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Deutsche Schwertlilie

Iris germanica

Auf einen Blick

Bekannt für
Kraut
Klassifikation
Stamm
Tracheophyta
Klasse
Liliopsida
Ordnung
Asparagales
Familie
Iridaceae
Gattung
Iris
Art
Iris germanica

Iris × germanica trägt ihren Artnamen zu Unrecht als Beschreibung einer echten Wildart: Die Pflanze ist hybriden Ursprungs und kommt in dieser Form in der Natur nicht ursprünglich vor.

Botanisch gehört sie zur Familie der Iridaceae (Schwertliliengewächse) innerhalb der Ordnung Asparagales und der Klasse der einkeimblättrigen Pflanzen (Liliopsida). Im Deutschen wird sie schlicht als Deutsche Schwertlilie oder Bart-Iris bezeichnet.

Besonders macht sie die schier endlose Formenvielfalt ihrer Sorten, darunter die eigenständige Varietät I. × germanica var. florentina – ein Grund, weshalb diese Pflanze seit Jahrhunderten Gärtner und Botaniker gleichermaßen fasziniert.

Identifikation und Erscheinungsbild

Am eindeutigsten erkennt man Iris × germanica an der enormen Farbvielfalt ihrer Blüten: Hunderte Sorten reichen von tiefem Schwarz über strahlendes Weiß bis zu kräftigem Rot, oft mit kontrastierenden Zeichnungen.

Die Pflanze ist eine ausdauernde, rhizombildende Staude, die bis zu 120 cm hoch und 30 cm breit wird. Ihre Wurzeln reichen bis zu 10 cm tief in den Boden. Geblüht wird im mittleren bis späten Frühling, wobei manche Sorten im Herbst noch einmal nachblühen.

Chemisch bemerkenswert ist der Gehalt an dem Isoflavon Irilon in den Rhizomen, das bereits Gegenstand mehrerer analytischer Untersuchungen war.

Verbreitung und Lebensraum

Ihren Ursprung hat Iris × germanica vermutlich im Mittelmeerraum, von wo aus sie sich weit über Europa verbreitet und dort eingebürgert hat.

Beobachtungsdaten zeigen eine deutliche saisonale Häufung der Nachweise zwischen April und Juni, mit einem Höchstwert im Mai – passend zur Hauptblütezeit der Pflanze im Frühling. In den Wintermonaten fallen die Meldungen deutlich ab.

Diese Zahlen beruhen auf reinen Fundmeldungen und lassen keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Häufigkeit, Bestandsgröße oder das vollständige natürliche Verbreitungsgebiet zu.

Karte der dokumentierten Nachweise von Iris germanica
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
3.424
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

In der griechischen Mythologie war Iris die Botin der Götter: Mit goldenen Flügeln reiste sie auf einem Regenbogen zur Erde, und der Legende nach sprossen überall, wo sie den Boden berührte, farbenprächtige Blumen. Nach dieser Regenbogengöttin ist die Gattung benannt, und die Blume steht bis heute für Hoffnung, Glauben, Weisheit und Bewunderung.

Gärtnerisch bevorzugt die Pflanze einen sonnigen Standort mit gut durchlässigem Boden; ein Teil der Blätter bleibt auch über den Winter erhalten. Geteilt und umgepflanzt wird am besten nach der Blüte während der trockenen Sommerzeit, vermehrt wird sie über Samen oder durch Teilung des Rhizoms. Aus Iris × germanica sind schätzungsweise rund 60.000 Sorten entstanden; die Varietät I. × germanica var. amas spielte eine Schlüsselrolle bei der Züchtung der modernen tetraploiden hochwachsenden Bart-Iris.

In Iran und Kaschmir werden Bart-Iris traditionell auf muslimischen Friedhöfen gepflanzt. Auch künstlerisch hat die Blume Spuren hinterlassen: Vincent van Gogh malte sie 1890 in seinem bekannten Gemälde Irises. In Italien und Thailand kann der Pilz Torula masonii die Blätter der Pflanze befallen.

Wissenswertes

  1. In der argentinischen Provinz Buenos Aires und in Kroatien gilt jeweils eine Iris-Art als offizielles Landessymbol – ein Hinweis darauf, wie tief die Gattung Iris in verschiedenen Kulturen verwurzelt ist.
  2. Der Name der Gattung geht auf die griechische Regenbogengöttin Iris zurück, die als Botin zwischen Göttern und Menschen galt.

Ökologie

Wuchsform

  • Kraut

QuellenGBIFWikidataWikipedia