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Siambusch

Chromolaena odorata

Chromolaena odorata, auch als Siambusch bekannt, zählt zu den am weitesten verbreiteten invasiven Pflanzen der Tropen und Subtropen. Ursprünglich stammt der Strauch aus Amerika, von Florida und Texas über Mexiko und die Karibik bis nach Südamerika, wurde aber nach Asien, Westafrika und in Teile Australiens eingeführt.

Die Art gehört zur Familie der Asteraceae und wird botanisch als mehrjähriger Strauch eingeordnet. Ihre Mischung aus rasantem Wachstum, massenhafter Samenproduktion und vielseitiger traditioneller Nutzung macht sie zu einem besonders aufschlussreichen Beispiel dafür, wie eine Pflanze zugleich ökologisches Problem und kulturelle Ressource sein kann.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal von Chromolaena odorata ist der stark aromatische, fast stechende Geruch, den die Blätter beim Zerreiben freisetzen. Die Pflanze ist zudem behaart und drüsig besetzt.

In offenen Flächen bildet sie einen mehrstämmigen Strauch von bis zu 2,5 m Höhe mit weichen Stängeln, deren Basis jedoch verholzt ist. In schattigen Bereichen verändert sich ihr Wuchsverhalten grundlegend: Sie vergeilt, wächst kletternd auf anderer Vegetation und kann dabei Höhen von bis zu 10 m erreichen.

Die gegenständigen Blätter sind dreieckig bis elliptisch, am Rand gesägt und 4 bis 10 cm lang bei 1 bis 5 cm Breite, mit Blattstielen von 1 bis 4 cm Länge. An den Zweigenden bilden sich Rispen aus 10 bis 35 weißen bis blassrosa Röhrenblüten. Die Samen sind leicht behaarte Achänen, die vor allem durch Wind, aber auch durch Anhaften an Fell, Kleidung und Maschinen verbreitet werden.

Verbreitung und Lebensraum

Chromolaena odorata ist in weiten Teilen des tropischen und subtropischen Amerikas heimisch, von Florida und Texas über Mexiko, Mittelamerika und die Karibik bis nach Brasilien, Peru, Argentinien und Paraguay. Das Klima dieses ursprünglichen Verbreitungsgebiets gilt als subtropisch.

Als eingeführte Art hat sich der Strauch in großen Teilen Afrikas, Südasiens und Südostasiens sowie in Teilen Australiens etabliert, darunter Gebiete in Indien, China, Vietnam, auf den Philippinen, in Nigeria, im Kongo und in Queensland.

Die Pflanze besiedelt Brachland, Straßenränder, Waldränder, Buschland und Waldlichtungen und bildet dort oft dichte Gebüsche. Beobachtungsdaten zeigen über das Jahr verteilte Meldungen mit einem deutlichen Anstieg im Juni, was auf eine saisonal stärkere Präsenz in dieser Zeit hindeuten könnte, auch wenn solche Zahlen keine verlässliche Aussage über die tatsächliche Häufigkeit der Pflanze erlauben.

Karte der dokumentierten Nachweise von Chromolaena odorata
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
10.075
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Wachstum und Wuchsform

Als mehrjährige Pflanze legt Chromolaena odorata ein außergewöhnlich schnelles Wachstum an den Tag und kann unter günstigen Bedingungen mehr als 3 cm pro Tag zulegen. In offenen, sonnigen Lagen bildet sie einen buschigen, mehrstämmigen Strauch, während sie im Schatten zu einer kletternden, vergeilten Wuchsform übergeht.

Besonders bemerkenswert ist ihre Fähigkeit zur Regeneration aus den Wurzeln, wodurch die Pflanze auch nach Rückschnitt oder Beschädigung rasch wieder austreiben kann.

Ökologie und Wechselbeziehungen

In ihrer Ökologie spielt Chromolaena odorata als Blütenressource für Insekten wie die Honigbiene eine Rolle, wobei ein Blütenbesuch allein noch keinen Beleg für eine tatsächliche Bestäubung darstellt. Die Pflanze wird zudem von verschiedenen Mikroorganismen und Insekten befallen, unter anderem von den Bakterien Pseudomonas aeruginosa und Ralstonia solanacearum sowie von der Weißen Fliege Bemisia tabaci.

Ihre Fähigkeit, rasch dichte Bestände auf Brachflächen, Straßenrändern und Waldlichtungen zu bilden, macht sie in vielen eingeführten Gebieten zu einer prägenden Art der Sekundärvegetation, die andere Pflanzen verdrängen kann.

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

In der traditionellen Medizin wird Chromolaena odorata vielfach zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt und gilt in zahlreichen tropischen Regionen als bedeutende ethnomedizinische Pflanze. Trotz ihres Rufs als invasive Art hat sich daraus eine kulturelle Bedeutung entwickelt, die neben der ökologischen Problematik besteht.

Wissenswertes

  1. Chromolaena odorata trägt je nach Region zahlreiche Namen, darunter Siambusch, Christusbusch oder schlicht 'Triffid'.
  2. Auf Mauritius gilt die Pflanze als charakteristisch für Brachland und besiedelt vor allem die trockensten Gebiete der Insel, während sie auf Réunion gar nicht vorkommt.
  3. In Südafrika bildet sie dichte Gebüsche an Waldrändern, in Buschland und entlang von Straßen und prägt dort ganze Landschaftsbilder.

Fotos

Fotos von via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., by Rohit Naniwadekar via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Robert Benson via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by xanderferret via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Mario Guzmán via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by P Jeganathan via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Raúl A. Ruiz M. via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Paulmathi Vinod via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Nina Kerr via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Benjamin Fredlund via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by sielt via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., by Mark Clarke via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und by Ravuri Krishna Chaitanya via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Wuchsform

  • Strauch

Klassifikation

Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Asterales
Familie
Asteraceae
Gattung
Chromolaena
Art
Chromolaena odorata

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Plants of the World Online Native range, life form and climate (WCVP)
  6. GloBI What it eats, what eats it, parasites and pollinators
  7. Wardeh et al. 2015 (EID2)
  8. Cyrille et al. 2026