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Hypomyces lactifluorum

Kein belegter Trivialname

Der Schlauchpilz Hypomyces lactifluorum lebt als Parasit auf anderen Pilzen. Er befällt Milchlinge der Gattungen Lactarius und Lactifluus sowie Täublinge der Gattung Russula und überzieht sie vollständig mit einer leuchtend orangeroten Schicht.

Der Pilz gehört zur Familie der Hypocreaceae in der Ordnung Hypocreales innerhalb der Schlauchpilze (Ascomycota). Er wächst in Wäldern, vor allem in Nadelwäldern, und gilt als essbar.

Der Parasit steht an der Schnittstelle von Schmarotzertum und Speisepilz, und genau das macht ihn für Pilzkundige so interessant.

Fruchtkörper und Bestimmung

Das sicherste Erkennungsmerkmal ist die Farbe. Der Fruchtkörper ist rötlich orange und bedeckt seinen Wirt vollständig, sodass dieser nicht mehr zu erkennen ist. Mit dem Alter kann sich die Farbe von der gesamten Oberfläche und den Lamellen bis an den Rand des Pilzes ausbreiten.

Die Lamellen sind wellig, und der Sporenabdruck ist weiß. Befallen werden Milchlinge wie Lactarius und Lactifluus sowie Russula brevipes. In Nordamerika kommt auch Lactifluus piperatus als Wirt vor.

Ähnliche Arten sind Hypomyces cervinigenus, H. chrysospermus und H. luteovirens. Der Hut von Turbinellus floccosus hat eine ähnliche Farbe, seine Unterseite trägt jedoch feine Falten statt welliger Lamellen.

Verbreitung und Lebensraum

Der Pilz wächst in Waldgebieten, häufig in der Nähe von Russula brevipes oder Milchlingen in Nadelwäldern. In den USA ist er besonders unter Ponderosa-Kiefern im amerikanischen Südwesten und im pazifischen Nordwesten zu finden.

Je nach Standort tritt er einzeln, verstreut oder gesellig auf.

Die meisten Funde fallen in den Spätsommer, vor allem in den August, gefolgt von September und Juli. In den Wintermonaten sind sie deutlich seltener.

Karte der dokumentierten Nachweise von Hypomyces lactifluorum
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
5.278
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Nutzung und Kulturgeschichte

Der Pilz wird kommerziell vermarktet und ist gelegentlich im Lebensmittelhandel zu finden. In Oregon wurde er auf Märkten angeboten. Sein Aroma erinnert an Meeresfrüchte, die Konsistenz ist fest und dicht.

Eine Studie aus Quebec zeigte, dass sich in einem befallenen Russula brevipes überwiegend das Erbgut des Parasiten fand, kaum noch das des ursprünglichen Wirts. Der Parasit verändert zudem Art und Menge der Stoffwechselprodukte im Wirt, die Aussehen und Geschmack eines Pilzes bestimmen. Der scharfe Geschmack von Lactarius piperatus wird durch den Befall gemildert.

Über Hunderte Jahre des Verzehrs sind keine Vergiftungen bekannt.

Wissenswertes

  1. Der volkstümliche Name geht auf die leuchtend rote Farbe und die an Hummerschwänze erinnernde Form des Fruchtkörpers zurück.

Fotos

Fotos von via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., by Emerson via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Chline River via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Sharon Squazzo via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Aedan Rooney via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Andrew Lai via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Jeff via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Charlie Pavlisich via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Adam Kamal via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Norma Malinowski via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Tanner Barnharst via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by Joshua Ebright via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Lebensraum

Klassifikation

Stamm
Ascomycota
Klasse
Sordariomycetes
Ordnung
Hypocreales
Familie
Hypocreaceae
Gattung
Hypomyces
Art
Hypomyces lactifluorum

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract