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Pinus torreyana

Kein belegter Trivialname

Vom Aussterben bedroht

Mit weniger als 4.500 Individuen weltweit gilt Pinus torreyana als die seltenste Kiefernart Nordamerikas. Sie wächst als knorriger, offen verzweigter Baum ausschließlich an der Küste San Diegos in Kalifornien sowie in zwei Hainen auf Santa Rosa Island vor der Küste Santa Barbaras und in Pacific Grove in Monterey County.

Als von der IUCN als vom Aussterben bedroht eingestufte Art ist sie sowohl botanisch als auch kulturell von Bedeutung – als lokales Symbol San Diegos und als Zeugnis dafür, wie eine Pflanzenart unter extremen Bedingungen überleben kann.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal der Torrey-Kiefer sind ihre langen Nadeln, die in Büscheln zu je fünf Stück – sogenannten Fasikeln – zusammenstehen und 25 bis 30 Zentimeter lang werden. In der Wildform erreicht der Baum eine Höhe von 8 bis 17 Metern und bildet eine breite, offene Krone.

Die Zapfen sind stämmig und schwer, typischerweise 8 bis 15 Zentimeter lang und ebenso breit. Sie enthalten große, hartschalige, aber essbare Pinienkerne. Wie bei allen Kiefern erscheinen die Blütenstände als kleine, kegelartige Strukturen: männliche Strobili wirken wie gelbe Knospen, weibliche wie kleine rote Zapfen.

Manche Bäume entwickeln sogenannte Hexenbesen – ungewöhnlich dichte, nestartige Nadelbüschel, die durch Krankheiten oder andere Ursachen verursacht werden.

Es werden zwei Unterarten beziehungsweise Varietäten unterschieden, die sich unter anderem im Terpenoidprofil (etwa Beta-Phellandren, Limonen und Cineol) unterscheiden sollen.

Verbreitung und Lebensraum

Pinus torreyana kommt nur in einem schmalen Streifen entlang der Küste San Diegos vor, ergänzt durch die Varietät Pinus torreyana var. insularis in zwei Hainen auf Santa Rosa Island sowie durch alte, mächtige Einzelbäume bei Pacific Grove an der Küste Montereys.

Der Baum wächst in offenen, flachen, humusarmen Sandböden auf Hügelkämmen, Hängen und in Schluchten, aber auch in Küstenhöhen, Canyons und auf Mesas, meist in Höhenlagen zwischen 60 und 150 Metern. Das Klima ist maritim, mit geringem Winterregen und häufigem Nebel, der offenbar gerade genug zusätzliche Feuchtigkeit liefert, um das Überleben in dieser halbtrockenen Zone mit weniger als 15 Zoll Jahresniederschlag zu ermöglichen.

Der Torrey-Kiefernwald ist der einzige Küstenkiefernwald Südkaliforniens. Er geht in Küstensalbeigebüsch, Chaparral, Dünenvegetation und Küstensalzmarsch über. Auf Santa Rosa Island bildet die Art ein eigenes Torrey-Kiefern-Waldland, das von reinen Beständen bis zu offeneren, mit kalifornischer Kermeseiche durchmischten Formationen reicht.

Karte der dokumentierten Nachweise von Pinus torreyana
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
467
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Ökologie und Wechselbeziehungen

Die Torrey-Kiefer hat sich an einen kargen Lebensraum mit nährstoffarmen Böden und wenig Feuchtigkeit angepasst. Ihr Wurzelsystem ist außergewöhnlich ausgedehnt: Schon ein winziger Sämling treibt seine Pfahlwurzel rasch 60 Zentimeter in die Tiefe, während ausgewachsene Bäume Wurzeln bis zu 75 Meter weit ausbreiten können. Küstenwinde formen exponierte Bäume oft zu skulpturalen, bonsaiartigen Gestalten, die selten über 12 Meter hoch werden.

