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Sommer-Trüffel

Tuber aestivum

Der Tuber aestivum, auch als Burgunder-Trüffel bekannt, besitzt die weiteste Verbreitung aller Trüffelarten überhaupt. Er gehört zur Familie der Tuberaceae innerhalb der Schlauchpilze (Ascomycota) und bildet seine Fruchtkörper unterirdisch, in enger Verbindung mit den Wurzeln bestimmter Bäume.

Der Pilz ist über weite Teile Europas verbreitet, von Spanien bis nach Osteuropa und von Skandinavien bis Nordafrika. Diese enorme Verbreitung, gepaart mit seiner kulinarischen Bedeutung, macht ihn zu einem der bekanntesten Trüffel überhaupt.

Fruchtkörper und Bestimmung

Das auffälligste Merkmal des Sommer-Trüffels ist seine raue, dunkelbraune bis schwarze Außenschale (Peridium), die von pyramidenförmigen Warzen von etwa 3 bis 9 Millimetern Breite bedeckt ist und an grobe Baumrinde erinnert. Die Fruchtkörper (Ascocarps) sind recht groß und erreichen Durchmesser von 2 bis 10 Zentimetern.

Das Innere, die sogenannte Gleba, zeigt einen blassen, haselnussbraunen Farbton. Im Vergleich zu ähnlichen Trüffelarten fällt ihr Aroma deutlich weniger intensiv aus, wobei insgesamt ein haselnussartiger Duft charakteristisch bleibt.

Verbreitung und Lebensraum

Der Sommer-Trüffel findet sich am häufigsten im südlichen Teil seines Verbreitungsgebiets, insbesondere in den Regionen mit mediterranem Klima in Frankreich, Italien und Spanien. Insgesamt erstreckt sich sein Vorkommen jedoch weit über diese Kerngebiete hinaus, von Spanien bis nach Osteuropa und von Schweden bis Nordafrika.

In Frankreich tritt die Art vor allem im Nordosten auf, in Italien im Norden des Landes. Im Vereinigten Königreich war der Sommer-Trüffel vor dem 20. Jahrhundert noch reichlich vorhanden, gilt heute jedoch als selten. Unbestätigte Funde aus China deuten darauf hin, dass das tatsächliche Verbreitungsgebiet noch nicht abschließend geklärt ist.

Beobachtungsdaten zeigen eine deutliche Häufung in den Sommer- und Herbstmonaten, mit einem Schwerpunkt etwa zwischen Juni und September – wobei solche Zahlen lediglich das Auftreten von Fundmeldungen widerspiegeln und keine Rückschlüsse auf tatsächliche Bestandsgrößen erlauben.

Karte der dokumentierten Nachweise von Tuber aestivum
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
112
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Nutzung und Kulturgeschichte

Der Sommer-Trüffel wird von September bis Ende Dezember, mitunter bis Ende Januar, geerntet und ist wegen seiner gastronomischen Qualitäten geschätzt. In der gehobenen Küche Frankreichs und Italiens findet er Verwendung, häufig als günstigere und milder schmeckende Alternative zum Périgord-Trüffel (Tuber melanosporum), wenn dieser nicht verfügbar ist.

Darüber hinaus wird der Sommer-Trüffel auch verpackt und exportiert, was seine wirtschaftliche Bedeutung über die regionalen Anbaugebiete hinaus unterstreicht.

Wissenswertes

  1. Lange war unklar, ob Tuber aestivum und Tuber uncinatum zwei eigenständige Arten oder lediglich zwei Erscheinungsformen ein und derselben Art sind – eine Frage, der sich Forscher um Paolocci und Kollegen im Jahr 2004 widmeten.
  2. Der Sommer-Trüffel besitzt die weiteste geografische Verbreitung aller bekannten Trüffelarten.

Fotos

Fotos von via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., by Tim via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Mattia Amadi via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by gerardbertrand via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Umut Nuri Erdoğan via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Daniel Ghyselinck via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Brian C. Hunt via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Sarah Culliton via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Rajan Rao via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Codrin Bucur via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Enrico Tomschke via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by Davide Puddu via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Klassifikation

Stamm
Ascomycota
Klasse
Pezizomycetes
Ordnung
Pezizales
Familie
Tuberaceae
Gattung
Tuber
Art
Tuber aestivum

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract