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Ephedra sinica

Ephedra sinica

Kein belegter Trivialname

LCNicht gefährdet
Ein sparriger, immergrüner Ephedra-sinica-Strauch mit dünnen, grünen, gegliederten Stängeln und winzigen schuppenförmigen Blättern in trockenem, steinigem GeländeFoto: Michel Langeveld, CC BY

Auf einen Blick

Bekannt für
BuschlandGebirgeGraslandWüsteStrauch
Klassifikation
Stamm
Tracheophyta
Klasse
Gnetopsida
Ordnung
Ephedrales
Familie
Ephedraceae
Gattung
Ephedra
Art
Ephedra sinica

Ephedra sinica ist die pflanzliche Quelle des Alkaloids Ephedrin, einer Substanz mit stimulierender, sympathomimetischer Wirkung, die seit Jahrtausenden in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet wird.

Die Art gehört zur Familie der Ephedraceae und wächst als Strauch auf kargen Hochlandhängen, in trockenen Flussbetten und Steppen der Mongolei, Nordchinas und Russlands. Der Bestand gilt nach der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet.

Bemerkenswert ist der Doppelcharakter der Pflanze: Seit Jahrtausenden geschätztes Heilmittel gegen Husten und Asthma, aber zugleich Ursprung eines Wirkstoffs, der bis heute wegen seiner Nebenwirkungen streng beobachtet wird.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal von Ephedra sinica sind ihre dünnen, grünen, gegliederten Stängel, an denen nur winzige, schuppenartige Blätter sitzen – ein typisches Merkmal dieses Nacktsamers, der trotz seines unscheinbaren, grasähnlichen Aussehens näher mit Nadelbäumen verwandt ist als mit echten Sträuchern.

Die Art ist immergrün und zweihäusig, das heißt, männliche und weibliche Fortpflanzungsorgane befinden sich auf getrennten Pflanzen. Sie wächst in Höhenlagen zwischen 400 und 1.600 Metern auf Strauchland, in lichten Wäldern und an Berghängen.

Ein markantes Erkennungsmerkmal ist der starke, kiefernartige Geruch der Stängel sowie ihr adstringierender, zusammenziehender Geschmack. Genau dieser Geschmack gab der Pflanze ihren chinesischen Namen Ma Huang, was so viel wie „gelbes Adstringens“ oder „gelber Hanf“ bedeutet.

Genutzt werden vor allem die getrockneten oberirdischen Stängel und Zweige, während die Wurzeln unter dem eigenen Namen „Ma Huang Gen“ separat in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet werden.

Verbreitung und Lebensraum

Ephedra sinica stammt ursprünglich aus der Mongolei, Nordchina und Russland, wo sie auf ariden Hochlandhängen, in trockenen Flussbetten, Steppen, auf Feldern und an Berghängen wächst.

Die Art besiedelt bevorzugt karge, sandige oder wüstenartige Standorte sowie offene Ebenen und Berghänge in Höhenlagen zwischen 700 und 1.600 Metern. Solche Bedingungen – trocken, sonnig und wenig fruchtbar – spiegeln die Anpassung der Pflanze an kontinentales Steppenklima wider.

Monatliche Beobachtungsdaten zeigen eine deutliche Häufung der Meldungen zwischen Mai und August, mit einem Höhepunkt im Juli. Da es sich dabei lediglich um Präsenzbeobachtungen handelt und nicht um ein Maß für Häufigkeit oder Populationsgröße, lässt dies vorsichtig auf eine saisonal erhöhte Sichtbarkeit oder Erfassung der Pflanze in den Sommermonaten schließen, nicht auf eine tatsächliche Zu- oder Abnahme des Bestands.

Karte der dokumentierten Nachweise von Ephedra sinica
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
77
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Ephedra sinica steht im Zentrum einer der ältesten pflanzlichen Arzneitraditionen Chinas: Unter dem Namen Ma Huang wurden ihre getrockneten Stängel seit etwa 5000 Jahren gegen Allergien, verstopfte Nase, Asthma bronchiale, Husten und Grippe eingesetzt.

Der namensgebende Wirkstoff Ephedrin wurde 1885 von Nagai erstmals isoliert und chemisch beschrieben, geriet danach jedoch in Vergessenheit, bevor Chen und Schmidt ihn in den frühen 1920er-Jahren wiederentdeckten. Ephedra-Präparate gelten zudem als möglicher Kandidat für die legendäre Soma-Pflanze der indoiranischen Religion.

Wissenswertes

  1. Der chinesische Name Ma Huang bedeutet „gelbes Adstringens“ oder „gelber Hanf“ und beschreibt den herben Geschmack und die Farbe der getrockneten Stängel.
  2. Ephedra sinica wird als möglicher Kandidat für die Soma-Pflanze der altindoiranischen Religion diskutiert.
  3. Der Wirkstoff Ephedrin wurde 1885 von Nagai isoliert, geriet dann jahrzehntelang in Vergessenheit und wurde erst in den 1920er-Jahren von Chen und Schmidt wiederentdeckt.
  4. Obwohl die wilde Population als stabil und „nicht gefährdet“ gilt, ist unklar, wie stark das Sammeln wildwachsender Pflanzen die Bestände tatsächlich beeinträchtigt.
  5. Die Art wird heute vielerorts kultiviert, um den Bedarf an Ma Huang zu decken und den Druck auf wilde Bestände zu verringern.

Schutzstatus

  1. LC
  2. NT
  3. VU
  4. EN
  5. CR

Nicht gefährdet

Ökologie

Lebensraum

  • Buschland
  • Gebirge
  • Grasland
  • Wüste

Wuchsform

  • Strauch

Fotos

20 Fotos
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Ein sparriger, immergrüner Ephedra-sinica-Strauch mit dünnen, grünen, gegliederten Stängeln und winzigen schuppenförmigen Blättern in trockenem, steinigem GeländeFoto: Michel Langeveld, CC BY

QuellenGBIFiNaturalistWikidataWikipediaEncyclopedia of Life