Der Schwertfisch trägt ein verlängertes, flaches, schwertartiges Rostrum, das ihm seinen Namen gibt und ihn unverwechselbar macht. Als einziger Vertreter der Familie Xiphiidae ist er ein großer, weit wandernder Raubfisch, der in tropischen und gemäßigten Bereichen des Atlantiks, Pazifiks und Indischen Ozeans vorkommt, von nahe der Wasseroberfläche bis in Tiefen von 550 Metern, in Ausnahmefällen sogar bis 2.878 Meter. Die Art gilt als "Near Threatened" (potenziell gefährdet).
Erwachsene Tiere erreichen häufig 3 Meter Länge, der größte dokumentierte Schwertfisch maß 4,55 Meter und wog 650 Kilogramm. Diese Kombination aus Größe, Geschwindigkeit und ungewöhnlicher Anatomie macht den Schwertfisch zu einem der auffälligsten Raubfische der offenen Meere.
Identifikation und Erscheinungsbild
Das auffälligste Merkmal ist das lange, flache, schwertartige Rostrum, das deutlich vom übrigen Körperbau absticht. Erwachsene Schwertfische verlieren im Laufe ihres Lebens sämtliche Zähne und Schuppen, sodass der Körper glatt und stromlinienförmig wirkt – eine Anpassung an ihre Lebensweise als schnelle Jäger.
Schwertfische erreichen üblicherweise etwa 3 Meter Länge, die maximal dokumentierte Länge liegt bei 4,55 Metern und einem Gewicht von bis zu 682 Kilogramm. Weibchen werden größer als Männchen, und Exemplare aus dem Pazifik erreichen größere Ausmaße als jene aus dem nordwestlichen Atlantik oder dem Mittelmeer.
Die Geschlechtsreife tritt im Alter von 4 bis 5 Jahren ein, das Höchstalter wird auf mindestens 9 Jahre geschätzt, wobei in einer aktuellen Untersuchung ein 16-jähriges Weibchen und ein 12-jähriges Männchen gefunden wurden. Da die Ohrsteine (Otolithen) bei dieser Art sehr klein sind, wird das Alter stattdessen anhand der jährlichen Ringe in den Flossenstrahlen bestimmt – ein aufwendigeres Verfahren als bei den meisten anderen Fischarten.
Als ektotherme Tiere sind Schwertfische in ihrer Körpertemperatur von der Umgebung abhängig, verfügen aber, wie einige Haiarten, Marline und Thunfische, über einen Wärmeerhaltungsmechanismus für Augen und Gehirn – eine seltene Fähigkeit, die nur bei insgesamt 22 Fischarten bekannt ist.
Verbreitung und Lebensraum
Der Schwertfisch besiedelt tropische und gemäßigte Gewässer des Atlantiks, Pazifiks und Indischen Ozeans und gilt als hochgradig wandernde Art. Er hält sich meist nahe der Oberfläche bis in Tiefen von 550 Metern auf, wurde aber auch in Ausnahmefällen bis in fast 2.900 Meter Tiefe nachgewiesen.
Beobachtungsdaten zeigen ein deutliches saisonales Muster mit einem Anstieg der Nachweise im Frühjahr und einem Höhepunkt im Mai, gefolgt von einem allmählichen Rückgang zum Jahresende hin. Dies deutet auf eine erhöhte Präsenz nahe der Oberfläche oder in beobachteten Gebieten während der wärmeren Jahreszeit hin, wobei diese Zahlen lediglich Anwesenheitsnachweise darstellen und keine Rückschlüsse auf Bestandsgröße oder das vollständige Verbreitungsgebiet zulassen.
Die Art bevorzugt Wassertemperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius, toleriert aber ein breiteres Spektrum von 5 bis 27 Grad – eine größere Bandbreite als bei anderen Schnabelfischen (Billfish). Diese Toleranz erlaubt es dem Schwertfisch, im Sommer in kühlere Regionen zur Nahrungssuche zu ziehen.

