Ramalina celastri ist eine strauchförmige Flechte mit einer pantropischen Verbreitung – sie kommt also in warmen und feuchten Regionen auf fast allen Kontinenten vor.
Sie gehört zur Familie Ramalinaceae innerhalb der Schlauchpilze (Ascomycota) und wächst vorwiegend auf Rinde und Holz, gelegentlich auch auf Gestein.
Fruchtkörper und Bestimmung
Der auffälligste Zug von Ramalina celastri ist ihr strauchiger, aufrechter bis leicht hängender Thallus, der bis zu 15 cm lang werden kann und aus einer oft breiten Basis entspringt. Die Verzweigung ist spärlich bis mäßig, die Farbe reicht von strohgelb bis blassgrün.
Die Äste sind flach, lanzettförmig und entweder eben oder leicht rinnig, wobei ihre Breite stark variiert: meist zwischen 3 und 5 mm, insgesamt aber von 1 bis 20 mm möglich. Junge Äste sind dünn und glatt, altern jedoch zu einer längsrillig oder netzartig gerippten Oberfläche, die durch Stränge knorpeligen Gewebes entsteht. Dabei entstehen häufig Löcher oder Risse. Kurze, lineare oder unregelmäßige Pseudocyphellen – kleine Poren für den Gasaustausch – treten regelmäßig auf, während Soralien, Strukturen der ungeschlechtlichen Vermehrung, fehlen.
Zahlreiche Apothecien sitzen seitlich und flächig auf dem Thallus, getragen von einem Stiel. Ihre Scheibe ist flach bis konvex und von einem glatten, thallinischen Rand umgeben. Die Sporen messen 4 bis 7 mal 11 bis 16 Mikrometer. Chemisch enthält die Art zuverlässig nur Usninsäure als Flechtenstoff; Atranorin kommt nur gelegentlich als Nebenstoff vor, während Markstoffe gänzlich fehlen.
Verbreitung und Lebensraum
Ramalina celastri ist in tropischen Regionen weltweit weit verbreitet und wächst auf Rinde und Holz von Bäumen, Sträuchern und Holzpfosten, gelegentlich auch auf Felsen. Besonders häufig findet man sie in wärmeren, feuchten Gebieten Australiens – etwa in New South Wales und Queensland – sowie im Norden Neuseelands.
In Neuseeland zeigen die felsbewohnenden Formen auf der Nordinsel, die ausschließlich in Küstenlagen vorkommen, deutliche morphologische Unterschiede zu den baumbewohnenden Exemplaren: Sie sind robuster, mit breiteren und längeren Thalli sowie einer dickeren Marksicht im Querschnitt.
In Ostafrika ist die Art verbreitet und häufig anzutreffen, dort in Höhenlagen zwischen 800 und 3.400 Metern. In Brasilien tritt sie seltener auf als in anderen tropischen Ländern, ist aber auch aus Indien bekannt. In Nordamerika reicht ihr Verbreitungsgebiet bis in den Süden von Texas.
Beobachtungsdaten aus Datenbanken wie GBIF deuten auf eine ganzjährige Präsenz ohne stark ausgeprägte saisonale Spitze hin, spiegeln jedoch lediglich Fundmeldungen wider, nicht die tatsächliche Häufigkeit oder das vollständige Verbreitungsgebiet.

Wissenswertes
- Die felsbewohnenden Formen von Ramalina celastri in Neuseeland unterscheiden sich morphologisch deutlich von den baumbewohnenden Exemplaren – sie sind robuster und besitzen im Querschnitt eine dickere Markschicht.
- In Ostafrika besiedelt die Art ein breites Höhenspektrum von 800 bis 3.400 Metern.
- Obwohl sie in vielen tropischen Ländern häufig ist, kommt Ramalina celastri in Brasilien vergleichsweise selten vor.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Lebensraum
Klassifikation
- Stamm
- Ascomycota
- Klasse
- Lecanoromycetes
- Ordnung
- Lecanorales
- Familie
- Ramalinaceae
- Gattung
- Ramalina
- Art
- Ramalina celastri
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract



