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Trichoderma harzianum

Kein belegter Trivialname

Trichoderma harzianum ist ein Pilz, der in der Landwirtschaft gezielt als biologisches Fungizid eingesetzt wird – er bekämpft krankheitserregende Pilze bei Nutzpflanzen, statt selbst eine Bedrohung darzustellen.

Taxonomisch gehört die Art zur Familie der Hypocreaceae innerhalb der Ordnung Hypocreales im Stamm der Ascomycota. Über die reine Schädlingsbekämpfung hinaus wird der Pilz auch zur Herstellung von Enzymen genutzt, was ihn zu einem vielseitig genutzten Organismus in der Biotechnologie macht.

Fruchtkörper und Bestimmung

Trichoderma harzianum bildet keine klassischen, mit bloßem Auge gut erkennbaren Fruchtkörper, wie man sie von Großpilzen kennt. Die Bestimmung dieser Art stützt sich auf mikroskopische Merkmale der Konidienträger und Konidien sowie auf das Wachstumsbild der Kultur.

Auf Nährböden erscheint die Art typischerweise als watteartiger, zunächst weißlicher Belag, der mit zunehmender Reife eine grünliche Färbung annimmt. Diese Farbveränderung hängt mit der Bildung der Konidien zusammen, den ungeschlechtlichen Sporen, die in dichten Massen an den Spitzen verzweigter Konidienträger entstehen.

Eine sichere Artbestimmung innerhalb der Gattung Trichoderma ist allein anhand äußerer Merkmale kaum möglich, da sich viele Arten der Gattung makroskopisch sehr ähnlich sehen.

Verbreitung und Lebensraum

Beobachtungsdaten zeigen Trichoderma harzianum über das gesamte Jahr verteilt, wobei sich die Nachweise in den Monaten Juli bis September deutlich häufen. Diese Daten beruhen auf reinen Anwesenheitsmeldungen und lassen keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Häufigkeit oder das vollständige Verbreitungsgebiet der Art zu.

Da Vertreter der Gattung Trichoderma in nahezu allen Bodentypen vorkommen und oft zu den am häufigsten kultivierbaren Pilzen zählen, lässt der saisonale Schwerpunkt der Nachweise im Spätsommer eine erhöhte Nachweisbarkeit in dieser Zeit vermuten, ohne dass daraus eine engere ökologische Bindung abgeleitet werden kann.

Karte der dokumentierten Nachweise von Trichoderma harzianum
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
482
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Ökologie und Wechselbeziehungen

Trichoderma harzianum lebt bodenbürtig und zählt zu den am häufigsten kultivierbaren Pilzen in nahezu allen Bodenarten. Er besiedelt aktiv die Wurzeln von Pflanzen, wobei manche Stämme als rhizosphärenkompetent gelten – sie wachsen mit den Wurzeln mit, während diese sich entwickeln.

Als Gegenspieler anderer Pilze greift die Art Krankheitserreger an, parasitiert sie und gewinnt Nährstoffe aus ihnen. Dabei haben verschiedene Stämme vielfältige Mechanismen entwickelt, um andere Pilze anzugreifen und gleichzeitig das Wachstum von Pflanzen und Wurzeln zu fördern. Je nach Stamm wird nahezu jeder pflanzenpathogene Pilz, für den eine Kontrolle gesucht wurde, in unterschiedlichem Maße unterdrückt – gegen manche Erreger wirkt ein Stamm sehr wirksam, gegen andere kaum.

Trotz dieser nützlichen Eigenschaften gilt die Gattung Trichoderma zugleich als bedeutende Kontaminationsquelle und Ursache für Ernteverluste bei Pilzzüchtern, da sie auch Kulturpilze befällt.

Wissenswertes

  1. Trichoderma harzianum gilt als Nutzorganismus in der Landwirtschaft und wird unter anderem zur Synthese von Silber-Nanopartikeln eingesetzt.
  2. Die Art ist nicht dafür bekannt, für Menschen gesundheitsschädlich zu sein.
  3. Sie findet sich häufig auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und vermehrt sich dort ungeschlechtlich, also ohne die Verschmelzung von Geschlechtszellen.

Fotos

Fotos von via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., by Annie Weissman via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by Steven Bodzin via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Klassifikation

Stamm
Ascomycota
Klasse
Sordariomycetes
Ordnung
Hypocreales
Familie
Hypocreaceae
Gattung
Trichoderma
Art
Trichoderma harzianum

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. GloBI What it eats, what eats it, parasites and pollinators
  6. Wardeh et al. 2015 (EID2)