Jagd und Ernährung
Der Schwertfisch verlässt sich vor allem auf seine große Geschwindigkeit und Wendigkeit im Wasser, um Beute zu erlegen, auch wenn die oft zitierte Geschwindigkeit von 100 km/h als unzuverlässig gilt; Untersuchungen an verwandten Fahnenfischen deuten eher auf einen Höchstwert von etwa 36 km/h hin. Entgegen der verbreiteten Vorstellung, der Schwertfisch spieße seine Beute mit der Nase auf, nutzt er sein Rostrum wahrscheinlich eher, um damit seitlich auf Beutetiere einzuschlagen und sie zu schwächen. Große Beute wird auf diese Weise geschlagen, kleinere Beute einfach verschluckt.
Schwertfische sind keine Schwarmfische, sondern schwimmen einzeln oder in sehr lockeren Gruppen mit bis zu 10 Metern Abstand zum nächsten Artgenossen. Sie fressen täglich, meist nachts, wenn sie zur Nahrungssuche an die Oberfläche und in oberflächennahe Wasserschichten aufsteigen. Tagsüber halten sie sich häufig in Tiefen bis 550 Meter auf.
Die erwachsenen Tiere ernähren sich von einer breiten Palette pelagischer Fische wie Makrelen, Laternenfischen, Silberhecht, Felsenfischen und Heringen, außerdem von Grundfischen, Tintenfischen und Krebstieren. Eine Untersuchung von Mageninhalten von 168 Individuen im Nordwestatlantik ergab, dass 82 Prozent Tintenfisch und 53 Prozent Fisch gefressen hatten, darunter Dorsche, Makrelenartige, Butterfische, Blaubarsche und Sandaale.
Als hochgradig wandernde Art zieht der Schwertfisch im Sommer zur Nahrungssuche in kühlere Regionen, während er gelegentlich beim Springen aus dem Wasser – möglicherweise um Parasiten wie Neunaugen oder Schiffshalter abzuschütteln – beobachtet wird.
Fortpflanzung und Lebenszyklus
Die Fortpflanzung erfolgt in Form von Batch-Spawning, bei dem Weibchen ihre Eier in mehreren Schüben ablegen. Im Nordpazifik geschieht dies vor allem in Wasser wärmer als 24 Grad Celsius während Frühling und Sommer, in äquatorialen Gewässern das ganze Jahr über. Im Nordatlantik ist die Sargassosee als Laichgebiet bekannt, wo das Wasser wärmer als 23 Grad und weniger als 75 Meter tief ist. Im Südatlantik vor der Küste Südbrasiliens laichen Schwertfische von November bis Februar, in der Karibik und anderen warmen Regionen des westlichen Atlantiks ganzjährig.
Große Weibchen können deutlich mehr Eier tragen als kleine – zwischen 1 Million und 29 Millionen Eier wurden dokumentiert. Die pelagischen Eier messen nur 1,6 bis 1,8 Millimeter im Durchmesser, und bereits zweieinhalb Tage nach der Befruchtung setzt die embryonale Entwicklung ein.
Die an der Oberfläche lebenden, einzigartig aussehenden Larven sind bei Schlupf nur 4 Millimeter lang. Das charakteristische Rostrum wird erst sichtbar, sobald die Larven eine Länge von etwa 1 Zentimeter erreicht haben.
Schutz und Bedrohungen
Der Schwertfisch gilt als "Near Threatened" (potenziell gefährdet), wobei sich der Zustand der einzelnen Bestände weltweit stark unterscheidet. Im Nordatlantik gilt der Bestand als vollständig erholt, mit einer Biomasse, die aktuell 5 Prozent über dem Zielwert liegt. Für den nordwestlichen Pazifik und den Südatlantik fehlen dagegen belastbare Bestandsbewertungen, weshalb diese als unbekannt und von mäßiger Sorge eingestuft werden. Der südwestliche Pazifik gilt ebenfalls als mäßiges Anliegen aufgrund von Modellunsicherheiten, steigenden Fangmengen und sinkendem Fangertrag pro Aufwand. Im Indischen Ozean findet wahrscheinlich Überfischung statt, und im Mittelmeer übersteigt die fischereiliche Sterblichkeit das empfohlene Höchstmaß – diese Bestände gelten daher als stark besorgniserregend.
