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Lycoperdon mammiforme

Kein belegter Trivialname

Lycoperdon mammiforme ist ein seltener, ungenießbarer Stäubling aus der Gattung Lycoperdon, der in Laubwäldern auf Kalkboden wächst. Die Art gehört zur Familie der Lycoperdaceae innerhalb der Basidiomyceten und kommt in Europa vor.

Wer ihn findet, begegnet einem ungewöhnlich auffälligen Fruchtkörper: kugelig bis birnenförmig, zunächst reinweiß mit körniger Haut, die sich später in Flocken ablöst – ein Pilz, der sich über seine Lebensdauer hinweg optisch stark verändert.

Fruchtkörper und Bestimmung

Der Fruchtkörper ist kugelig bis birnenförmig und erreicht einen Durchmesser von bis zu 7 cm. Im jungen Zustand ist er reinweiß, und die äußere Haut wirkt leicht körnig.

Mit der Zeit löst sich diese Außenhaut in Flocken ab, die rasch abfallen. Darunter kommt eine glattere Oberfläche zum Vorschein, die sich farblich verändert: von Weiß über Ocker bis hin zu einem Schokoladenbraun im hohen Alter.

Diese Farbentwicklung – von reinweiß über ocker zu dunkelbraun – macht die Art über ihre Entwicklungsstadien hinweg deutlich erkennbar, auch wenn ein einzelnes Merkmal allein nicht zur sicheren Bestimmung ausreicht.

Verbreitung und Lebensraum

Lycoperdon mammiforme kommt in Europa vor und ist an Laubwälder auf Kalkboden gebunden. Diese Bindung an basenreiche Böden engt den möglichen Lebensraum deutlich ein.

Beobachtungsdaten zeigen eine klare saisonale Häufung der Fundmeldungen in den Spätsommer- und Frühherbstmonaten, mit einem deutlichen Schwerpunkt um August und September. Solche Zahlen spiegeln allerdings nur gemeldete Beobachtungen wider, nicht die tatsächliche Häufigkeit oder das vollständige Verbreitungsgebiet der Art.

Außerhalb dieser Monate liegen die Meldungen deutlich niedriger, was auf eine ausgeprägte Fruchtsaison hindeutet, auch wenn daraus keine Aussage über die tatsächliche Bestandsgröße abgeleitet werden kann.

Karte der dokumentierten Nachweise von Lycoperdon mammiforme
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
934
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Nutzung und Kulturgeschichte

Über eine kulturelle oder ethnomykologische Bedeutung von Lycoperdon mammiforme ist nichts Nennenswertes überliefert. Anders als etwa der Fliegenpilz oder der Reishi-Pilz taucht diese Art weder in religiösen noch in traditionellen medizinischen Zusammenhängen auf.

Sie bleibt damit eher ein Objekt mykologischer Beobachtung als ein Pilz mit eigener kultureller Geschichte.

Wissenswertes

  1. Der Artname mammiforme bedeutet „brustförmig“ – eine Anspielung auf die charakteristische Form des Fruchtkörpers, die der Art früher den gebräuchlichen Namen „Venus-Bovist“ einbrachte.
  2. Der Gattungsname Lycoperdon bedeutet wörtlich „Wolfsfurz“, was die Frage aufwirft, wer sich einem Wolf je nahe genug näherte, um diesen Vergleich zu prägen.

Fotos

Fotos von by Daniel Franco via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Patrick Bayan via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Samuele Papeschi via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Татьяна Максимова via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Karelj via Wikimedia Commons, licensed under Public Domain., by This image was created by user Irene Andersson (irenea) at Mushroom Observer, a source for mycological images. You can contact this user here. via Wikimedia Commons, licensed under CC BY-SA 4.0., by This image was created by user Gerhard Koller (Gerhard) at Mushroom Observer, a source for mycological images. You can contact this user here. via Wikimedia Commons, licensed under CC BY-SA 4.0., by This image was created by user gillow2e at Mushroom Observer, a source for mycological images. You can contact this user here. via Wikimedia Commons, licensed under CC BY-SA 4.0., by Svencapoeira via Wikimedia Commons, licensed under CC BY-SA 4.0. und by Fornax via Wikimedia Commons, licensed under CC BY-SA 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Lebensraum

Klassifikation

Stamm
Basidiomycota
Klasse
Agaricomycetes
Ordnung
Agaricales
Familie
Lycoperdaceae
Gattung
Lycoperdon
Art
Lycoperdon mammiforme

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Wikimedia Commons Photos