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Scharfer Hahnenfuß

Ranunculus acris

Der Scharfe Hahnenfuß (Ranunculus acris) gehört zu den häufigsten Hahnenfußarten Europas und der gemäßigten Zonen Eurasiens. Die ausdauernde Krautpflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) wächst auf Wiesen, an Bachufern, Straßenrändern und auf Brachflächen.

Weitere deutsche Namen sind Wiesen-Hahnenfuß, Hoher Hahnenfuß und Gewöhnlicher Hahnenfuß. Die Art ist in vielen Grünländern ein auffälliger Bestandteil der Vegetation und eignet sich gut, um Wiesenpflanzen und ihre Standortansprüche zu verstehen.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das wichtigste Merkmal sind die glänzend gelben Blüten mit fünf sich überlappenden Blütenblättern, die etwa 25 Millimeter breit werden. Darunter stehen fünf grüne Kelchblätter, die beim Aufblühen aufwärts gerichtet sind und sich mit fortschreitender Reife gelb verfärben.

Die Pflanze wird 30 bis 100 Zentimeter hoch. Ihre Stängel sind ungefurcht und stehen fließend in die Höhe. Zahlreiche Staubblätter sitzen unterhalb des Fruchtknotens.

Die Blätter sind zusammengesetzt, fein zerschlitzt und behaart. Das Endblättchen ist ungestielt. Damit unterscheidet sich die Art vom Kriechenden Hahnenfuß (Ranunculus repens). Die seltene Herbst-Hahnenfuß-Art (R. aestivalis) wird mitunter als Varietät dieser Art betrachtet.

Verbreitung und Lebensraum

Der Scharfe Hahnenfuß ist in Eurasien heimisch. Durch Einschleppung hat er sich in weiten Teilen der Welt ausgebreitet, sodass sein Vorkommen heute zirkumpolar ist. In Nordamerika gilt er als eingebürgert und tritt dort oft als Unkraut auf. Vermutlich ist er in Alaska und Grönland heimisch.

Die Art besiedelt Wiesen, Bachufer, Straßenränder und Brachen. Sie kommt von Meereshöhe bis etwa 2.300 Meter vor.

In Neuseeland ist der Scharfe Hahnenfuß ein ernsthaftes Weideunkraut. Er verursacht der Milchwirtschaft Schäden in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar. Zudem gehört er zu den wenigen Weideunkräutern, die Resistenzen gegen Herbizide entwickelt haben.

Karte der dokumentierten Nachweise von Ranunculus acris
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
273.534
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Ökologie und Wechselbeziehungen

Der Scharfe Hahnenfuß ist eine typische Art beweideter oder gemähter, nährstoffmittlerer Grünlandgesellschaften. Er bevorzugt Standorte, deren Entwässerung zwischen den Bedingungen des Knolligen Hahnenfußes (R. bulbosus) auf trockeneren Böden und des Kriechenden Hahnenfußes auf feuchteren Böden liegt.

Sein Vorkommen gilt als Hinweis auf das Alter und die Kontinuität einer Wiese. In artenreichen Gesellschaften mit hohen Gräsern ist er jedoch kein starker Konkurrent.

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Im Garten gilt der Scharfe Hahnenfuß oft als lästiges Unkraut, das Rasen und Wege besiedelt. In Wildblumenwiesen kann er dagegen ein willkommener Bestandteil sein. Die gefüllt blühende Sorte R. acris 'Flore Pleno' wurde von der Royal Horticultural Society mit dem Award of Garden Merit ausgezeichnet.

In der Volksmedizin nordamerikanischer indigener Völker wurde die Pflanze unter anderem gegen Kopfschmerzen, Erkältungen und Durchfall angewendet. Historisch wurde sie außerdem als Symbol mit verschiedenen Bedeutungen verwendet. Im europäischen Mittelalter stand die Blüte für Undankbarkeit, und in der Mythologie galt sie als Zeichen für Anziehung und Charme.

Wissenswertes

  1. In Teilen Englands galt die Blüte als „crazies“, weil man glaubte, ihr Geruch könne Wahnsinn auslösen.
  2. In manchen Gegenden trugen Menschen Hahnenfußblüten in einem Beutel um den Hals, um Irresein zu heilen.
  3. Die Pflanze überwintert als Rosette mit kleinen grünen Blättern, die Frost gut übersteht.

Fotos

Fotos von via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., by Jose Gutierrez Higa via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by scottj800 via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Klassifikation

Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Ranunculales
Familie
Ranunculaceae
Gattung
Ranunculus
Art
Ranunculus acris

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits