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Gewöhnliche Waldrebe

Clematis vitalba

Die Früchte der Gewöhnlichen Waldrebe (Clematis vitalba) tragen lange, seidige Anhänge, die im Herbst zusammen wie ein weißer Bart wirken. Daher stammt der Name Greisenbart.

Die Gewöhnliche Waldrebe ist ein Kletterstrauch aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Sie ist in Europa und Westasien heimisch und gehört zur Gattung Clematis.

Wer die Pflanze genauer betrachtet, entdeckt Besonderheiten, die sie von vielen anderen Kletterpflanzen unterscheiden.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das wichtigste Erkennungsmerkmal sind die verzweigten, gefurchten Stängel. Die Rillen lassen sich beim Anfassen deutlich spüren.

Die Pflanze klettert und trägt sommergrüne Blätter, die im Winter abfallen. Ihre Blüten sind duftend und weißlich-grün. Jede Blüte hat flauschige Kelchblätter an der Unterseite.

Aus den Blüten entwickeln sich viele Früchte in jedem Blütenstand. Jede Frucht ist eine Achäne mit einem langen, seidigen Anhang. Zusammen ergeben sie das typische Bild des Greisenbarts.

Die Blüten sind zwittrig. Sie werden von Insekten bestäubt, und die Früchte werden vom Wind verbreitet.

Verbreitung und Lebensraum

Die Gewöhnliche Waldrebe bevorzugt basenreiche, kalkhaltige Böden und ein feuchtes Klima mit warmen Sommern. Sie wächst am Straßenrand, auf Brachflächen und in Sekundärwäldern, vor allem in Höhenlagen bis etwa 100 m.

Natürlich kommt sie in Eurasien und Nordafrika vor. In Großbritannien ist sie einheimisch und in England südlich einer Linie zwischen Mersey und Humber weit verbreitet. Auch im Süden, Osten und Norden von Wales ist sie häufig. Weiter nördlich wird sie vielfach gepflanzt und reicht bis in das südliche schottische Hochland.

In Neuseeland ist die Pflanze als unerwünschter Organismus eingestuft und steht auf der National Pest Plant Accord. Verkauf, Vermehrung und Verbreitung sind dort verboten. Sie wächst dort kräftig, bildet dichte Decken, die andere Pflanzen erdrücken, und hat dort keine natürlichen Gegenspieler. Die einheimischen Waldreben Neuseelands haben glatte Stängel und lassen sich so leicht unterscheiden.

In Nordamerika gilt die Art als invasiv. Sie kommt in Washington, Oregon, Kalifornien und British Columbia vor und ist auch im Osten der Vereinigten Staaten zu finden. Im pazifischen Nordwesten wurde sie zwischen 1950 und 1970 als Zierpflanze eingeführt.

Im Jahresverlauf zeigt sich das Vorkommen im Sommer am deutlichsten, mit einem Höhepunkt im Juli.

Karte der dokumentierten Nachweise von Clematis vitalba
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
73.683
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Im antiken Griechenland galt die Waldrebe als Symbol für geistige Schönheit, Erfindungsreichtum und künstlerisches Schaffen.

In Teilen Osteuropas steht sie für Willkommen und Glück für Reisende auf ihrem Weg. Diese Deutung knüpft an die Kernbedeutungen der Pflanze an.

Traditionelle Kräuterkundige schätzten einzelne Pflanzenteile. Wer mit der Pflanze umgeht, sollte jedoch wissen, dass alle Teile Stoffe enthalten, die Hautreizungen verursachen können.

Wissenswertes

  1. In manchen Traditionen wird die Gewöhnliche Waldrebe mit der Jungfrau Maria und mit Gott in Verbindung gebracht.
  2. In ländlichen Regionen Europas hatte der Greisenbart eine besondere kulturelle Bedeutung.

Fotos

Fotos von via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., by Nigel Charman via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Mel Whiting via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Samuele Papeschi via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Jamie O'Neill via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Jose Gutierrez Higa via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by Ross McCallum via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Klassifikation

Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Ranunculales
Familie
Ranunculaceae
Gattung
Clematis
Art
Clematis vitalba

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits