Seit ihrer vermutlichen Einschleppung nach Frankreich im Jahr 2004 hat sich die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) über große Teile des Landes und weiter über Europa ausgebreitet. Ursprünglich stammt sie aus Südostasien, wo sie in tropischen Regionen von Nordindien über China bis nach Vietnam und Malaysia vorkommt.
Die Art gehört zu den Faltenwespen innerhalb der Hautflügler. Außerhalb ihrer Heimat gilt sie als invasive Art, vor allem in Europa, wo sie Honigbienen und anderen Bestäubern zusetzt.
Identifikation und Erscheinungsbild
Das wichtigste Erkennungsmerkmal sind die gelben Tarsen, also die Beine. Sie unterscheiden die Asiatische Hornisse zuverlässig von anderen Hornissen.
Mit etwa 30 mm Körperlänge sind die Königinnen deutlich kleiner als die Europäische Hornisse. Männchen erreichen etwa 24 mm, Arbeiterinnen etwa 20 mm.
Der Brustabschnitt ist samtig braun bis schwarz, der Hinterleib braun. Jedes Hinterleibssegment trägt einen schmalen gelben Rand am hinteren Ende, nur das vierte Segment ist orange. Der Kopf ist schwarz, das Gesicht gelb.
Die Färbung regionaler Formen variiert so stark, dass die Einordnung schwierig ist. Frühere Unterarten gelten heute nur noch als informelle Bezeichnungen für regionale Farbformen.
Verbreitung und Lebensraum
Die Asiatische Hornisse stammt aus Südostasien, insbesondere aus den tropischen Regionen Nordindiens, Pakistans, Afghanistans, Bhutans, Chinas, Taiwans, Burmas, Thailands, Laos', Vietnams und Malaysias sowie aus den umliegenden Inselgruppen.
In Frankreich wurde die Art vermutlich 2004 mit Keramiklieferungen aus China eingeschleppt. Bis Ende 2015 war sie über den größten Teil des Landes verbreitet. In Nordspanien wurden 2010 erste Brutkolonien gefunden, in Portugal 2011 erste Nachweise erbracht.
In Italien zeigte sich die Art 2012 in Ligurien und hat sich inzwischen in den nordwestlichen Regionen fest etabliert. In Deutschland wurde sie erstmals 2014 gesichtet. Nach einer Reihe warmer und trockener Sommer hat sich der Bestand zwischen 2021 und 2022 verdreifacht.
Auch im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden, der Schweiz, Tschechien, Ungarn und Irland sind inzwischen Nester aufgetreten. In den Vereinigten Staaten wurde im August 2023 bei Savannah im Bundesstaat Georgia erstmals ein lebendes Exemplar gefunden.

Jagd und Ernährung
Die Asiatische Hornisse ist eine Jägerin, die vor allem andere Insekten erbeutet. Ihre Nahrung besteht zum größten Teil aus Fliegen, daneben aus anderen Hautflüglern.
Zu den häufigsten Beutetieren gehören Schmeißfliegen wie Calliphora vicina, Calliphora vomitoria und Chrysomya albiceps sowie Schwebfliegen der Gattung Chrysotoxum und weitere Arten wie Cheilosia latifrons und Chalcosyrphus nemorum.
Neben den Fliegen stehen Schmetterlinge, Käfer, Schaben, Wanzen und Spinnen auf dem Speiseplan, jedoch deutlich seltener. Auch Pflanzen der Ordnung Rosales werden genannt, allerdings als Nebenbestandteil.
Schutz und Bedrohungen
In Europa steht die Asiatische Hornisse seit 2016 auf der Liste der invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung. Damit ist es in der Europäischen Union verboten, sie absichtlich einzuführen, zu halten, zu züchten, zu transportieren, zu verkaufen oder freizulassen.
Die größte Gefahr für Bestäuber geht von der Jagd auf Insekten und der Ausbreitung der Art aus. Honigbienen gelten als besonders betroffen. Für Menschen ist die Art gefährlich: Die Hornissen greifen in Gruppen an, sobald sie ihr Nest bedroht sehen. Nach mehrfachen Stichen mussten Menschen in Frankreich ins Krankenhaus, in Galicien starb 2017 ein Mann nach mehr als 20 Stichen beim Baumschnitt.
Die Bekämpfung konzentriert sich darauf, Nester zu finden und zu zerstören. Dazu werden Lockfallen mit Futter aufgestellt, um Flugrichtung und Flugzeit der Tiere zu erfassen. Kleine GPS-Sender an Tieren und KI-gestützte Kameras helfen, den Standort des Nests einzugrenzen.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Verhalten
- Räuber
Ernährung
- Insektenfresser
Klassifikation
- Stamm
- Arthropoda
- Klasse
- Insecta
- Ordnung
- Hymenoptera
- Familie
- Vespidae
- Gattung
- Vespa
- Art
- Vespa velutina
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract
- GloBI What it eats, what eats it, parasites and pollinators
- trophiCH
- DoPI
- EuPPollNet



