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Hasen-Klee

Trifolium arvense

Der Trifolium arvense, im Deutschen als Hasen-Klee bekannt, fällt durch seine dicht behaarten, pfötchenartigen Blütenköpfe auf, die dem Tier seinen Namen verliehen haben.

Die Pflanze gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und stammt ursprünglich aus Europa, wo sie auf trockenen, sandigen Standorten wächst. Heute ist der Hasen-Klee auch in weiten Teilen Nordamerikas und anderen Regionen eingebürgert. Seine genügsame Lebensweise auf armen Böden macht ihn zu einem interessanten Beispiel für Anpassung an karge Standorte.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal des Hasen-Klees sind seine dichten, zylindrischen Blütenstände, die 2–3 cm lang und 1–1,5 cm breit werden und von feinen, silbrig-weißen Haaren überzogen sind. Diese Haare sitzen an den Spitzen der fünf Kelchblätter, die deutlich größer sind als die eigentlichen Blütenblätter.

Die Pflanze wächst aufrecht und erreicht eine Höhe von 10 bis 40 Zentimetern. Wie alle Kleearten besitzt sie dreiteilige Blätter mit schmalen, sitzenden Blättchen von 1–2 cm Länge und 3–5 mm Breite, die am Rand fein gezähnt und manchmal leicht behaart sind. An der Basis der Blätter sitzen Nebenblätter, die oft rötlich gefärbt sind.

Die einzelnen Blüten sind nur 4–5 mm lang und rosaweiß gefärbt, treten aber in dichten Büscheln auf, wodurch der Blütenstand insgesamt eine blassrosa bis weißliche Wirkung erzeugt. Die Blütezeit reicht vom mittleren Frühling bis in den Spätsommer.

Verbreitung und Lebensraum

Der Hasen-Klee ist in weiten Teilen Europas heimisch, mit Ausnahme der arktischen Zone, sowie in Teilen Westasiens. Er wächst dort auf Ebenen und in mittleren Höhenlagen bis zu 1.600 Metern Höhe.

Typische Standorte sind trockene, sandige Böden – sowohl saure als auch alkalische – mit mäßig trockenen Bedingungen. Man findet die Pflanze häufig an Feldrändern, auf Ödland, an Straßenrändern, auf Sanddünen sowie gelegentlich in nicht bewässerten Weinbergen und Obstgärten.

Durch den Menschen wurde der Hasen-Klee in weite Teile Nordamerikas eingeführt, wo er heute im Osten der USA, im Süden Kanadas und entlang der Pazifikküste verbreitet ist. Auch auf Hawaii wurde die Art nachgewiesen. Beobachtungsdaten deuten auf eine ausgeprägte saisonale Präsenz hin, mit einem deutlichen Schwerpunkt in den Sommermonaten, was auf die Hauptblüte- und Wachstumszeit hindeutet.

Karte der dokumentierten Nachweise von Trifolium arvense
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
68.892
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Wachstum und Wuchsform

Der Hasen-Klee ist eine einjährige oder zweijährige Pflanze, die je nach Standortbedingungen ihren Lebenszyklus innerhalb einer oder zwei Vegetationsperioden vollendet. Diese kurze Lebensdauer erlaubt es der Art, auch unbeständige, gestörte Standorte wie Ödland oder Wegränder rasch zu besiedeln.

Fortpflanzung und Lebenszyklus

Die Blütezeit des Hasen-Klees beginnt im Frühsommer, wobei die Pflanze keine Kälteperiode benötigt, um zur Blüte angeregt zu werden. Größere, kräftigere Exemplare blühen über einen längeren Zeitraum. In wilden Populationen bilden vor allem ausreichend große Pflanzen Samen aus.

Die Blüten sind zwittrig und können sich selbst bestäuben, doch Bienenbesuche ermöglichen gelegentlich auch eine Fremdbestäubung. Die Frucht ist eine kleine Hülse mit nur einem Samen.

Die Samen besitzen eine harte Schale, die ihnen erlaubt, über lange Zeiträume im Boden zu überleben, ohne zu keimen – bis die Schale durch mechanische Beschädigung aufbricht und die Keimung einsetzt.

Ökologie und Wechselbeziehungen

Der Hasen-Klee wird von verschiedenen Pflanzenfressern genutzt, darunter Kaninchen, Wildtruthähne, Rehe sowie Schafe und Ziegen. Unter den Insekten zählen vor allem Käfer wie Protapion dissimile und Sitona lepidus sowie Schmetterlinge wie der Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) zu den Arten, die an der Pflanze fressen.

Als Vertreter der Fabaceae bindet der Hasen-Klee Stickstoff aus der Luft mithilfe von Wurzelknöllchen, in denen symbiontische Bakterien wie Rhizobium leguminosarum leben. Diese Fähigkeit macht ihn auf nährstoffarmen Böden wertvoll, da er anderen Pflanzen Stickstoff zur Verfügung stellt. In halbtrockenen Gebieten stammen 82 bis 91 % des gesamten fixierten Stickstoffs aus der Atmosphäre, wobei die Fixierungsmenge in regenreichen Jahreszeiten höher ausfällt als in trockenen.

Bei den Blütenbesuchern dominieren Bienen, insbesondere Hummeln wie Bombus lapidarius, aber auch Sandbienen der Gattung Andrena und die Honigbiene (Apis mellifera) wurden beobachtet. Ein Blütenbesuch ist dabei nicht automatisch ein Beleg für erfolgreiche Bestäubung.

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Der Hasen-Klee hat eine dokumentierte medizinische Bedeutung für Menschen und Tiere, wobei die genaue Wirkung hier nicht näher ausgeführt wird.

Wissenschaftlich interessant ist die Nutzung in der Pflanzenzüchtung: Forscher von AgResearch in Neuseeland übertrugen im Jahr 2010 ein einzelnes Gen aus dem Hasen-Klee auf den Weißklee (Trifolium repens). Der so gentechnisch veränderte Klee sollte Blähungen bei Weidetieren verringern und den Methanausstoß senken.

Wissenswertes

  1. In der keltischen Tradition wird der Klee mit Fülle, Fruchtbarkeit und Wohlstand in Verbindung gebracht, wobei die dreigeteilten Blätter als Sinnbild für Körper, Geist und Seele gedeutet wurden.
  2. Nach einer bekannten Legende nutzte der heilige Patrick das dreiteilige Kleeblatt, um den heidnischen Iren die christliche Dreifaltigkeit zu erklären.
  3. Auf landwirtschaftlichen Flächen gilt der Hasen-Klee als hartnäckiges Unkraut, da seine winzigen Samen extreme Temperaturen und mechanische Beschädigung gut überstehen, weshalb Bekämpfung dort oft chemische Mittel erfordert.

Fotos

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Ökologie und Klassifikation

Klassifikation

Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Fabales
Familie
Fabaceae
Gattung
Trifolium
Art
Trifolium arvense

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Plants of the World Online Native range, life form and climate (WCVP)
  6. GloBI What it eats, what eats it, parasites and pollinators
  7. trophiCH
  8. Wardeh et al. 2015 (EID2)
  9. DoPI
  10. EuPPollNet