Zum Inhalt springen
Zum Artikel springen

Scharfer Glanz-Täubling

Russula firmula

Mit seinem dunklen rot-purpurnen bis rotbraunen Hut gehört Russula firmula zu den auffälligeren Vertretern seiner Gattung. Die Art ist in Europa und Teilen Asiens verbreitet und zählt zu den rund 750 Arten der Gattung Russula, die weltweit vorkommt.

Wer sich für die feinen Unterschiede innerhalb der artenreichen Gattung Russula interessiert, findet in diesem Täubling ein gutes Beispiel dafür, wie mikroskopische Merkmale und ökologische Bindungen zur Bestimmung beitragen.

Fruchtkörper und Bestimmung

Das verlässlichste Bestimmungsmerkmal von Russula firmula liegt nicht im äußeren Erscheinungsbild, sondern im gelben Sporenpulver und in der feinen Struktur der Sporen. Diese sind etwa 8,4 mal 7 μm groß und tragen 0,8 bis 1,2 μm hohe Stacheln, ein Merkmal, das sich nur unter dem Mikroskop erkennen lässt.

Die Pileozystiden, spezialisierte Zellen an der Hutoberfläche, messen rund 72,5 mal 10,3 μm und tragen Inkrustierungen. In Sulfovanillin-Lösung färben sich diese Inkrustierungen nach etwa 30 Minuten kräftig pink, während der übrige Teil der Pileozystiden schwarz anläuft, ein deutlicher chemischer Unterschied innerhalb derselben Zelle.

An den Hutränder sind die Endzellen zylindrisch geformt, laufen jedoch an einem Ende schmal zu. Die Basidien, also die sporenbildenden Zellen, erreichen eine Größe von etwa 46 mal 12,8 μm.

Verbreitung und Lebensraum

Russula firmula kommt in Europa und Teilen Asiens vor. Beobachtungsdaten zeigen eine deutliche saisonale Häufung der Fruchtkörperfunde zwischen Juni und September, mit einem klaren Schwerpunkt im August und September, während in den Wintermonaten kaum Funde gemeldet werden.

Diese Zahlen beruhen auf reinen Anwesenheitsbeobachtungen und lassen keine Rückschlüsse auf Häufigkeit, Bestandsgröße oder das vollständige Verbreitungsgebiet der Art zu. Sie deuten jedoch darauf hin, dass die Fruchtkörper vor allem im Spätsommer und frühen Herbst erscheinen, passend zur typischen Fruchtzeit vieler Täublinge in Nadelwäldern.

Karte der dokumentierten Nachweise von Russula firmula
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
1.348
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Ökologie und Wechselbeziehungen

Russula firmula lebt in enger ektomykorrhizaler Partnerschaft mit Koniferen, vor allem mit Fichten. Dabei tauscht der Pilz über sein Myzel Nährstoffe mit den Baumwurzeln aus, eine Beziehung, von der beide Partner profitieren.

Geschmacklich fällt die Art durch ihre Bitterkeit auf, ein Merkmal, das bei vielen Täublingsarten als Unterscheidungshilfe dient und auf chemische Abwehrstoffe im Fruchtkörper hindeuten kann.

Nutzung und Kulturgeschichte

Der deutsche Name Scharfer Glanz-Täubling weist bereits auf zwei Merkmale hin, die im Umgang mit dieser Art eine Rolle spielen: einen scharfen Geschmack und einen glänzenden Hut.

Wissenswertes

  1. Russula firmula wurde 2017 gemeinsam mit R. rubra, R. rutila und R. veternosa in die Rubrinae-Klade eingeordnet, eine Gruppe nahe verwandter Täublinge.
  2. Die Sporen tragen winzige Stacheln von nur 0,8 bis 1,2 μm Höhe, sichtbar nur unter dem Mikroskop.
  3. Die Pileozystiden zeigen in Sulfovanillin-Lösung ein ungewöhnliches Farbverhalten: Ihre Inkrustierungen färben sich pink, während der Rest der Zelle schwarz wird.

Fotos

Fotos von by Diego Delso via Wikimedia Commons, licensed under CC BY-SA 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Lebensraum

Klassifikation

Stamm
Basidiomycota
Klasse
Agaricomycetes
Ordnung
Russulales
Familie
Russulaceae
Gattung
Russula
Art
Russula firmula

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. Wikidata Common names and conservation status
  3. Wikipedia Summary extract
  4. Wikimedia Commons Photos