Der Schwarze Seehecht (Dissostichus eleginoides) kann ein Alter von bis zu erreichen und bewohnt dabei ein gewaltiges Tiefenspektrum von 45 bis zu 3.850 Metern.
Die Art gehört zur Familie der Nototheniidae innerhalb der Ordnung der Barschartigen und kommt im südlichen Atlantik, Pazifik, Indischen Ozean sowie im Südpolarmeer vor, wo sie Seeberge und Kontinentalschelfe rund um subantarktische Inseln besiedelt. Ihre Fähigkeit, in solch kalten und tiefen Lebensräumen über so lange Zeiträume zu bestehen, macht sie zu einem bemerkenswerten Bewohner der südlichen Weltmeere.
Identifikation und Erscheinungsbild
Das auffälligste Merkmal des Schwarzen Seehechts ist sein langgestreckter, spindelförmiger Körper, dessen Höhe fünf- bis 6,4-mal in die Standardlänge passt. Der Kopf ist abgeflacht mit einem breiten, flachen Bereich zwischen den Augen, die Schnauze ist länger als der Augendurchmesser.
Das Maul ist groß und reicht über die Augenmitte hinaus. Im Oberkiefer sitzen zwei Zahnreihen, wobei die äußeren Zähne größer und eckzahnartig sind; der Unterkiefer trägt eine Reihe weit auseinanderstehender, ebenfalls eckzahnartiger Zähne. Zusätzliche solche Zähne finden sich außerhalb der Zahnreihen an der Kiefergelenkstelle. Der Körper trägt zwei Seitenlinien aus Röhrenschuppen – eine obere mit 88 bis 104 Schuppen und eine untere entlang der Flankenmitte mit 61 bis 77 Schuppen.
Die erste Rückenflosse besitzt 8 bis 10 Stachelstrahlen, die zweite Rückenflosse sowie die Afterflosse jeweils 28 bis 30 weiche Strahlen. Die Schwanzflosse ist leicht eingebuchtet, die Brustflossen sind groß und fächerförmig. Kopf und Körper sind bis auf die Kopfvorderseite mit Ctenoidschuppen bedeckt.
Die Art erreicht eine maximale Gesamtlänge von 215 Zentimetern, wobei 70 Zentimeter üblicher sind, und ein veröffentlichtes Höchstgewicht von 200 Kilogramm. Die Grundfärbung ist bräunlich-grau mit dunkleren Flecken.
Verbreitung und Lebensraum
Der Schwarze Seehecht ist im südöstlichen Pazifik und südwestlichen Atlantik verbreitet. Er kommt entlang der chilenischen Küste Patagoniens, in Argentinien und auf den Falklandinseln vor, zudem wurde er bei Macquarie Island im südwestlichen Pazifik sowie im Südpolarmeer bei Südgeorgien und auf subantarktischen Inseln und Seebergen im indischen Sektor nachgewiesen.
Ein einzelner Nachweis eines verirrten Exemplars stammt aus der Davisstraße im nordwestlichen Atlantik vor Grönland – man geht davon aus, dass dieses Tier über 10.000 Kilometer wanderte und dabei tropische Gebiete in kalten Tiefenschichten des Ozeans durchquerte.
Jungtiere leben semipelagisch und werden bei Tiefen zwischen 150 und 400 Metern bodenorientiert, während erwachsene Tiere sich in Tiefen von über 1.000 Metern aufhalten. Die über das Jahr schwankenden Beobachtungszahlen spiegeln dabei lediglich das Vorkommen wider, nicht die tatsächliche Bestandsgröße oder das vollständige Verbreitungsgebiet der Art.

Ernährung und Nahrung
Konkrete Angaben zur Ernährung des Schwarzen Seehechts liegen im Zusammenhang mit seiner Bedeutung als Speisefisch vor: Die Art wird weltweit stark befischt und ist auf Einkaufsratgebern für nachhaltige Meeresfrüchte gelistet. Verschiedene Fischereien rund um subantarktische Inseln wie Heard- und McDonald-Inseln, Macquarie-Insel sowie die Falklandinseln gelten dabei als bessere Wahl, während Fischereien etwa bei den Prinz-Edward- und Marion-Inseln, in Chile sowie bei den Crozet-Inseln als zu meidende Quellen eingestuft werden.
Diese Einstufungen verdeutlichen, wie stark der Schwarze Seehecht in den internationalen Fischhandel eingebunden ist und wie unterschiedlich die Nachhaltigkeit seiner Befischung je nach Region bewertet wird.
Wissenswertes
- Der wissenschaftliche Gattungsname Dissostichus leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet sinngemäß „zweifach, Linie oder Reihe“ – ein Hinweis auf die doppelte Seitenlinie der Art.
- Der Artname eleginoides verweist auf eine Ähnlichkeit mit der Gattung Eleginops.
- Im Englischen trägt die Art auch die Bezeichnung „Antarctic blenny“, obwohl sie taxonomisch nicht zu den Schleimfischen gehört.
Fotos
Fotos von by Los Viajes del Cangrejo via Wikimedia Commons, licensed under CC BY 4.0., via Wikimedia Commons, licensed under Public Domain., by Tion2w via Wikimedia Commons, licensed under CC BY-SA 4.0. und by Francis Letourmy via Wikimedia Commons, licensed under CC BY-SA 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.
Ökologie und Klassifikation
Lebensraum
Klassifikation
- Stamm
- Chordata
- Ordnung
- Perciformes
- Familie
- Nototheniidae
- Gattung
- Dissostichus
- Art
- Dissostichus eleginoides
Quellen
- GBIF Species names and classification
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract
- AnAge Longevity
- Wikimedia Commons Photos



