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Ephedra nevadensis

Ephedra nevadensis

Kein belegter Trivialname

LCNicht gefährdet
Ein graugrüner, verzweigter Wüstenstrauch mit schlanken, gegliederten, nahezu blattlosen Stängeln, wie sie für die Gattung Ephedra typisch sind, wächst auf trockenem, steinigem Wüstenboden.Foto: via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., CC0

Auf einen Blick

Bekannt für
WaldgebietBuschlandGraslandWüsteStrauch
Klassifikation
Stamm
Tracheophyta
Klasse
Gnetopsida
Ordnung
Ephedrales
Familie
Ephedraceae
Gattung
Ephedra
Art
Ephedra nevadensis

Trotz ihres englischen Beinamens „Mormon Tea“ ist Ephedra nevadensis eng mit dem stimulierenden Ma Huang (Ephedra sinica) verwandt, enthält selbst aber keine nennenswerten Mengen des Alkaloids Ephedrin.

Die Art ist ein blattloser, graugrüner Nacktsamer aus der Familie der Ephedraceae und der Ordnung Ephedrales. Sie ist in den Trockengebieten des westlichen Nordamerikas heimisch und wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (Least Concern) eingestuft.

Unter Namen wie Nevada-Ephedra, Grauer Ephedra, Mormonentee oder Nevada-Jointfir bekannt, verbindet die Pflanze eine lange Nutzungsgeschichte durch indigene Völker mit einer bemerkenswerten Anpassung an Trockenheit, Salzböden und karge Standorte.

Identifikation und Erscheinungsbild

Aus den vorliegenden Angaben lassen sich nur wenige gesicherte morphologische Details ableiten. Die gebräuchlichen Namen Nevada-Ephedra, Grauer Ephedra, Mormonentee und Nevada-Jointfir deuten auf eine graugrüne Färbung und einen gegliederten, blattlosen Wuchs hin, wie er für die Gattung Ephedra charakteristisch ist.

Weiterführende Angaben zu genauer Größe, Wuchsform oder Unterscheidungsmerkmalen gegenüber ähnlichen Ephedra-Arten wie Ephedra viridis liegen in den verfügbaren Quellen nicht vor.

Verbreitung und Lebensraum

Ephedra nevadensis wächst in Höhenlagen zwischen 610 und 2150 Metern, am häufigsten unterhalb von 1350 Metern auf trockenen Hängen und Hügeln. In der Great-Basin-Region reicht das Vorkommen von 850 bis 2150 Metern, in Nevada von 760 bis 1830 Metern, in Utah von 1220 bis 1830 Metern und in Baja California von 1190 bis 1280 Metern.

Die Art besiedelt die Ränder von Salzwüsten ebenso wie Beifußsteppen, Wüstenstrauchland, Pinyon-Wacholder-Wälder und Chaparral-Gebiete. Meist wächst sie verstreut oder in kleinen Gruppen, seltener in großen, reinen Beständen. Bevorzugt werden flache, steinige, häufig kalkhaltige Böden bis etwa 0,6 Meter Tiefe. Die Pflanze verträgt hohe Salzkonzentrationen, reagiert jedoch empfindlich auf saure Böden, und kommt bereits mit rund 178 Millimetern Jahresniederschlag aus – ein deutliches Zeichen ausgeprägter Trockenheitstoleranz.

Zu den typischen Begleitpflanzen zählen in Kalifornien Kalifornischer Beifuß, Kautschuk-Rabbitbrush, Antilopen-Bitterbrush, Grüner Ephedra (Ephedra viridis), Josuabaum (Yucca brevifolia) und Mojave-Yucca, in Nevada und Utah dagegen Wintersalzkraut, Indianerreisgras und Grama-Gras. Besonders verbreitet ist die Art in der Übergangszone zwischen Mojave- und Great-Basin-Wüste, wo sie in Nevada stellenweise bestandsbildend auftritt.

Beobachtungsdaten zeigen eine deutliche saisonale Häufung zwischen März und Juni mit einem Höhepunkt im April, passend zur Zapfenbildung im späten Winter bis mittleren Frühling. Diese Zahlen spiegeln jedoch lediglich die Häufigkeit gemeldeter Beobachtungen wider, nicht die tatsächliche Bestandsgröße oder das vollständige Verbreitungsgebiet.

Karte der dokumentierten Nachweise von Ephedra nevadensis
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
1.216
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Fortpflanzung und Lebenszyklus

Ephedra nevadensis ist windbestäubt und getrenntgeschlechtig: Männliche Pflanzen wachsen bevorzugt an trockeneren Standorten, weibliche an feuchteren – eine räumliche Verteilung, die vermutlich die Bestäubungswahrscheinlichkeit erhöht. Die Zapfen reifen zwischen März und Juni, die Samen zwischen Mai und August, wobei nicht jedes Jahr Samen gebildet werden. Das Fehlen von Laubblättern begünstigt die Windbestäubung, da sich der Pollen ungehindert verteilen kann.

