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Magellanzeisig

Spinus magellanicus

Nicht gefährdet

Mit einem Verbreitungsgebiet von etwa zählt der Magellanzeisig (Spinus magellanicus) zu den am weitesten verbreiteten Mitgliedern seiner Gattung in Südamerika. Er kommt in nahezu jedem Festlandstaat des Kontinents vor, mit Ausnahme von Französisch-Guayana und Suriname.

Der kleine, nur etwa schwere Finkenvogel gehört zur Familie der Finken (Fringillidae) und wird von der IUCN als nicht gefährdet eingestuft. Seine große Formenvielfalt mit zahlreichen Unterarten und seine Anpassungsfähigkeit an ganz unterschiedliche Lebensräume machen ihn zu einem besonders interessanten Studienobjekt der südamerikanischen Vogelwelt.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal adulter Männchen der Nominatform ist die vollständig schwarze Kopf-, Kehl- und obere Brustfärbung, die scharf gegen einen leuchtend gelben Nackenring absticht. Mit einer Körperlänge von 10 bis 12 Zentimetern und einem Gewicht von etwa ist der Magellanzeisig ein typischer kleiner Finkenvogel.

Der Rücken und die Schulterfedern der Männchen sind olivgrün mit feinen dunklen Strichen, der Bürzel leuchtend gelb und die Oberschwanzdecken olivgrün. Der überwiegend schwarze Schwanz zeigt breite, tiefgelbe Säume an allen außer der innersten Federpaarung. Die Flügel weisen ein komplexes Muster aus schwärzlich-braunen Decken, gelben Basen an den Hand- und Armschwingen sowie weißen Spitzen an den Tertialfedern auf. Die Unterseite ab der unteren Brust ist leuchtend gelb, mitunter mit orangefarbenem Anflug an den Brustseiten.

Weibchen unterscheiden sich deutlich: Ihnen fehlt die schwarze Kopfzeichnung völlig, Kopf und Rücken sind matt olivgrün mit grauem Schimmer. Kinn und Kehle sind blass gräulich, die Brust grünlich und der Bauch heller. Jungvögel ähneln den Weibchen, zeigen aber einen bräunlich-olivfarbenen Kopf und Rücken mit feinen dunklen Strichen. Bei allen Geschlechtern und Altersstufen sind die Iris schwarz, der Schnabel dunkel graugrau bis schwarz und Beine und Füße dunkelgrau bis schwärzlich.

Die zahlreichen Unterarten unterscheiden sich vor allem in der Intensität des Gelbtons, der Ausdehnung der schwarzen Kopfkappe und der Färbung der Flügelzeichnung – etwa reicht bei S. m. tucumanus das Schwarz nur bis zum oberen Nacken und zur Kehle, während S. m. longirostris eine Kappe hat, die die obere Brust ausspart.

Verbreitung und Lebensraum

Der Magellanzeisig besiedelt ein außergewöhnlich großes Gebiet von etwa , das sich über nahezu den gesamten südamerikanischen Kontinent erstreckt – von Kolumbien im Norden bis ins südliche Argentinien und Uruguay. Die zahlreichen Unterarten besetzen dabei jeweils eigene Teilregionen, von den zentralen Anden Kolumbiens und Ecuadors über Peru, Bolivien, Paraguay und Brasilien bis zu den gemäßigten Zonen Argentiniens und Uruguays, sowie isoliert im Hochland Venezuelas und Guyanas.

Die Art nutzt eine bemerkenswerte Bandbreite an Lebensräumen: Tieflandwälder, montane Wälder, Sekundärwald, Savannen mit einzelnen Bäumen oder Baumgruppen, Kakao- und Palmplantagen sowie offene, verbuschte Flächen, Ränder von Kulturland und sogar städtische Parks und Gärten. In Nordchile bevorzugt sie Polylepis-Wälder.

Höhenmäßig reicht ihr Vorkommen von Meereshöhe bis auf etwa 5.000 Meter. In Venezuela erreicht sie bis zu 1.300 Meter, in Brasilien bis 2.500 Meter und in Peru sogar bis 4.200 Meter. In Kolumbien liegt der bevorzugte Höhenbereich zwischen 2.200 und 3.600 Metern, in Ecuador meist zwischen 1.000 und 3.500 Metern.

Beobachtungsdaten zeigen über das Jahr verteilte Nachweise mit einem gewissen Anstieg gegen Ende des Jahres, was auf eine erhöhte Sichtbarkeit in dieser Zeit hindeuten könnte – die Zahlen spiegeln jedoch lediglich Beobachtungshäufigkeiten wider, keine tatsächliche Bestandsgröße oder das vollständige Verbreitungsgebiet.

Karte der dokumentierten Nachweise von Spinus magellanicus
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
29.952
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Verhalten und Lebensweise

Die meisten Populationen des Magellanzeisigs sind nicht eigentlich wandernd, sondern innerhalb ihres Verbreitungsgebiets stark nomadisch unterwegs. Sie folgen damit offenbar wechselnden Nahrungsangeboten, ohne feste saisonale Zugrouten einzuhalten.

