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Stieleiche

Quercus robur

Nicht gefährdet

Die Stieleiche gehört zu den bekanntesten Laubbäumen Europas und ist für ihre große Bedeutung für die Tierwelt bekannt. Als Art der Buchengewächse (Fagaceae) wächst sie in Europa und Westasien und wird in anderen gemäßigten Regionen vielfach angepflanzt.

Sie bevorzugt Böden mit nahezu neutralem Säuregrad und ist im Tiefland besonders verbreitet. Die Art gilt nach der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern).

Für naturnahe Ökosysteme ist die Stieleiche von großem Wert, weil sie zahlreiche pflanzenfressende Insekten, eichelfressende Säugetiere und Vögel sowie Pilze unterstützt.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das wichtigste Merkmal ist die Blattbasis: Die Blätter besitzen am Grund deutliche Öhrchen und einen sehr kurzen Blattstiel von meist 2 bis 3 Millimetern. Die Blätter sind breit verkehrt-eiförmig bis eiförmig, 10 bis 12 Zentimeter lang und 7 bis 8 Zentimeter breit, mit 3 bis 6 abgerundeten Lappen. Oberseits sind sie dunkelgrün, unterseits heller.

Der Baum wird bis etwa 20 Meter hoch, in Ausnahmefällen bis 40 Meter. Der Stamm ist kräftig, erreicht meist bis 4 Meter Umfang und kann über 10 Meter Umfang erreichen. Die Borke ist graubraun und tief längsrissig mit senkrechten Platten. Die Krone ist ausladend und unregelmäßig gewölbt.

Die Eicheln sitzen zu zwei bis drei an einem langen Fruchtstiel von 4 bis 8 Zentimetern Länge. Sie sind 1,5 bis 4 Zentimeter lang, zunächst grünlich-weiß und später braun. Die flache Fruchtschale hilft bei der Bestimmung.

Von der verwandten Traubeneiche (Quercus petraea), mit der sie große Gebiete teilt, unterscheidet sich die Stieleiche durch die Öhrchen am Blattgrund, den kurzen Blattstiel und die langen Fruchtstiele. Die Hybride beider Arten wird als Quercus × rosacea bezeichnet. Die Blätter der Zerr-Eiche (Quercus cerris) sind tiefer gelappt, und deren Knospen tragen Haare.

Verbreitung und Lebensraum

Die Stieleiche ist in den meisten Teilen Europas und in Westasien heimisch. In anderen gemäßigten Regionen wird sie häufig angepflanzt. Sie wächst an Waldrändern, auf Weiden, an Straßenrändern und in Wäldern vom Tiefland bis etwa 1.000 Meter Höhe.

Als Baum des hochstämmigen Waldes, des Niederwalds und der Hutewälder ist sie langlebig. Sie wird häufig in Hecken gepflanzt. Auf dünnen, gut durchlässigen Kalkböden ist sie selten. Am Rand von Sümpfen, Flüssen und Teichen kommt sie ebenfalls vor, was ihre Toleranz gegenüber zeitweiliger Überflutung zeigt.

In Europa wird ihr Lichtbedarf als hoch, ihr Temperaturbedarf als mäßig und ihre Ansprüche an Feuchtigkeit und Nährstoffe als breit eingestuft.

Karte der dokumentierten Nachweise von Quercus robur
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
196.961
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Die Stieleiche wird in der Forstwirtschaft angebaut. Ihr Kernholz ist langlebig und dauerhaft und wird für Innenausbau und Möbel sehr geschätzt. Die Jahresringe sind deutlich dunkel und hell braun gefärbt, und die Markstrahlen zeichnen sich als feine gelbliche Linien ab.

Die Eicheln sind durch ihren hohen Gerbstoffgehalt bitter. Geröstet und gemahlen dienen sie als Kaffeersatz.

In der Kulturgeschichte gilt die Eiche als Symbol für Stärke, Ausdauer und Langlebigkeit. In Skandinavien galt sie als Baum des Donnergottes Thor, und in Deutschland findet man sie in Gemälden von Caspar David Friedrich. In England wurde die Eiche durch die Royal Oak zum nationalen Symbol.

Wissenswertes

  1. Eichen gelten in Europa als die Bäume, die am häufigsten vom Blitz getroffen werden, was ihre Verbindung zu Wettergottheiten erklärt.
  2. Die Stieleiche trägt große Mengen an Eicheln meist nur alle zwei Jahre.
  3. In England wurde die Stieleiche durch eine Eiche in Boscobel House zum nationalen Symbol, unter dem sich König Karl II. im Jahr 1650 verbarg.
Nicht gefährdet

Fotos

Fotos von by Jose Gutierrez Higa via iNaturalist, licensed under CC BY 4.0. und via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Klassifikation

Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Fagales
Familie
Fagaceae
Gattung
Quercus
Art
Quercus robur

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits