geranium maculatum

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Plants of the World Online Native range, life form and climate (WCVP)
  6. GloBI What it eats, what eats it, parasites and pollinators
  7. Schwarz et al. 2021