Die Samen werden von Vögeln und Nagetieren gefressen. Zwar besitzen sie wie bei den meisten Kiefern einen Flügel, doch dieser ist bei der Torrey-Kiefer papierartig, bricht leicht ab und ist funktionslos – der Baum ist deshalb vollständig auf Tiere zur Samenverbreitung angewiesen. Auf dem Festland spielt der Kalifornische Buschhäher die wichtigste Rolle bei dieser Verbreitung; er und möglicherweise auch Eichhörnchen tragen dazu bei, dass sich die Art von Gärten aus in benachbarte Parkanlagen San Diegos ausbreitet.

Die Raupen der Nachtfalterart Gloveria arizonensis wurden nachweislich als Nahrungsgäste an wilden Torrey-Kiefern beobachtet. Kälteeinwirkung auf feuchte Samen (Stratifikation) fördert zudem deren Keimung.

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Trotz ihres bedrohten Status in der Wildnis wird die Torrey-Kiefer häufig als Zierbaum in San Diego, im küstennahen und landeinwärts gelegenen Südkalifornien sowie sogar im Central Valley gepflanzt. Ein in den 1940er oder 1950er Jahren in einem Vorort San Diegos gepflanzter Baum wuchs zu beachtlicher Größe heran und erreichte 33 Meter Höhe; in Kultur kann die Art laut manchen Quellen sogar bis zu 45 Meter hoch werden. Mindestens zehn kalifornische Pflanzenschulen führten die Art 2020 im Sortiment.

Auch außerhalb Kaliforniens wurde die Torrey-Kiefer als mögliche Forstplantagenart erwogen, etwa in Australien, Neuseeland und Kenia.

In San Diego County gilt der Baum als lokales Wahrzeichen. Er gibt zahlreichen Orten und Einrichtungen seinen Namen, darunter dem Torrey Pines State Natural Reserve, dem Torrey Pines State Beach, dem Torrey Pines Golf Course und der Torrey Pines High School, sowie diversen Straßen, Parks und Unternehmen.

Schutz und Bedrohungen

Die Torrey-Kiefer ist von der IUCN als vom Aussterben bedroht eingestuft. Ihr Gesamtbestand wird sehr unterschiedlich geschätzt: In den 1970er-Jahren ging man von rund 9.000 Individuen im Torrey Pines State Natural Reserve und auf Santa Rosa Island aus, doch viele dieser Bäume starben seither durch Waldbrände, Trockenheit und wiederholte Befälle durch Rindenkäfer sowie durch Belastung durch Luftverschmutzung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts überlebten nur rund hundert Bäume. Die California Native Plant Society schätzte den Bestand 2016 auf etwa 3.000 Individuen, während Aljos Farjon ihn 2011 für die IUCN-Bewertung auf 4.500 Individuen bezifferte und einen langsamen Rückgang feststellte, besonders bei den nicht im Reserve stehenden Bäumen auf dem Festland.

Eine akute Bedrohung stellte ein am 15. Mai 2026 auf Santa Rosa Island ausgebrochenes Feuer dar, das sich dem dortigen Hain zu nähern drohte.

In Del Mar, nahe dem natürlichen Lebensraum der Art, schützt eine städtische Baumverordnung die Torrey-Kiefer; Bau- und Rodungsvorhaben erfordern dort eine Genehmigung.

Vom Aussterben bedroht

Wissenswertes

  1. In Oligozän und Miozän reichte die Verbreitung der Vorfahren der Torrey-Kiefer vermutlich weit nach Norden bis in den heutigen US-Bundesstaat Oregon.
  2. Gemessen an der Zahl wildlebender Individuen und der geringen Fläche ihrer natürlichen Bestände gilt die Torrey-Kiefer als die seltenste Kiefernart Nordamerikas.
  3. Die Pinienkerne der Torrey-Kiefer waren einst eine wichtige Nahrungsquelle für die indigenen Völker der Kumeyaay und Chumash.

Fotos

Fotos von via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., by Bruce Slater via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Matt Berger via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Gavin Skeen via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Konshau Duman via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by Skyler K via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Klassifikation

Stamm
Tracheophyta
Klasse
Pinopsida
Ordnung
Pinales
Familie
Pinaceae
Gattung
Pinus
Art
Pinus torreyana

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits