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Atta cephalotes

Atta cephalotes

Kein belegter Trivialname

Eine rötlich-braune Blattschneiderameise mit kräftigen Mandibeln trägt ein Blattstück über dem KopfFoto: Ricard Busquets Reverte, CC BY

Auf einen Blick

Bekannt für
WaldTerritorialSozial
Klassifikation
Stamm
Arthropoda
Klasse
Insecta
Ordnung
Hymenoptera
Familie
Formicidae
Gattung
Atta
Art
Atta cephalotes

Eine einzige Kolonie von Atta cephalotes kann bis zu fünf Millionen Individuen umfassen – angeführt von nur einer einzigen Königin, die mehr als 20 Jahre alt werden kann.

Atta cephalotes ist eine Blattschneiderameise aus der Familie der Formicidae und gehört zur Ameisentribus Attini, den sogenannten pilzzüchtenden Ameisen. Die Art lebt in neotropischen Wäldern und ist über weite Teile Mittel- und Südamerikas verbreitet.

Besonders bemerkenswert ist die strenge Arbeitsteilung innerhalb der Kolonie, das sogenannte "Task Partitioning": Verschiedene Kasten – Minims, Medias und Majors – übernehmen klar getrennte Aufgaben und machen die Art zu einem der komplexesten Beispiele sozialer Organisation im Insektenreich.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Erkennungsmerkmal von Atta cephalotes ist nicht ein einzelnes Individuum, sondern die deutliche Größenvielfalt innerhalb einer einzigen Kolonie. Die Art bildet ein ausgeprägtes Kastensystem aus Minims, Medias und Majors, wobei jede Kaste eine eigene Körpergröße und Kopfform besitzt, die zu ihrer jeweiligen Aufgabe passt.

Minims sind die kleinsten Tiere und für feine Arbeiten im Nest zuständig, während Majors mit ihren kräftigeren Köpfen und Mandibeln für Verteidigungsaufgaben ausgelegt sind. Medias liegen in der Größe dazwischen und sind auf das Schneiden und Tragen von Blattmaterial spezialisiert.

Genaue Maßangaben zur Körperlänge oder Färbung liegen nicht vor, doch die Existenz mehrerer klar unterscheidbarer Größenklassen innerhalb derselben Art gilt als eines der charakteristischsten Merkmale von Atta cephalotes gegenüber vielen anderen Ameisenarten mit einheitlicherer Arbeiterinnengröße.

Verbreitung und Lebensraum

Atta cephalotes ist weit über die neotropische Region verbreitet, von Mexiko bis Bolivien, mit isolierten Vorkommen im brasilianischen Amazonasgebiet und im Nordosten Brasiliens.

Auf dem Waldboden des Regenwaldes beanspruchen die Kolonien typischerweise eine Fläche von rund 200 Quadratmetern. Die Nester reichen bis zu 7 Meter in die Tiefe und sind so ausgerichtet, dass eine Brise den Bau durchströmen und gefährlich hohe CO2-Konzentrationen abführen kann, die durch den von den Ameisen kultivierten Pilz entstehen.

Die monatlichen Beobachtungszahlen zeigen ein deutliches Muster: Die höchsten Werte fallen auf die ersten drei Monate des Jahres, mit einem Höhepunkt im März, während die Zahlen zur zweiten Jahreshälfte hin auf weniger als die Hälfte absinken. Da es sich dabei um reine Beobachtungsdaten und nicht um Bestandszahlen handelt, lässt sich daraus vorsichtig auf eine saisonal unterschiedliche Sichtbarkeit oder Aktivität schließen, nicht aber auf die tatsächliche Populationsgröße.

Karte der dokumentierten Nachweise von Atta cephalotes
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
1.099
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Verhalten und Lebensweise

Das Leben in einer Kolonie von Atta cephalotes folgt einer strikten Arbeitsteilung nach Kasten. Minims arbeiten im Nestinneren, graben Gänge, pflegen die Pilzgärten und versorgen die Brut; zusätzlich reiten sie auf dem Rücken größerer Arbeiterinnen, um diese vor parasitären Buckelfliegen zu schützen, die ihre Eier in die Köpfe der Blattschneiderameisen legen.

Medias übernehmen die Ernte: Sie schneiden Blattstücke und tragen sie zurück ins Nest, wo diese als Grundlage für die Pilzzucht dienen. Majors sind fast ausschließlich mit der Verteidigung der Erntepfade gegen andere Insekten beschäftigt und setzen dabei ihre kräftigeren Mandibeln ein.

Beim Auffinden von Nahrungsquellen legen die Ameisen Pheromonspuren, die anderen Arbeiterinnen den Weg zurück zum Nest weisen und so die Effizienz der Sammeltrupps sichern.

Eine besonders auffällige soziale Regel betrifft ältere Arbeiterinnen, die die Müllhalde der Kolonie verwalten: Sie werden aus dem übrigen Nestleben ausgeschlossen, und wandern sie versehentlich zurück, werden sie von Artgenossinnen getötet oder zurückgedrängt. Diese Müllarbeiterinnen sind häufig mit Krankheitserregern und Toxinen belastet und leben im Schnitt nur halb so lange wie ihre übrigen Kolonieschwestern.

Wissenswertes

  1. An einem Studienstandort in Costa Rica griff Atta cephalotes nur 17 von 332 verfügbaren Pflanzenarten an und bevorzugte dabei verholzte gegenüber krautigen Arten sowie eingeführte gegenüber einheimischen Pflanzen.
  2. Die meisten Arbeiterinnen besitzen zwar rückgebildete, funktionslose Eierstöcke, doch einige Tiere, die vor allem die Königin pflegen, können sogenannte Trophie-Eier legen, die der Königin als Nahrung dienen.
  3. Bislang ist kein Fall bekannt, in dem sich aus einem Arbeiterinnen-Ei von Atta cephalotes ein Männchen entwickelt hätte.

Ökologie

Lebensraum

  • Wald

Verhalten

  • Territorial
  • Sozial

Fotos

20 Fotos
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Eine rötlich-braune Blattschneiderameise mit kräftigen Mandibeln trägt ein Blattstück über dem KopfFoto: Ricard Busquets Reverte, CC BY

QuellenGBIFiNaturalistWikidataWikipedia