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Gimpel

Pyrrhula pyrrhula

Nicht gefährdet

Der Gimpel ist mit einer der kleinen Singvögel aus der Familie der Finken. Er ist ein kräftiger, rundköpfiger Vogel, der in Europa und im gemäßigten Asien vorkommt.

Als Art gilt der Gimpel nach der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet. Trotz früherer Verfolgung nehmen die Bestände weiter zu.

Wer den Gimpel beobachtet, erlebt einen scheuen Vogel, der sich meist in Baumkronen aufhält und mit leisen Pfeiftönen auf sich aufmerksam macht.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das wichtigste Merkmal ist beim ausgewachsenen Männchen die tiefrote Brust und Unterseite. Weibchen und Jungvögel tragen dagegen graubraunes Gefieder an dieser Stelle.

Der Vogel ist kräftig gebaut und wirkt durch den breiten Kopf und den dicken, kurzen Schnabel wuchtig. Er wiegt etwa . Oberseite und Rücken sind grau.

Kappe und Gesicht sind bei Erwachsenen schwarz, bei Jungvögeln graubraun. Schwungfedern und der kurze, dicke Schnabel sind schwarz. Im Flug fallen der weiße Bürzel und die weißen Flügelbinden auf.

Die Mauser findet zwischen Juli und Oktober statt. Männchen behalten dabei ihr leuchtendes Gefieder und legen kein unscheinbares Herbstkleid an, wie es bei manchen anderen Finken üblich ist.

Verbreitung und Lebensraum

Der Gimpel brütet in ganz Europa und im gemäßigten Asien. Er ist überwiegend ein Standvogel, doch viele nördliche Vögel ziehen im Winter weiter nach Süden.

Bevorzugt werden Mischwälder mit einigen Nadelbäumen, dazu Parks und Gärten. In Gärten, Plantagen und auf Ackerland hält er sich in Gebüschen und ungeschnittenen Hecken auf.

In Japan und Großbritannien lebt er dagegen in Laubwäldern und bewirtschafteten Flächen. Nadel- und Mischwälder sind in den übrigen Teilen des Verbreitungsgebiets typisch.

Karte der dokumentierten Nachweise von Pyrrhula pyrrhula
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
534.108
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Verhalten und Lebensweise

Der Gimpel ist das ganze Jahr über zu sehen, meist paarweise oder in kleinen Familienverbänden. Im Frühjahr können sich Trupps von etwa fünfzig Vögeln bilden, selten mehr als hundert.

Außerhalb der Brutzeit bildet er keine großen Schwärme. Gimpel sind allgemein scheu und halten sich im Schutz der Bäume auf. Sie sitzen selten am Boden.

Seine Anwesenheit verrät der Vogel vor allem durch seine tiefen, durchdringenden Pfeiflaute.

Kommunikation

Der übliche Ruf ist ein leises, tiefes, schwermütig klingendes Pfeifen, das wie peu oder pü klingt. Er hilft Paaren und Familiengruppen, einander im Gebüsch zu finden.

Der Gesang ist leise und schwach, ein kratzendes Gezwitscher, das mit weichen Pfiffen wechselt. Man hört ihn nur aus geringer Entfernung.

Zahme Gimpel lassen sich darauf trainieren, bestimmte Melodien nachzusingen.

Ernährung und Nahrung

Der Gimpel frisst vor allem Knospen und Samen. Im Frühjahr sind Knospen von Obstbäumen und Waldbäumen seine wichtigste Nahrung. Er landet an der Spitze eines Zweigs und arbeitet sich langsam zum Stamm vor, wobei er die Knospen abstreift.

Knospen frisst er erst, wenn die Samen des Vorsommers und Herbstes knapp werden. Bis die Knospen austreiben, bilden Samen seine Hauptnahrung.

In Laubwäldern bevorzugt er die Samen von Ampfer, Brennnessel, Liguster, Brombeere, Birke und Esche.

Nestbau und Brut

Das Nest wird meist in einem Strauch oder Baum gebaut, bevorzugt in Büschen, die über vier Meter hoch und breit sind. Es steht oft nur knapp über dem Boden. Der Nestbau besteht aus feinen Zweigen, die mit Moos und Flechten verwoben sind, innen ausgelegt mit dunklen Wurzeln.

Das Gelege umfasst vier bis sieben blassblaue Eier mit rotbraunen Flecken. Die Brutzeit reicht von Anfang Mai bis Mitte Juli. Pro Saison ziehen Gimpel zwei oder drei Bruten auf.

Das Männchen hilft beim Brüten, füttert das Weibchen während es auf dem Nest sitzt und versorgt später die Jungen. Die Küken schlüpfen nach etwa zwei Wochen und erhalten eine Mischung aus Samen und Insekten.

Der Bruterfolg steigt von April–Mai über Juni–Juli bis August.

Schutz und Bedrohungen

Der Gimpel gilt nach der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet. Die Verluste in der Brut sind hoch: Nur etwa ein Drittel der Gelege im Wald und zwei Drittel der Gelege im Ackerland bringen Junge bis zum Erwachsenwerden hervor.

Die meisten Verluste gehen auf Nesträuber zurück, vor allem Eichelhäher, Elstern, Hermeline und Wiesel.

In England wurde der Gimpel seit dem 16. Jahrhundert verfolgt. Trotzdem steigen die Bestände weiter an, und man sucht nach immer wirksameren Methoden, die Vögel zu töten.

Nicht gefährdet

Kulturelle Bedeutung

Im englischsprachigen Raum heißt der Gimpel bullfinch. Der Vogel ist nach dieser Bezeichnung benannt, und sein Name ist dort allgemein bekannt.

Wissenswertes

  1. Die Spermien des Gimpels haben einen runden Kopf und ein stumpfes Akrosom, was unter den Sperlingsvögeln ungewöhnlich ist.
  2. Der Gimpel ist der ursprüngliche Vogel, der im englischsprachigen Raum den Namen bullfinch trägt.

Fotos

Fotos von by Ксения Волянская via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Ирина Хохрякова via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Константин Селивёрстов via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Евгений Маринкин via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Александр Краснов via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Дарья Друщенко via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by R.G via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by John Lyden via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Lauren Gore via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Настя Бухвалова via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by E. A. via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by Kate Senatskaya via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Verhalten

  • Sozial
  • Zugvogel

Ernährung

  • Pflanzenfresser

Klassifikation

Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Fringillidae
Gattung
Pyrrhula
Art
Pyrrhula pyrrhula

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits
  6. Animal Diversity Web Animal habitat, behavior and diet
  7. AnAge Longevity