Der Nelken-Schwindling (Marasmius oreades) ist vor allem für sein auffälliges Wachstumsmuster bekannt: Er bildet die charakteristischen „Hexenringe“ in Rasenflächen, bei denen das Gras im Ring dunkler und üppiger wächst.
Der Pilz gehört zur Familie der Marasmiaceae innerhalb der Ordnung Agaricales und ist sowohl in Nordamerika als auch in Europa heimisch. Obwohl er selbst als guter Speisepilz gilt, ähnelt er einigen giftigen Arten, was bei der Bestimmung besondere Vorsicht erfordert.
Fruchtkörper und Bestimmung
Das zuverlässigste Merkmal des Nelken-Schwindlings ist sein Verhalten beim Austrocknen: Der Hut, der zunächst glockenförmig mit leicht eingerolltem Rand erscheint und später breit gewölbt wird, verändert seine Farbe beim Trocknen deutlich. Er misst 1 bis 5 Zentimeter im Durchmesser, ist trocken, glatt, blass lohfarben bis beige, gelegentlich weiß oder rötlich-lohfarben, und behält meist einen leichten zentralen Buckel. Der Rand kann fein gerieft sein.
Der nackte, blasse und zähe Stiel wird etwa 2 bis 6 Zentimeter hoch und 2 bis 6 Millimeter dick. Die Lamellen sind entweder am Stiel angewachsen oder frei, recht dick und mit deutlichen Abständen zueinander angeordnet, weiß bis blass lohfarben gefärbt und verströmen einen an Zyanid erinnernden Geruch. Das Sporenpulver ist weiß, die Sporen selbst sind glatt, elliptisch und messen 7 bis 10 mal 4 bis 6 Mikrometer.
Mikroskopisch fehlen dem Nelken-Schwindling Zystiden, und die Huthaut besitzt keine Besenzellen – Merkmale, die zur Abgrenzung gegenüber ähnlichen Arten aus den Gattungen Collybia, Marasmiellus, Micromphale und Strobilurus sowie Marasmius nigrodiscus herangezogen werden, wobei teils eine mikroskopische Untersuchung nötig ist.
Verbreitung und Lebensraum
Der Nelken-Schwindling ist in weiten Teilen Nordamerikas – besonders im artenreicheren Osten – sowie in Europa verbreitet. In gemäßigten Klimazonen erscheint er im Sommer und Herbst, im Vereinigten Königreich etwa von Mai bis November, während er in wärmeren Regionen ganzjährig auftreten kann.
Der Pilz besiedelt vor allem grasbewachsene Flächen wie Rasen, Wiesen und sogar Dünen an Küsten. Typisch ist sein geselliges Wachstum in Trupps, Bögen oder den namensgebenden Ringen, die das Gras darin grüner und kräftiger wachsen lassen.
Die verfügbaren Beobachtungsdaten deuten auf eine deutliche saisonale Häufung der Fundmeldungen in den Sommermonaten hin, wobei solche Zahlen lediglich das Auftreten des Pilzes widerspiegeln und nicht als Maß für seine tatsächliche Häufigkeit oder sein vollständiges Verbreitungsgebiet gelten dürfen.

Nutzung und Kulturgeschichte
Der wissenschaftliche Artname oreades geht auf die Oreaden der griechischen Mythologie zurück – Berg- und Waldnymphen, denen magische Kräfte und die Förderung der Fruchtbarkeit der Natur zugeschrieben wurden. Diese Nymphen waren mit Bergen, Tälern und Schluchten verbunden, also Orten, an denen der Nelken-Schwindling tatsächlich vorkommen kann, wenngleich er keineswegs auf solche Landschaften beschränkt ist.
In jüngerer Zeit ist der Pilz zu einem Symbol für ökologische Sukzession und Nachhaltigkeit geworden. Seine Fähigkeit, organisches Material auch unter nährstoffarmen Bedingungen abzubauen und Trockenperioden zu überstehen, hat ihm eine besondere symbolische Bedeutung verliehen.
Wissenswertes
- Unter den Pilzen zählt der Nelken-Schwindling zu jenen mit der reichsten kulturellen Bedeutung, was vor allem auf sein unverkennbares Wachstum in Hexenringen zurückgeht.
- Sein Artname oreades leitet sich von den Oreaden ab, den Berg- und Naturnymphen der griechischen Mythologie.
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Ökologie und Klassifikation
Lebensraum
Verhalten
- Sozial
Klassifikation
- Stamm
- Basidiomycota
- Klasse
- Agaricomycetes
- Ordnung
- Agaricales
- Familie
- Marasmiaceae
- Gattung
- Marasmius
- Art
- Marasmius oreades
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract



