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Frauenhaarfarn

Adiantum capillus-veneris

LCNicht gefährdet
Ein Frauenhaarfarn mit zarten, hellgrünen, fein gefiederten Wedeln und schwarzem, drahtigem Wedelstiel, wachsend an einer feuchten, schattigen Felswand.Foto: via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., CC0

Auf einen Blick

Bekannt für
FeuchtgebietWaldSüßwasserFarnHöhle
Klassifikation
Stamm
Tracheophyta
Klasse
Polypodiopsida
Ordnung
Polypodiales
Familie
Pteridaceae
Gattung
Adiantum
Art
Adiantum capillus-veneris

Der Frauenhaarfarn zählt zu den wenigen Farnarten, die auf fast allen Kontinenten heimisch sind – eine subkosmopolitische Verbreitung, die für eine so zart wirkende Pflanze ungewöhnlich ist.

Botanisch gehört die Art zur Familie der Pteridaceae innerhalb der Farne (Polypodiopsida) und besiedelt feuchte, warm-gemäßigte bis tropische Regionen der Erde. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft sie global als nicht gefährdet (Least Concern) ein.

Sein zweiter Name, Frauenhaarfarn, verweist auf die feinen, haarähnlichen Wedelstiele – ein Merkmal, das die Pflanze seit Jahrhunderten sowohl als Zierpflanze wie auch in traditionellen Erzählungen interessant macht.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal des Frauenhaarfarns ist der schwarze, drahtig-glänzende Wedelstiel (Rachis), der einen scharfen Kontrast zu den zarten, hellgrünen Blattsegmenten bildet.

Die Pflanze erreicht eine Höhe von 15 bis 30 Zentimetern. Die Wedel entspringen büschelweise aus kriechenden Rhizomen, die 20 bis 70 Zentimeter lang werden können.

Die Blattspreite ist vielfach unterteilt in kleine Fiederblättchen (Pinnae) von jeweils 5 bis 10 Millimetern Länge und Breite, was der gesamten Pflanze ein filigranes, fächerartiges Erscheinungsbild verleiht.

Zu Geschlechts- oder Altersunterschieden sowie zu ähnlichen Arten liegen keine gesonderten Angaben vor.

Verbreitung und Lebensraum

Adiantum capillus-veneris ist in humiden, warm-gemäßigten bis tropischen Regionen rund um den Globus heimisch. Die Art kommt in West- und Südeuropa bis nach Südschottland vor, in weiten Teilen Afrikas, in der Levante, quer durch Asien bis Japan, in Australasien sowie in Nord-, Mittel- und Südamerika, dort etwa in der südlichen Hälfte der USA von Kalifornien bis zur Atlantikküste.

Besonders bemerkenswert sind zwei isolierte Vorkommen weit nördlich des eigentlichen Verbreitungsgebiets: an den Cascade Springs in den Black Hills von South Dakota und bei Fairmont Hot Springs in British Columbia. Dort ermöglichen warme Thermalquellen ein Mikroklima, das dem Farn das Überleben weit außerhalb seiner sonstigen Reichweite erlaubt – ein ähnliches Phänomen zeigt sich bei der Therme von Zvonce nahe Pirot in Serbien.

Als Lebensraum bevorzugt die Art feuchte, schattige Felswände, Brunnen, Teichränder und Sickerquellen sowie kalkhaltige Klippen, Ufer und Mauerwerk entlang von Bächen und Flüssen, von Meereshöhe bis in etwa 2500 Metern Höhe. Sie wächst oft an feuchtem Sandstein oder Kalkstein in voller oder teilweiser Beschattung, zudem an Fundamenten und in Regenwasserkanälen. Erst 2020 wurde sie überraschend in den unterirdischen Gängen aus dem 14. Jahrhundert im südmährischen Znojmo entdeckt, wo sie sich seither dank Feuchtigkeit und künstlichem Licht der Touristenführungen deutlich ausgebreitet hat.

Monatliche Beobachtungsdaten zeigen einen deutlichen Anstieg von März bis Juli mit einem Höhepunkt im Mai – dies spiegelt jedoch nur die Beobachtungsaktivität wider, nicht die tatsächliche Häufigkeit oder Bestandsgröße der Pflanze.

Karte der dokumentierten Nachweise von Adiantum capillus-veneris
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
5.926
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Der wissenschaftliche Artname verweist auf eine Mythologie: „Capillus“ bedeutet Haar, und der Zusatz „veneris“ bezieht sich auf die Göttin Venus, die der griechischen Mythologie zufolge ihr Haar trocknete, nachdem sie dem Meer entstiegen war – eine Parallele zur feinen, haarartigen Form der Wedel.

Weltweit wird der Frauenhaarfarn als Zierpflanze kultiviert, sowohl in naturnahen Gärten und Schattenbeeten als auch als Kübelpflanze im Freien und als beliebte Zimmerpflanze. Aus ihr entstand zudem die winterharte Hybride Adiantum × mairisii, eine Kreuzung mit einer weiteren Frauenhaarfarn-Art.

In traditionellen Heilkundetraditionen spielte die Pflanze ebenfalls eine Rolle: Die Mahuna nutzten sie innerlich gegen Rheuma, die Navajo aus Kayenta in Arizona setzten einen Aufguss äußerlich gegen Stiche von Hummeln und Tausendfüßern ein und rauchten oder nahmen die Pflanze auch bei psychischen Beschwerden. In der traditionellen persischen Medizin wurde ein Aufguss der Wedel unter anderem zur Behandlung von Gelbsucht, Husten, Erkältungen und zur Unterstützung der Nierenfunktion überliefert.

Schutz und Bedrohungen

Global gilt der Frauenhaarfarn als nicht gefährdet (Least Concern), was auf seine weite, subkosmopolitische Verbreitung zurückzuführen ist.

Regional sieht die Situation jedoch anders aus: In North Carolina wird die Art (dort als „Southern Maidenhair-Fern“ bekannt) als gefährdet eingestuft, in Kentucky als bedroht. Hauptursache ist der Verlust ihres Lebensraums in den Appalachen.

Über weitere Bedrohungsfaktoren, Bestandstrends oder gezielte Schutzprogramme liegen keine Angaben vor.

Schutzstatus

  1. LC
  2. NT
  3. VU
  4. EN
  5. CR

Nicht gefährdet

Wissenswertes

  1. In Unani-Texten wird der Frauenhaarfarn unter dem Namen „Parsiyavashan“ erwähnt und findet sich auch in regionaler ayurvedischer und Siddha-Literatur.
  2. Traditionelle persische Arzneibücher verwendeten die Pflanze zur Linderung von Husten und sogenannten „melancholischen Ungleichgewichten“.
  3. Der Artname ehrt die Göttin Venus: Der griechischen Mythologie zufolge trocknete sie ihr Haar, nachdem sie dem Meer entstiegen war – ein Bild, das die feinen Wedel des Farns aufgreifen sollen.
  4. Aus dem Frauenhaarfarn wurde die winterharte Gartenhybride Adiantum × mairisii gezüchtet, eine Kreuzung mit einer weiteren Adiantum-Art.

Ökologie

Lebensraum

  • Feuchtgebiet
  • Wald
  • Süßwasser
  • Höhle

Wuchsform

  • Farn

Fotos

20 Fotos
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Ein Frauenhaarfarn mit zarten, hellgrünen, fein gefiederten Wedeln und schwarzem, drahtigem Wedelstiel, wachsend an einer feuchten, schattigen Felswand.Foto: via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., CC0

QuellenGBIFiNaturalistWikidataWikipediaEncyclopedia of Life