Die Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum) verdankt ihren Namen der leuchtend blutroten Färbung, die ausgewachsene Männchen mit zunehmender Reife annehmen. Sie gehört zur Familie der Segellibellen (Libellulidae) innerhalb der Ordnung der Libellen (Odonata).
Die Art gilt nach IUCN als nicht gefährdet und ist in weiten Teilen Europas bis nach Sibirien verbreitet. Ihre feine farbliche Zeichnung und die Verwechslungsgefahr mit ähnlichen Heidelibellenarten machen sie zu einem spannenden Beobachtungsobjekt an stillen Gewässern.
Identifikation und Erscheinungsbild
Das zuverlässigste Erkennungsmerkmal der Blutroten Heidelibelle sind ihre durchgehend schwarzen Beine, die sie von der sehr ähnlichen Gemeinen Heidelibelle (Sympetrum striolatum) und der Gefleckten Heidelibelle (Sympetrum vulgatum) unterscheiden, da beide gelbe Streifen an den Beinen zeigen. Die Gestreifte Heidelibelle (Sympetrum depressiusculum) besitzt zwar ebenfalls schwarze Beine, hat aber einen deutlich keulenförmigeren Hinterleib und auffälligere Flügelmale.
Die Tiere erreichen eine Körperlänge von span und eine Flügelspannweite von bis zu span. Damit sind sie kleiner als die Gemeine Heidelibelle. Die Flügel zeigen ein braunes Flügelmal (Pterostigma) sowie eine orange Färbung an der Flügelbasis. Zwei auffällige schwarze Flecken befinden sich auf den Segmenten S8 und S9 des Hinterleibs.
Ausgewachsene Männchen sind an Kopf, Thorax und Hinterleib leuchtend rot gefärbt, wobei sich diese blutrote Farbe – zusammen mit einer roten Stirn und einem rotbraunen Thorax – erst mit der Geschlechtsreife voll entwickelt. Weibchen sind etwas kleiner und goldgelb mit schwarzen Zeichnungen gefärbt. Der Hinterleib verbreitert sich im letzten Drittel seiner Länge und zeigt am Übergang zum Thorax eine deutlich eingeschnürte Stelle.
Verbreitung und Lebensraum
Die Blutrote Heidelibelle besiedelt gemäßigte Regionen quer durch Europa bis nach Sibirien im Osten und bis in den nördlichen Sahararaum im Süden. Sie kommt unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie in zahlreichen weiteren europäischen Ländern von Portugal bis Russland und Kasachstan vor, aber auch in Nordafrika mit Marokko, Algerien und Tunesien.
Die Art bevorzugt ruhige Gewässer mit reicher Schwimmblatt- und Ufervegetation, insbesondere Bestände von Binsen und Schilf. Solche stillen, bewachsenen Still- und Weihergewässer bieten ihr sowohl Deckung als auch geeignete Sitzwarten.
Der Erhaltungszustand der Art gilt als sicher, in manchen Regionen, etwa im zentralen England, nehmen die Bestände sogar zu, und die Art breitet sich an ihrer nördlichen Verbreitungsgrenze im Nordosten Englands weiter aus. Die monatlichen Beobachtungsmeldungen zeigen einen deutlichen Schwerpunkt in den Sommermonaten, was auf die saisonale Flugzeit der erwachsenen Tiere hindeutet, jedoch keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Bestandsgröße zulässt.

Jagd und Ernährung
Als jagende Libelle erbeutet die Blutrote Heidelibelle ihre Nahrung im Flug, indem sie kleine Fluginsekten aus der Luft schnappt. Zu den erfassten Beutetieren zählen vor allem Zweiflügler wie verschiedene Zuckmücken- und Schnakenarten sowie Köcherfliegen und Schwebfliegen.
Die Vielfalt der nachgewiesenen Beutetierarten deutet darauf hin, dass die Art ein breites Spektrum an kleinen, in Gewässernähe fliegenden Insekten nutzt, ohne sich auf eine einzelne Gruppe zu spezialisieren.
Wissenswertes
- Die Blutrote Heidelibelle verdankt ihren deutschen Namen der leuchtend blutroten Farbe, die nur die Männchen mit zunehmender Reife entwickeln.
- Die Art ist in einer großen Bandbreite von Lebensräumen vertreten, die sich von Nordeuropa bis in den nördlichen Sahararaum erstrecken – eine für eine Libellenart ungewöhnlich weite Nord-Süd-Ausdehnung.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Klassifikation
- Stamm
- Arthropoda
- Klasse
- Insecta
- Ordnung
- Odonata
- Familie
- Libellulidae
- Gattung
- Sympetrum
- Art
- Sympetrum sanguineum