Die größte Bedrohung für erwachsene Schwertfische ist der Mensch: Allein 2019 wurden im Nordatlantik 1,3 Millionen Kilogramm gefangen. Natürliche Fressfeinde ausgewachsener Tiere sind selten und umfassen gelegentlich Schwertwale und möglicherweise Pottwale; der Mako-Hai greift ebenfalls Schwertfische an, wobei Funde toter Makos mit abgebrochenen Schwertspitzen im Kopf die Gefährlichkeit dieser Beute belegen. Jungtiere sind dagegen deutlich anfälliger für Fressfeinde unter räuberischen Fischen. Intensive Fischerei könnte zudem den Konkurrenzdruck zwischen Schwertfischen und Haien um schrumpfende Beutebestände verschärfen.
1998 löste eine Kampagne des amerikanischen Natural Resources Defense Council und von SeaWeb, bekannt als "Give Swordfish a Break", breite öffentliche Aufmerksamkeit aus: 750 Spitzenköche in den USA nahmen daraufhin Schwertfisch aus dem Nordatlantik von ihren Speisekarten, und Präsident Bill Clinton forderte ein Verbot von Verkauf und Import. In der Folge wurden 343.600 Quadratkilometer des Atlantiks für die Fischerei gesperrt. 2010 setzte Greenpeace International den Schwertfisch zudem auf seine Rote Liste für Meeresfrüchte.
Kulturelle Bedeutung
Auf Sizilien, besonders in der Region rund um die Straße von Messina, ist der Schwertfisch in Fischereigeschichten ein saisonales Symbol: Er wird als Rivale dargestellt, der mit seiner Klinge Mut und Geschick der Fischer auf die Probe stellt.
Der Name des Fisches hat auch außerhalb der Fischerei Spuren hinterlassen: Astronomen verwenden "Schwertfisch" als alternative Bezeichnung für das Sternbild Dorado. Zudem diente das Wort "Swordfish" im Marx-Brothers-Film "Horse Feathers" von 1932 als Passwort und taucht seither in zahlreichen Filmen, Serien, Büchern und Videospielen in derselben Funktion wieder auf.
Wissenswertes
- Schwertfische verlieren im Erwachsenenalter vollständig ihre Zähne und Schuppen, was ihren Körper besonders glatt und stromlinienförmig macht.
- Fleisch mancher Schwertfische verfärbt sich orange, vermutlich durch den Verzehr von Garnelen oder ähnlicher Beute; solche Tiere werden als "Kürbis-Schwertfisch" verkauft und erzielen höhere Preise.
- Es gibt in der jüdischen Tradition eine Kontroverse darüber, ob Schwertfisch als koscher gilt, da die Tiere zwar mit Schuppen geboren werden, diese jedoch bei etwa einem Meter Länge wieder abwerfen.
- Fast 50 Parasitenarten wurden bei Schwertfischen nachgewiesen, darunter Bandwürmer, Rundwürmer und Ruderfußkrebse; bestimmte Anisakis-Larven dienen Forschern sogar als biologische Marker zur Unterscheidung von Beständen im Atlantik und Mittelmeer.
- Der Schwertfisch kann eine tödliche Gefahr für Menschen darstellen: 2007 starb ein Fischer, nachdem ihm das Rostrum eines Schwertfischs Auge und Schädel durchbohrt hatte, und 2024 wurde eine Surferin vor Indonesien tödlich von einem Schwertfisch getroffen.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Klassifikation
- Stamm
- Chordata
- Ordnung
- Perciformes
- Familie
- Xiphiidae
- Gattung
- Xiphias
- Art
- Xiphias gladius
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract



