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Rotkappen-Waldsänger

Basileuterus rufifrons

Nicht gefährdet

Mit seinem markanten rostroten Scheitel und der leuchtend gelben Kehle fällt der Rotkappen-Waldsänger selbst im dichten Unterholz sofort ins Auge. Die Art gehört zur Familie der Waldsänger (Parulidae) innerhalb der Singvögel und besiedelt vor allem Mexiko, Guatemala und Belize; gelegentlich erscheint sie auch als Irrgast in den US-Bundesstaaten Arizona und Texas. Die IUCN listet die Art als nicht gefährdet.

Sein Gesang, sein verstecktes Nest und seine Vorliebe für halboffene, buschige Landschaften machen ihn zu einem lohnenden Studienobjekt für alle, die sich für die Vielfalt der neuweltlichen Waldsänger interessieren.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist die Kombination aus rostrotem Scheitel und rostroten Ohrdecken mit einem langen weißen Überaugenstreif dazwischen. Mit rund 13 cm Länge und einem Gewicht von (allgemein zwischen 7 und 16 g) ist der Vogel klein und kompakt. Die Lores sind schwarz, darunter verläuft ein breiter weißer Streif unter Auge und Ohrdecken. Nacken und Rücken sind grau-oliv gefärbt, Flügel und Schwanz dunkelgrau mit gelbgrünen Federsäumen.

Kinn und Kehle sind weiß beziehungsweise zitronengelb, die obere Brust ebenfalls gelb, während Unterbrust und Bauch bräunlich-weiß wirken. Flanken, Unterschwanzdecken und Bereich um die Kloake zeigen einen oliv-ockerfarbenen Schimmer. Weibchen und Männchen unterscheiden sich im Gefieder praktisch nicht.

Jungvögel wirken insgesamt matter: Ihr Kopf ist olivbraun mit einem wärmeren braunen Scheitel, die Oberseite olivbraun, und zwei helle Flügelbinden entstehen durch sandfarbene Spitzen an den größeren und mittleren Flügeldecken. Die Brust ist blass oliv-ocker und wird zum Bauch hin gelblich-weiß.

Mehrere Unterarten unterscheiden sich in Schwanzlänge und Farbton: B. r. caudatus hat einen blasseren, grauer wirkenden Rücken, B. r. dugesi den längsten Schwanz, B. r. jouyi eine grauere Oberseite und B. r. salvini eine Brust, die nach unten zunehmend gelblich-weiß wird. Allen gemeinsam sind eine dunkle Iris, ein schwärzlicher Schnabel und rosafarbene Beine.

Verbreitung und Lebensraum

Der Rotkappen-Waldsänger kommt von Mexiko bis Guatemala vor, mit einem spottartigen Auftreten in Belize; vereinzelte Vögel erreichen regelmäßig den äußersten Süden der USA, etwa das südöstliche Arizona sowie das Big-Bend-Gebiet, das untere Rio-Grande-Tal und das Edwards-Plateau in Texas, wo die Unterart B. r. caudatus gelegentlich sogar gebrütet hat. Insgesamt erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet über rund .

Die Art bevorzugt eher trockene, offene Landschaften: Buschland, lichte Wälder, Heckenreihen, junge Sekundärwälder, Schattenkaffee-Plantagen und Waldränder. Geschlossene, dichte Waldinnenbereiche meidet sie. Die Höhenverbreitung reicht von Meereshöhe bis 3.000 m, wobei die meisten Vorkommen südlich von Mexiko zwischen 450 und 2.150 m liegen.

In den USA wurde sie bislang nur in Canyonböden inmitten von Buschland beobachtet. Die monatlichen Beobachtungszahlen schwanken übers Jahr, mit einem Rückgang in der Mitte des Jahres und wieder höheren Werten im Herbst – dies spiegelt eher die Beobachtungsintensität als die tatsächliche Bestandsgröße wider.

Karte der dokumentierten Nachweise von Basileuterus rufifrons
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
24.110
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Verhalten und Lebensweise

Der Rotkappen-Waldsänger ist ein sesshafter Standvogel; nur einzelne Irrgäste erreichen den Südwesten der USA. Außerhalb der Brutzeit lebt er meist einzeln oder paarweise, nicht in größeren Gruppen. In der Balz lockt das Männchen das Weibchen mit einer rhythmischen „chit-chit-chit-chit“-Rufreihe an, manchmal ergänzt durch einen höheren „tsi“-Ruf.

