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Kaisergranat

Nephrops norvegicus

Nicht gefährdet

Der Kaisergranat (Nephrops norvegicus) ist der einzige heute noch lebende Vertreter seiner Gattung Nephrops, nachdem andere Arten in die nahe verwandte Gattung Metanephrops verschoben wurden. Die schlanke, korallenrote Art wird auch als Scampi, Langustine oder Dublin Bay Prawn bezeichnet, wobei die englische Bezeichnung in der deutschen Fachsprache kaum gebräuchlich ist.

Sie lebt im nordöstlichen Atlantik und in Teilen des Mittelmeers. In der Ostsee und im Schwarzen Meer fehlt sie. Die Internationale Union für Naturschutz (IUCN) stuft den Kaisergranat als nicht gefährdet ein.

Wer ihn verstehen will, muss seine Lebensweise kennen: Erwachsene Tiere verlassen ihre Baue erst bei Nacht, um sich von Würmern und Fischen zu ernähren.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das wichtigste Merkmal ist der schmale, hummerartige Körper mit sehr langen ersten Scheren, die Reihen von Stacheln tragen. Mit dem Körperbau ähnelt er einem Hummer, ist aber deutlich schlanker als die Arten der Gattung Homarus.

Der Kaisergranat ist blass orange gefärbt und erreicht typischerweise 18 bis 20 Zentimeter Länge einschließlich Scheren und Schwanz. Ausnahmsweise werden bis zu 25 Zentimeter erreicht. Der Panzer bedeckt den Vorderkörper, während das Hinterteil lang und gegliedert ist und in einem breiten Schwanzfächer endet.

An der Vorderseite trägt er ein langes, bestacheltes Rostrum. Das zweite Antennenpaar ist länger und dünner als das erste. Seine Augen sind nierenförmig.

Verbreitung und Lebensraum

Der Kaisergranat kommt im nordöstlichen Atlantik und in der Nordsee vor, nördlich bis Island und Nordnorwegen und südlich bis Portugal. Im Mittelmeer ist er verbreitet und in der nördlichen Adria häufig. Im Schwarzen Meer und in der Ostsee fehlt er.

Die Verbreitung ist stark gefleckt, weil die Art bestimmte Sedimente benötigt. Sie gliedert sich in über 30 Populationen, die durch ungeeignetes Gelände voneinander getrennt sind. Erwachsene Tiere wandern selten mehr als einige hundert Meter.

Die Vorkommensbeobachtungen verteilen sich ungleich über das Jahr. Der deutlichste Gipfel liegt im November, hohe Werte finden sich außerdem von Februar bis März sowie im August, September und Oktober. Von April bis Juni sind die Beobachtungen dagegen sehr gering.

Karte der dokumentierten Nachweise von Nephrops norvegicus
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
30.731
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Jagd und Ernährung

Der Kaisergranat jagt in der Dämmerung und bei schwachem Licht. Er unternimmt kurze Streifzüge vom Bau aus und hält sich dabei nicht lange außerhalb seines Unterschlupfs auf.

Zur Beute gehören Würmer und Fische. Er packt sie mit den Scheren und Laufbeinen, und die vorderen Laufbeine führen die Nahrung zum Mund, unterstützt von den Kieferfüßen.

Quallen spielen ebenfalls eine große Rolle in seiner Nahrung. Außerdem gilt der Kaisergranat als Aasfresser.

Bestand und ökologische Rolle

Erwachsene Kaisergranate bevorzugen schlammige Meeresböden mit mehr als 40 Prozent Schluff und Ton. Ihre Baue sind halbpermanent und unterscheiden sich in Form und Größe. Typisch sind Baue von 20 bis 30 Zentimetern Tiefe mit zwei Eingängen, die 50 bis 80 Zentimeter auseinanderliegen. Die Tiere verbringen den größten Teil ihrer Zeit im Bau oder direkt am Eingang und verlassen ihn nur zur Nahrungssuche oder zur Paarung.

Der bedeutendste Parasit ist ein Dinoflagellat der Gattung Hematodinium, der seit den 1980er Jahren in befischten Beständen epidemische Infektionen verursacht. Befallene Tiere zeigen einen undurchsichtigen, stark pigmentierten Panzer und eine milchig weiße Hämolymphe, und sie wirken wie sterbend. Weitere Parsiten sind der Gregarine Porospora nephropis, der Saugwurm Stichocotyle nephropis und der Borstenwurm Histriobdella homari.

Im Dezember 1995 wurde der Kommensale Symbion pandora an den Mundwerkzeugen des Kaisergranats entdeckt. Er war der erste Vertreter eines neuen Stammes, der Cycliophora. Simon Conway Morris bezeichnete den Fund als „das zoologische Highlight des Jahrzehnts“. Auf dem Panzer siedeln außerdem Seepocken wie Balanus crenatus, doch der Kaisergranat wird seltener von solchen Aufwuchsorganismen befallen als andere Zehnfußkrebse.

Wissenswertes

  1. Laut Seafish gehört der Kaisergranat in Großbritannien regelmäßig zu den drei wichtigsten Fischereiarten, gemessen an Menge und Wert.
  2. Große Bestände finden sich vor der schottischen Küste, besonders im Clyde und in schottischen Fjorden.
Nicht gefährdet

Fotos

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Ökologie und Klassifikation

Lebensraum

Ernährung

  • Fleischfresser

Verhalten

  • Nachtaktiv
  • Räuber
  • Grabend
  • Aasfresser

Klassifikation

Stamm
Arthropoda
Klasse
Malacostraca
Ordnung
Decapoda
Familie
Nephropidae
Gattung
Nephrops
Art
Nephrops norvegicus

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract