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Mohrenibis

Phimosus infuscatus

Nicht gefährdet

Mit seinem nackten, rötlichen Gesicht und dem langen, bogenförmigen Schnabel hebt sich der Mohrenibis deutlich von vielen seiner Verwandten ab. Er gehört zur Familie der Ibisse (Threskiornithidae) und ist der einzige Vertreter der Gattung Phimosus. Verbreitet ist er in weiten Teilen Südamerikas, von Venezuela und Kolumbien im Norden bis nach Argentinien im Süden, wo er Feuchtgebiete, Sümpfe und überflutete Wiesen bewohnt. Nach Einschätzung der IUCN gilt die Art als nicht gefährdet.

Trotz seiner weiten Verbreitung und seines unauffälligen Erscheinens lohnt sich ein genauerer Blick auf diesen geselligen Vogel, der kaum je allein unterwegs ist und oft in engster Nachbarschaft mit Artgenossen lebt.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal des Mohrenibis ist die nackte, rötliche Gesichtshaut, die ihm seinen Namen verleiht – kein anderer Teil seines Körpers zeigt diese Hautfarbe so deutlich. Mit einer Gesamtlänge von 45 bis 50 Zentimetern und einem Gewicht von rund zählt er zu den kleineren Ibissen.

Sein Gefieder ist dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt, ohne auffällige Muster oder Kontraste. Der lange, nach unten gebogene Schnabel ist rosa bis rötlich-braun gefärbt und bildet zusammen mit den pinkfarbenen Beinen einen deutlichen Farbkontrast zum dunklen Körpergefieder.

Männchen besitzen einen relativ zur Körpergröße größeren Schnabel als Weibchen, wobei dieser Unterschied im Vergleich zu anderen Ibisarten eher gering ausfällt – ein Hinweis darauf, dass die geschlechtliche Selektion bei dieser Art weniger intensiv wirkt.

Verbreitung und Lebensraum

Der Mohrenibis bewohnt ein weites Gebiet in Südamerika, das sich über Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Paraguay, Suriname, Uruguay und Venezuela erstreckt – mit einer geschätzten Gesamtverbreitung von rund . In Venezuela und Kolumbien wurden Nachweise dokumentiert, die über dem Meeresniveau liegen, während die Art sonst meist in Tieflandgebieten nahe der Küste vorkommt.

Als Lebensraum bevorzugt er offene, feuchte Landschaften wie nasse Wiesen, Savannen, Sümpfe und auch Reisfelder. Diese Habitate bieten ihm sowohl Nahrung als auch geschützte Rückzugsorte in der Vegetation am Rand der Gewässer.

Beobachtungsdaten zeigen über das Jahr hinweg Schwankungen in der Anzahl der Sichtungen, mit einem spürbaren Anstieg im Mai und Oktober – diese Muster spiegeln jedoch lediglich die Häufigkeit von Beobachtungen wider, nicht die tatsächliche Bestandsgröße oder das vollständige Verbreitungsgebiet der Art.

Karte der dokumentierten Nachweise von Phimosus infuscatus
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
36.023
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Verhalten und Lebensweise

Der Mohrenibis lebt gesellig und wird nur selten allein angetroffen. Typischerweise schließt er sich großen Schwärmen seiner eigenen Art an, oft gemeinsam mit anderen Ibisarten oder sogar in der Nähe von Haustieren. Die Nachbarschaft zwischen einzelnen Gruppen ist auffallend eng – oft liegen die Nistplätze nur rund 100 Meter voneinander entfernt.

Aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen ist selten und beschränkt sich meist auf gelegentlichen Futterdiebstahl von anderen Ibissen oder Tieren. Auch im Nestbereich zeigt sich die Art weniger aggressiv als andere Ibisarten, was zu den engen Nistabständen passt.

Die Art gilt als teilweise wandernd und lebt überwiegend am Boden beziehungsweise in Bodennähe. Interessant ist, dass der Mohrenibis gelegentlich Nester mit anderen Vogelarten teilt – ein Verhalten, das die insgesamt geringe Territorialität dieser Ibisart unterstreicht.

Jagd und Ernährung

Der Mohrenibis erbeutet seine Nahrung, indem er systematisch den Boden und die Uferzonen stehender Gewässer mit seinem langen, gebogenen Schnabel durchsucht. Dabei stößt er in feuchten Boden und Schlamm, um verborgene Beutetiere aufzuspüren.

Zu seiner Beute zählen vor allem Insekten, Würmer, Muscheln und andere kleine wirbellose Tiere, die er aus dem Erdreich oder der Wasserlinie herauspickt. Als aquatischer Jäger ist er auf feuchte, nahrungsreiche Lebensräume angewiesen, in denen sich solche Kleintiere konzentrieren.

Nestbau und Brut

Die Brutzeit des Mohrenibis erstreckt sich von August bis Dezember, während der die Vögel in kleinen Kolonien gemeinsam mit Artgenossen nisten. Die Nester werden als Plattformen in Bäumen oder Sträuchern errichtet.

Ein Gelege umfasst zwischen 1 und 8 Eiern, die eine helle grün-blaue Färbung aufweisen. Die Inkubationszeit beträgt 21 bis 23 Tage, wobei sich beide Elternteile – Männchen und Weibchen – gemeinsam um das Ausbrüten kümmern.

Diese geteilte elterliche Fürsorge passt zum insgesamt wenig aggressiven und kooperativen Sozialverhalten der Art, die auch beim Nestbau selten Konflikte mit Nachbarn austrägt.

Wissenswertes

  1. Der Mohrenibis ist der einzige Vertreter der Gattung Phimosus und damit taxonomisch einzigartig innerhalb der Ibisfamilie.
  2. In freier Wildbahn oder Gefangenschaft wurde für die Art eine maximale Lebensspanne von bis zu dokumentiert – ein für einen mittelgroßen Watvogel beachtliches Alter.
  3. Er trägt im Spanischen den Namen Ibis afaitáu, was auf sein charakteristisches, unbefiedertes Gesicht hinweist.
Nicht gefährdet

Fotos

Fotos von via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., by Amber M. King via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Josh Noseworthy via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by William Stephens via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by PampaSorro via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Nicolas Olejnik via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Roger A. Morales-Flores via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by avocat via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by Joaquín Krasuk via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Ernährung

  • Fleischfresser

Verhalten

  • Räuber
  • Sozial
  • Zugvogel

Klassifikation

Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Pelecaniformes
Familie
Threskiornithidae
Gattung
Phimosus
Art
Phimosus infuscatus

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. AnAge Longevity
  6. AVONET Bird mass, habitat, migration, diet and range size