Als baumbewohnender (insessorialer) Vogel bewegt er sich geschickt im dichten Unterholz und nutzt visuelle, taktile, akustische und chemische Sinneskanäle, um sich in seinem Lebensraum zu orientieren.

Kommunikation

Sowohl Männchen als auch Weibchen singen – ungewöhnlich für viele Singvögel, bei denen oft nur das Männchen singt. Der Gesang ist ein schneller Triller aus mehreren Abschnitten, in denen jeweils eine Silbe mehrfach wiederholt wird, etwa wiedergegeben als „tsip-tsip-tsip-three'three'three'sea'sea'tawhee!“.

Der Kontaktruf klingt als hartes „tcheck“ und wird bei Erregung oft zu einem harschen Schnattern ausgedehnt – ein Signal, das offenbar der Alarmierung oder Abwehr dient.

Ernährung und Nahrung

Insekten und Spinnen bilden die Hauptnahrung des Rotkappen-Waldsängers. Er durchsucht dichtes Buschwerk systematisch nach Beute und sucht dabei den Boden in geringer Höhe nach plötzlichen Bewegungen ab, die verborgene Insekten verraten. Diese Suchtechnik passt zu seiner Vorliebe für dichte, niedrige Vegetation, in der er sich bewegt, während er nach Nahrung Ausschau hält.

Nestbau und Brut

Die Brutzeit erstreckt sich mindestens von April bis Juli. Das Nest ist kuppelförmig mit seitlichem Eingang und wird gut versteckt am Boden angelegt, oft unter Steinen, umgestürzten Stämmen oder dichter Vegetation, manchmal auch in einer Nische an einer steilen Böschung. Gebaut wird es aus verschiedenen pflanzlichen Fasern, ausgekleidet mit einer dickeren Schicht zerfaserter Bastfasern.

Das Gelege umfasst zwei bis vier weiße Eier, die kräftig mit zimtfarbenen oder rötlichen Flecken und Streifen gezeichnet sind. Die Brutzeit dauert etwa 12 bis 14 Tage, und die Jungen verlassen nach weiteren 9 bis 12 Tagen das Nest.

Die Art kann pro Brutsaison ein bis zwei Bruten aufziehen.

Schutz und Bedrohungen

Die IUCN stuft den Rotkappen-Waldsänger als nicht gefährdet ein. In Mexiko gilt er als häufig, in Belize und Guatemala als recht verbreitet. Seine Vorliebe für Buschland und Sekundärwald bedeutet, dass Habitatverlust für diese Art kein ernstes Problem darstellt, da sie sich auch in nachwachsender, gestörter Vegetation gut behaupten kann.

Bislang wurden keine gezielten Schutzmaßnahmen für die Art ergriffen. Zahlreiche Museumsexemplare dienen jedoch weiterhin taxonomischen Studien, besonders da Mexiko als Hauptverbreitungsgebiet im Fokus vieler Beobachter steht. Weder die US-Bundesliste noch CITES weisen der Art einen besonderen Schutzstatus zu.

Nicht gefährdet

Wissenswertes

  1. Ungewöhnlich für viele Singvögel singen bei dieser Art sowohl Männchen als auch Weibchen.
  2. Das Nest hat eine kuppelartige Form mit seitlichem Eingang und wird oft an Böschungen, zwischen Felsen oder umgestürzten Stämmen versteckt.
  3. Der Vogel wiegt nur etwa – ein Bruchteil des Gewichts eines Spatzen.

Fotos

Fotos von via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., by Alfonso Xavier Rolon Perez via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Masked Lynx via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Javier Hernandez via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Carlos Domínguez-Rodríguez via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by JR Ferrer-Paris via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by SustentabilidadConciencia via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Tristán Franco via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Tenoch Cuauhtémoc Perez via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Alberto Alcalá via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by cello caruso-turiello via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by Giovana A. Valencia via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Verhalten

  • Einzelgänger
  • Territorial
  • Tagaktiv

Ernährung

  • Insektenfresser

Klassifikation

Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Parulidae
Gattung
Basileuterus
Art
Basileuterus rufifrons

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits
  6. Animal Diversity Web Animal habitat, behavior and diet
  7. AVONET Bird mass, habitat, migration, diet and range size