Eine Ausnahme bildet die Unterart S. m. tucumanus, die ein komplexeres Zugmuster zeigt: Sie brütet in großer Höhe im Nordwesten Argentiniens und zieht im Winter in tiefere Lagen. Ein Teil der Population überwintert dort, während der größte Teil weiter nach Norden bis nach Bolivien zieht.

Als Baumbewohner (insessorial) hält sich die Art überwiegend in Gehölzen und auf Ästen auf, wo sie auch nach Nahrung sucht und ruht.

Kommunikation

Der Gesang des Magellanzeisigs wird typischerweise von einer offenen Sitzwarte aus vorgetragen, aber auch im Flug, und kann sich über lange Zeiträume erstrecken. Er besteht aus einer vielfältigen Reihe rascher, kurzer zwitschernder Laute, die mit wiederholten Phrasen durchsetzt sind; häufig singen mehrere Männchen gemeinsam im Chor.

Neben dem Gesang verfügt die Art über verschiedene Rufe, darunter einen leichten, trällernden Laut sowie einen langen, rollenden Trillerruf. Diese Lautäußerungen dienen vermutlich der Kontaktaufnahme zwischen Artgenossen und der Reviermarkierung.

Aufnahmen

Ernährung und Nahrung

Der Magellanzeisig ernährt sich vor allem von einer breiten Vielfalt an Samen, die den Kern seiner Nahrung bilden. Ergänzend nimmt er Knospen, Blätter, Blüten und Nektar sowie Früchte und kleine Gliederfüßer zu sich.

Bemerkenswert ist, dass die Art auch Sand aufnimmt, offenbar wegen seiner körnigen Beschaffenheit, die beim Zerkleinern der Nahrung hilft.

Außerhalb der Brutzeit sucht der Magellanzeisig häufig in Trupps von bis zu etwa 13 Individuen nach Nahrung. Diese Schwärme können gemischtartig sein und bis zu sieben verschiedene Vogelarten umfassen.

Nestbau und Brut

Die Brutzeit des Magellanzeisigs ist nicht vollständig erforscht, variiert aber deutlich je nach Region. In Peru erstreckt sie sich offenbar von Oktober bis Juni, in Argentinien dagegen von Oktober bis Februar.

Das Nest ist ein offener Napf aus dünnen Zweigen und Pflanzenfasern, die mit Spinnweben zusammengehalten und mit weicheren Pflanzenfasern, Würzelchen und Haaren ausgepolstert werden. Nester wurden in Bäumen und auf menschlichen Bauwerken in bis zu etwa 4 Metern Höhe gefunden.

Das Gelege umfasst drei bis vier blasse Eier mit wenigen kleinen dunkelbraunen Flecken. Die Inkubationszeit beträgt offenbar etwa 13 Tage, das Flüggewerden erfolgt rund 16 Tage nach dem Schlüpfen. Nur das Weibchen brütet, während beide Elternteile die Nestlinge versorgen.

Der Glanz-Kuhstärling (Molothrus bonariensis) tritt häufig als Nestparasit beim Magellanzeisig auf.

Schutz und Bedrohungen

Die IUCN stuft den Magellanzeisig als nicht gefährdet ein. Dies beruht vor allem auf seinem außergewöhnlich großen Verbreitungsgebiet; die genaue Bestandsgröße ist jedoch nicht bekannt und gilt als rückläufig. Unmittelbare Bedrohungen wurden nicht identifiziert.

Allerdings wird die Art, insbesondere in Argentinien, häufig illegal für den Heimtierhandel gefangen. Der Bestandsstatus unterscheidet sich stark je nach Land: In Venezuela gilt sie als selten, nomadisch und unberechenbar vorkommend, in Kolumbien als örtlich recht häufig, während sie in Ecuador als die mit Abstand zahlreichste Zeisigart gilt. In Brasilien ist sie in der südlichen Verbreitungshälfte häufig bis verbreitet, im Norden eher selten bis verbreitet. In Peru ist sie an den westlichen Andenhängen häufig, an den östlichen eher selten.

Nicht gefährdet

Wissenswertes

  1. Der Magellanzeisig gilt als der am weitesten verbreitete Vertreter der gesamten Gattung Spinus.
  2. Die Art wurde bereits 1805 von Louis Jean Pierre Vieillot wissenschaftlich beschrieben.
  3. Von der Art sind zahlreiche geografisch getrennte Unterarten bekannt, die sich in Farbnuancen und der Ausdehnung ihrer schwarzen Kopfzeichnung unterscheiden, von Kolumbien bis ins südliche Argentinien.

Fotos

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Ökologie und Klassifikation

Verhalten

  • Territorial
  • Sozial

Ernährung

  • Pflanzenfresser

Klassifikation

Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Fringillidae
Gattung
Spinus
Art
Spinus magellanicus

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Xeno-canto Audio recordings
  6. AVONET Bird mass, habitat, migration, diet and range size