Der Pilz Porpolomopsis calyptriformis ist in Nordamerika durch eine ähnliche, bisher unbenannte Art vertreten. In Europa ist er dagegen eine typische Art alter Grünlandflächen. Er gehört zu den Blätterpilzen (Agaricomycetes) in der Familie der Saftlingsverwandten (Hygrophoraceae).
Das europäische Verbreitungsgebiet der Art liegt vor allem auf landwirtschaftlich nicht verbesserten Wiesen und Weiden. Die Art kommt europaweit verstreut vor, ist aber meist selten. Ihr Schwerpunkt liegt im Vereinigten Königreich, wo sie nicht selten ist.
Durch die Veränderung landwirtschaftlicher Methoden sind die Lebensräume der Art zurückgegangen. Deshalb wird sie von der IUCN als gefährdet eingestuft.
Fruchtkörper und Bestimmung
Das sicherste Erkennungsmerkmal ist die Kombination aus Form und Farbe. Der Hut ist rosa bis lila gefärbt und meist weiß nur selten. Er ist schmal kegelig, behält bei voller Entfaltung einen spitzen Buckel und erreicht bis zu 7,5 cm Durchmesser. Oft reißt er bei der Entfaltung auf, und seine Ränder biegen sich nach oben.
Die Oberfläche des Hutes ist glatt bis feinfaserig und leicht glänzend oder fettig. Die Lamellen stehen weit auseinander, sind wachsartig und haben die Farbe des Hutes oder sind weißlicher. Der Stiel ist glatt, weiß bis blass hutfarben und erreicht bis zu 16 cm Länge. Einen Ring besitzt er nicht.
Der Sporenabdruck ist weiß. Die Sporen sind unter dem Mikroskop glatt, nicht amyloid und ellipsoid. Sie messen etwa 6,5 bis 8,0 × 4,5 bis 5,5 µm.
Verbreitung und Lebensraum
Die Art ist in Europa weit verbreitet, aber meist selten. Ihr Schwerpunkt liegt im Vereinigten Königreich. Sie besiedelt alte, landwirtschaftlich nicht verbesserte Kurzrasenflächen wie Weiden und Rasen.
Auch aus Nordamerika wurden Funde gemeldet. Genetische Untersuchungen zeigen jedoch, dass die dort gefundenen Pilze nicht mit dem europäischen Porpolomopsis calyptriformis identisch sind.
Die Beobachtungen der Art verteilen sich über das Jahr ungleich. Die meisten Funde stammen aus dem Herbst, mit einem deutlichen Höhepunkt im Oktober. Diese Verteilung spiegelt jedoch nur die Fundzeiten wider und nicht die tatsächliche Häufigkeit der Art.

Nutzung und Kulturgeschichte
Die Art wird in der Literatur als essbar bezeichnet. Wegen ihres Gefährdungsstatus sollte man sie jedoch nicht sammeln. In der Kulturgeschichte spielt sie keine nennenswerte Rolle.
Schutz und Bedrohungen
Die IUCN stuft Porpolomopsis calyptriformis als gefährdet (Vulnerable) ein. Die Art ist typisch für Wachslingsgrünland, einen Lebensraum, der durch veränderte landwirtschaftliche Methoden zurückgeht. Daraus ergibt sich die globale Schutzbedürftigkeit der Art.
Die Art gehört zu 33 größeren Pilzarten, die für den internationalen Schutz nach der Berner Konvention vorgeschlagen wurden. Zudem steht sie auf den offiziellen oder vorläufigen Roten Listen gefährdeter Pilze mehrerer europäischer Länder, darunter Österreich, Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Deutschland (Bayern), Ungarn, Italien, Polen, die Slowakei, Spanien und die Schweiz.
Der Erhalt extensiv genutzter, ungedüngter Wiesen und Weiden ist die wichtigste Voraussetzung für den Schutz der Art.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Lebensraum
Klassifikation
- Stamm
- Basidiomycota
- Klasse
- Agaricomycetes
- Ordnung
- Agaricales
- Familie
- Hygrophoraceae
- Gattung
- Porpolomopsis
- Art
- Porpolomopsis calyptriformis
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract



