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Langlebige Kiefer

Pinus longaeva

Nicht gefährdet

Einzelne Exemplare der Langlebigen Kiefer (Pinus longaeva) können bis zu 4.000 Jahre alt werden. Die Art gehört zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) und wächst in den höheren Gebirgen Kaliforniens, Nevadas und Utahs.

Die IUCN stuft die Langlebige Kiefer als nicht gefährdet ein. Seit 1987 zählt der Baum zu den Staatsbäumen Nevadas.

Wer sich für Bäume interessiert, die über Jahrtausende hinweg wachsen, findet in dieser Art ein seltenes Beispiel für extreme Langlebigkeit unter rauen Bedingungen.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das sicherste Erkennungsmerkmal sind die Nadeln, die zu fünft in Büscheln stehen. Sie sind 2,5 bis 4 cm lang, tief- bis blaugrün auf der Außenseite und zeigen auf der Innenseite ein helles weißes Band mit den Spaltöffnungen. Einzelne Nadeln können bis zu 45 Jahre grün bleiben, und die Zweige wirken durch die grünen Nadeln wie Flaschenbürsten.

Die Bäume erreichen meist 5 bis 15 m Höhe, und ihr Stammdurchmesser beträgt bis zu 2,5 bis 3,6 m. Die Rinde ist leuchtend orangegelb, dünn und an der Stammbasis schuppig. Bei alten Exemplaren ist sie rötlich-braun mit tiefen Furchen.

Alte Bäume wirken knorrig und verkrüppelt, besonders in großer Höhe. Bei sehr alten Exemplaren verbindet oft nur ein schmaler Streifen lebenden Gewebes die Wurzeln mit wenigen lebenden Ästen.

Die Zapfen sind eiförmig-zylindrisch, 5 bis 10 cm lang und zunächst grün oder violett. Nach 16 Monaten reifen sie orangebraun heran und öffnen sich auf 4 bis 6 cm Breite. Ihre Schuppen tragen dünne, bürstenartige Stacheln von 2 bis 5 mm Länge. Der Name Borstenkiefer verweist auf die dunkelvioletten weiblichen Zapfen mit nach innen gebogenen Stacheln. Von der Borstenkiefer der Rocky Mountains unterscheidet sie sich, weil ihre Nadeln immer zwei durchgehende Harzkanäle besitzen und die weißen Harzflecken fehlen. Von der Fuchsschwanz-Kiefer trennen sie Zapfenstacheln von über 2 mm Länge und eine gerundete statt kegelige Zapfenbasis.

Verbreitung und Lebensraum

Die Langlebige Kiefer kommt in Utah, Nevada und im östlichen Kalifornien vor. In Kalifornien beschränkt sie sich auf die White Mountains, die Inyo Mountains und die Panamint Range in den Bezirken Mono und Inyo. In Nevada reicht ihr Verbreitungsgebiet von den Spring Mountains bei Las Vegas bis zu den Ruby Mountains im Norden, in Utah bis zum South Tent in der Wasatch Range.

Die Art wächst zwischen 1.700 und 3.400 m Höhe in subalpinen und alpinen Lagen. In Kalifornien reicht die Spanne von 2.200 bis 3.700 m, in Nevada von 2.400 bis 3.300 m. Die Bestände bilden oft offene Wälder mit Kronendeckungen von nur 15 bis 50 Prozent. Oberhalb der Baumgrenze schließen sich Polsterpflanzen und nackter Fels an, unterhalb davon folgen Salbeisteppen. In tieferen Lagen wächst sie gemeinsam mit der Grannenkiefer, im Osten Nevadas und in Utah zudem mit Engelmann-Fichten, Subalpinen Tannen und Espen.

