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Heracleum maximum

Kein belegter Trivialname

Nicht gefährdet

Heracleum maximum ist die einzige in Nordamerika heimische Art der Gattung Heracleum und wird unter anderem als Indian celery oder Satan celery bezeichnet. Sie gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und wächst als großes, krautiges Staudengewächs über weite Teile Nordamerikas.

Die Art gilt nach IUCN als nicht gefährdet. Ihre Kombination aus beeindruckender Größe, vielfältiger ökologischer Bedeutung und langer Nutzungsgeschichte durch indigene Völker macht sie zu einer bemerkenswerten Pflanze des nordamerikanischen Kontinents.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal von Heracleum maximum ist die flache bis gewölbte Blütendolde aus kleinen weißen Blüten, die bis zu 30 Zentimeter breit werden kann. Die Pflanze selbst erreicht als mehrjährige Staude Wuchshöhen von bis zu 3 Metern.

Die Stängel sind hohl und dicht behaart, die Blätter sehr groß – bis zu 40 Zentimeter im Durchmesser – und in drei Lappen gegliedert. Die Blütezeit reicht von Februar bis September. Bei manchen Dolden sind die äußeren Blüten deutlich größer als die inneren. Die Samen messen 8 bis 12 Millimeter in der Länge und 5 bis 8 Millimeter in der Breite.

Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem nicht heimischen Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), der deutlich größer wird und typischerweise violette Flecken auf den Stängeln sowie schärfer gezähnte Blätter aufweist. Auch andere hohe, invasive Heracleum-Arten wie H. sosnowskyi und H. persicum sowie wilde Möhre, Wiesenkerbel, Schierling, wilder Pastinak und Arten der Gattung Angelica können ähnlich aussehen.

Verbreitung und Lebensraum

Heracleum maximum ist in Nordamerika heimisch und über fast den gesamten Kontinent verbreitet – von den Aleuten und Alaska im Nordwesten bis Neufundland im Osten, südlich bis Kalifornien, New Mexico, Kansas, Ohio und Georgia. Die Art wächst vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von etwa 2.700 Metern. In Kanada kommt sie in allen Provinzen und Territorien außer Nunavut vor, zudem findet sie sich in Sibirien, Ostasien und auf den Kurilen.

In Alaska ist die Pflanze besonders häufig und wächst dort oft gemeinsam mit dem Stachelbeerstrauch Devil's Club, der ihr in Größe und Erscheinung ähnelt, sowie mit dem stark giftigen Eisenhut. In Kentucky gilt die Art als gefährdet, in Tennessee als gefährdungsgefährdet.

Die Pflanze besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen: Wälder, Grasland, Gebüsch, alpine Zonen und Uferbereiche. Sie ist Bestandteil zahlreicher Waldgesellschaften, etwa in Weißtannen- und Engelmann-Fichten-Beständen des Intermountain West, in Zitterpappel-Gesellschaften mehrerer US-Bundesstaaten sowie in Uferhabitaten mit Weiden und Hartriegel.

Karte der dokumentierten Nachweise von Heracleum maximum
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
13.624
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Wachstum und Wuchsform

Heracleum maximum ist eine mehrjährige, krautige Staude, die wiederholt aus ihrem Wurzelstock austreibt. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 3 Metern und entwickelt dabei hohle, dicht behaarte Stängel und sehr große, dreilappige Blätter von bis zu 40 Zentimetern Durchmesser.

Ökologie und Wechselbeziehungen

Heracleum maximum spielt eine wichtige Rolle als Weidepflanze für Rinder, Schafe und Ziegen und ist zugleich ein bedeutender Nahrungsbestandteil für zahlreiche Wildtiere, insbesondere für Grizzly- und Schwarzbären. Die Blüten werden von einer Vielzahl von Insekten besucht, darunter Honigbienen, Schwebfliegen verschiedener Gattungen sowie Wildbienen wie Andrena- und Halictus-Arten.

Als Raupenfutterpflanze dient sie mehreren Schwalbenschwanzfaltern, darunter dem Schwarzen Schwalbenschwanz, dem Kurzschwänzigen Schwalbenschwanz, dem Schwalbenschwanz und dem Anis-Schwalbenschwanz, sowie verschiedenen Nachtfalterarten der Gattungen Eupithecia, Papaipema, Agonopterix und Depressaria.

Die Art ist Bestandteil vielfältiger Pflanzengesellschaften – von Nadelwäldern über Zitterpappelbestände bis zu Uferzonen entlang von Weidengebüsch – und wächst dort oft zusammen mit Arten wie Feuerkraut, Brennnessel und verschiedenen Beerensträuchern.

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Indigene Völker Nordamerikas nutzten Heracleum maximum seit langem als Nahrungsquelle: Die jungen, geschälten Stängel und Blattstiele wurden roh gegessen, während frühe europäische Siedler die Pflanze kochten. Geschmack und Textur erinnern an Sellerie, was den Namen „Indian celery“ erklärt. Um die Pflanze zu sammeln, legten manche Gruppen im Frühjahr Strecken von 80 Kilometern oder mehr zurück.

Neben der Nahrungsnutzung diente die Pflanze auch als Heilmittel: Mindestens sieben indigene Gruppen verwendeten sie zur Hautpflege, etwa als Umschlag gegen Blutergüsse, Wunden oder Schwellungen der Füße. Die getrockneten Stängel wurden als Trinkhalme für Ältere oder Kranke genutzt oder zu Flöten für Kinder verarbeitet. Aus den Blüten ließ sich ein Aufguss herstellen, der als Insektenschutz auf die Haut aufgetragen wurde, und aus den Wurzeln gewann man einen gelben Farbstoff. Die Haida orientierten sich an der Blütezeit der Pflanze, um zu wissen, wann Möweneier nicht mehr sicher zum Verzehr waren.

Wissenswertes

  1. Der Gattungsname Heracleum wurde 1753 von Carl von Linné vergeben und verweist auf den griechischen Helden Herakles – ein Hinweis auf die imposante Größe der Pflanzen dieser Gattung.
  2. In älteren, absterbenden Blättern wurden deutlich höhere Mengen des Furanocumarins Xanthotoxin gefunden als in jungen Blättern, die diesen Stoff gar nicht enthielten.
Nicht gefährdet

Fotos

Fotos von by Liam Steele via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., by Aden Sommerville via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Matt Berger via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Karen (with occasional help from Mike) via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Peter L Achuff via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Tatyana Petrenko via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Caleb Catto via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Daughter Dad via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by snowglobin via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Todd Huang via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Robyn Perkins via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by Rosario Douglas via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Wuchsform

  • Kraut

Klassifikation

Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Apiales
Familie
Apiaceae
Gattung
Heracleum
Art
Heracleum maximum

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits
  6. Plants of the World Online Native range, life form and climate (WCVP)
  7. GloBI What it eats, what eats it, parasites and pollinators
  8. Guzman et al. 2022