Die Samenzapfen der Art vereinen sowohl an Wind als auch an Tiere angepasste Merkmale – eine unter nordamerikanischen Ephedra-Arten seltene Kombination. Andere Arten setzen stattdessen entweder auf leichte, geflügelte Strukturen zur Windverbreitung oder auf auffällig gefärbte, von Vögeln bevorzugte Zapfenteile. In freier Natur verbreiten vor allem Nagetiere die Samen von Ephedra nevadensis.

Für die Vermehrung lassen sich Samen problemlos sammeln und aussäen; die Pflanze kann darüber hinaus über Ableger oder Stecklinge vermehrt werden.

Ökologie und Wechselbeziehungen

Ephedra nevadensis gedeiht in einem breiten Spektrum an Lebensräumen – von Beifußsteppen über Wüstenstrauchland und Pinyon-Wacholder-Wälder bis zu den Rändern von Salzwüsten. Diese Anpassungsfähigkeit macht sie in vielen Trockengebieten des westlichen Nordamerikas zu einer ökologisch prägenden Art.

Regionale Brände stellen für die Pflanze nur eine begrenzte Gefahr dar, da ihr geringer Blattbestand kaum Brennmaterial liefert und Feuer entsprechend selten auftritt. Wie gut sich ein Bestand nach einem Brand erholt, hängt maßgeblich von der Dauer der Brandsaison und der Schwere des Feuers ab.

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Ureinwohner Nordamerikas nutzten Ephedra nevadensis traditionell als Nahrungs- und Heilpflanze: Die Stängel wurden zu einem teeähnlichen Aufguss verarbeitet oder zu Mehl vermahlen. Mormonische Siedler übernahmen die Pflanze für ihren eigenen Tee, was ihr im Englischen den Beinamen „Mormon Tea“ einbrachte. Bei den Zuni diente ein Aufguss aus der gesamten Pflanze – mit Ausnahme der Wurzel – traditionell als Mittel gegen Syphilis und wurde ebenso als Getränk zubereitet.

Der Pflanze wurden traditionell Wirkungen gegen Flüssigkeitseinlagerungen und zur Blutreinigung zugeschrieben, ebenso wie Anwendungen gegen Gonorrhö, frühe Syphilis-Stadien, äußere Wunden, Nierenbeschwerden und Atemwegsbeschwerden wie Asthma. Im Unterschied zu anderen Ephedra-Arten enthält Ephedra nevadensis jedoch keine bedeutenden Mengen des Alkaloids Ephedrin, weshalb ihr Wirkungspotenzial deutlich geringer eingeschätzt wird als das ihrer asiatischen Verwandten.

Heute wird die Art vor allem als Weidepflanze für Rinder und Schafe genutzt – für Pferde ist sie weniger geeignet –, außerdem zur Wiederherstellung von Habitaten und gelegentlich als Zierpflanze. Untersuchungen zu ihrem Futterwert ergaben einen vergleichsweise hohen ruminalen pH-Wert und einen hohen Gehalt an ammoniakalischem Stickstoff, ohne Hinweise auf Toxizität bei tragenden Tieren oder deren Nachkommen.

Wissenswertes

  1. Die Samenzapfen von Ephedra nevadensis vereinen Merkmale von Wind- und Tierausbreitung – eine unter nordamerikanischen Ephedra-Arten seltene Kombination.
  2. Sie zählt zu den bedeutendsten Futterpflanzen unter den nordamerikanischen Ephedra-Arten, sowohl für Wildtiere als auch für Nutztiere.
  3. Studien an tragenden Nutztieren und deren Nachkommen fanden keine Anzeichen von Toxizität durch die Pflanze.
  4. Bei den Zuni wurde ein Aufguss aus der gesamten Pflanze – außer der Wurzel – traditionell gegen Syphilis eingesetzt und auch als Getränk zubereitet.

Schutzstatus

  1. LC
  2. NT
  3. VU
  4. EN
  5. CR

Nicht gefährdet

Ökologie

Lebensraum

  • Waldgebiet
  • Buschland
  • Grasland
  • Wüste

Wuchsform

  • Strauch

Fotos

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Ein graugrüner, verzweigter Wüstenstrauch mit schlanken, gegliederten, nahezu blattlosen Stängeln, wie sie für die Gattung Ephedra typisch sind, wächst auf trockenem, steinigem Wüstenboden.Foto: via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., CC0

QuellenGBIFiNaturalistWikidataWikipediaEncyclopedia of Life