Das Klima ist arid, mit kalten Wintern und trockenen Sommern. Der Jahresniederschlag liegt bei etwa 300 mm, wovon nur rund 64 mm in die Vegetationszeit fallen. Im Juli und August liegt die mittlere Temperatur bei etwa 10 °C, und von November bis April liegen die Monatsmittel unter dem Gefrierpunkt. Die Bäume stehen meist auf steilen, exponierten Hängen und Graten mit Süd- und Westausrichtung. Sie bevorzugen dünne, steinige Böden aus Kalkstein oder Dolomit. Auf dolomitischen Böden in den White Mountains bilden sie oft die dominante Art, wo nur wenige andere Pflanzen wachsen.

Die meisten Beobachtungen stammen aus Juni und Juli.

Karte der dokumentierten Nachweise von Pinus longaeva
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
1.253
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Ökologie und Wechselbeziehungen

Die Art reagiert sehr empfindlich auf Feuer. Schon Brände mit geringer Intensität schädigen sie, und ein Kronenfeuer tötet den Baum fast sicher. Trotzdem gilt sie als widerstandsfähig, weil sich Bestände nach einem Brand rasch wieder ansiedeln. Großflächige Brände sind in ihrem Verbreitungsgebiet selten. In den höchsten Lagen wächst sie auf Kalksteinfelsen, die kaum Brennmaterial bieten. Wärmere Temperaturen könnten die Brandsaison verlängern und Brände in tieferen, dichteren Beständen häufiger machen. Der Carpenter-1-Brand im Süden Nevadas im Juli 2013 und der Phillips-Brand im Great-Basin-Nationalpark im September 2000 begannen in tiefer gelegenen Brennstoffen und zogen mit extremen Wetterbedingungen durch die Kronen.

Der Clarktannenhäher verbreitet vermutlich die Samen der Art. Die Vögel legen Nahrungsvorräte im Boden an, und einige dieser Samen werden nie wieder geholt und keimen aus. Die mehrstämmigen Exemplare in Gebieten mit Clarktannenhähern sprechen dafür, dass die Vögel an der Verbreitung beteiligt sind. Die meisten Samen fliegen jedoch mit dem Wind.

Als Pionierart besiedelt die Langlebige Kiefer neue, offene Flächen schnell. Auf guten Böden ist sie jedoch eine schwache Konkurrentin und setzt sich nur auf rauen Standorten durch. Dort hat sie kaum Konkurrenz und prägt die Vegetation auf dolomitischen Böden stark.

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Für viele Stämme gilt die Langlebige Kiefer als heiliger Baum, und ihr Vorkommen ist oft mit spiritueller und kultureller Bedeutung verbunden.

Kiefern sind in vielen Kulturen als Symbol für Unsterblichkeit, Standhaftigkeit und Widerstandskraft verankert. Das wird vermutlich auf ihre Anpassung an harte Umgebungen zurückgeführt.

In den Schutzgebieten, etwa dem Ancient Bristlecone Pine Forest in den White Mountains Kaliforniens und dem Great-Basin-Nationalpark in Nevada, ist das Abholzen und Sammeln von Holz verboten.

Wissenswertes

  1. Die Zwergsorte ‚Cherry Lady‘ wurde 2006 bei einer Reise in die USA von Franz Etzelstorfer und Jörg Kohout als Hexenbesen entdeckt.
  2. Im Altertum wurde die Kiefer mit Königtum verbunden, und die griechische Göttin Pitthea galt als ihre Vertraute.
  3. Die Kiefer galt zudem als Fruchtbarkeitssymbol und wurde mit dem Mythos um Dionysos und Bacchus verknüpft, der mit Weinanbau verbunden ist.
Nicht gefährdet

Fotos

Fotos von by Indio Brown via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Adam Kamal via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Andrew Dudley via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Nelson Balcar via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Trevor Van Loon via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Brooke Smith via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Kenzie Anderson-Bell via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Parker James Lloyd via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Jennifer Styrsky via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Zach Earl via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Dee Shea Himes via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Melanie J. Davis via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by Sam Eberhard via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Wuchsform

  • Baum

Klassifikation

Stamm
Tracheophyta
Klasse
Pinopsida
Ordnung
Pinales
Familie
Pinaceae
Gattung
Pinus
Art
Pinus longaeva

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits