Jede einzige Pflanze von Encephalartos woodii auf der Welt ist ein genetisch identischer Klon ein und desselben männlichen Individuums – ein weibliches Exemplar wurde nie gefunden. Diese Tatsache macht Wood's Cycad zu einer der außergewöhnlichsten Pflanzen überhaupt.
Encephalartos woodii gehört zur Familie der Zamiaceae innerhalb der Cycadales, einer uralten Gruppe samentragender Pflanzen. Die Art ist endemisch im oNgoye-Wald in KwaZulu-Natal, Südafrika, und gilt nach IUCN als In der Wildnis ausgestorben. Ihre Geschichte aus Entdeckung, Ausbeutung und weltweiter Verbreitung durch Klone macht sie zu einem der eindrücklichsten Beispiele dafür, wie knapp eine Art dem völligen Verschwinden entgehen kann.
Identifikation und Erscheinungsbild
Das auffälligste Merkmal von Encephalartos woodii sind seine leuchtend gelb-orangen, zylindrischen männlichen Zapfen, die aus der Blattkrone aufragen – ein Anblick, der laut zeitgenössischen Beschreibungen als „die schönste aller Encephalartos-Arten“ galt. Die Pflanze wächst palmenartig und erreicht Höhen von bis zu 6 Metern. Der Stamm ist 30 bis 50 Zentimeter im Durchmesser, am Fuß am dicksten, und trägt eine Krone aus 50 bis 150 Blättern.
Die Blätter sind glänzend dunkelgrün, 150 bis 250 Zentimeter lang und gekielt, mit 70 bis 150 sichelförmigen (falcaten) Fiederblättchen von 13 bis 15 Zentimetern Länge und 20 bis 30 Millimetern Breite.
Die männlichen Zapfen sind zylindrisch, 20 bis 40 Zentimeter lang, ausnahmsweise bis zu 120 Zentimeter, und 15 bis 25 Zentimeter im Durchmesser. Eine einzelne Pflanze kann gleichzeitig etwa sechs bis acht dieser Zapfen tragen.
Encephalartos woodii ist zweihäusig (diözisch), besitzt also getrenntgeschlechtliche Pflanzen – doch trotz intensiver Suche wurde niemals ein weibliches Exemplar gefunden. Dieser Umstand unterscheidet die Art fundamental von allen anderen Encephalartos-Arten, bei denen beide Geschlechter bekannt sind.
Verbreitung und Lebensraum
Encephalartos woodii stammt ausschließlich aus einem winzigen Areal am Rand des oNgoye-Waldes in KwaZulu-Natal, Südafrika, wo John Medley Wood 1895 eine Gruppe von vier Stämmen an einem steilen, südexponierten Hang entdeckte. Die jährliche Niederschlagsmenge dort liegt zwischen 750 und 1.000 Millimetern, bei heißen Sommern und milden Wintern.
Trotz zahlreicher Expeditionen in die Region oNgoye-Mtunzini wurde nie eine zweite Population oder ein weibliches Exemplar gefunden. Zwischen 1899 und 1907 wurden Ableger der wilden Pflanze entnommen und unter anderem an die Kew Gardens, die Durban Botanic Gardens und den Botanischen Garten Glasnevin in Irland verschickt. Der letzte verbliebene wilde Stamm wurde 1916 entfernt und starb vermutlich 1964 – seither existiert die Art in freier Natur nicht mehr.
Heute lebt Encephalartos woodii ausschließlich in botanischen Gärten und Sammlungen weltweit, mit schätzungsweise 500 Exemplaren, die alle Klone des ursprünglichen Fundes sind. Bekannte Standorte sind unter anderem die Durban Botanic Gardens, Kirstenbosch, die Kew Gardens, der Hortus Botanicus Amsterdam, Longwood Gardens in Pennsylvania und Lotusland in Kalifornien. Für eine Encephalartos-Art wächst sie in Kultur vergleichsweise schnell und kräftig; zudem wurden mehrfach Hybriden mit anderen Encephalartos-Arten wie E. natalensis, E. gratus oder E. transvenosus gezüchtet.
Gemeldete Beobachtungen verteilen sich unregelmäßig über das Jahr, mit einer gewissen Häufung im Oktober – diese Daten spiegeln jedoch lediglich vereinzelte Sichtungen kultivierter Exemplare wider, nicht die Häufigkeit oder ein natürliches Vorkommen der Art.

Fortpflanzung und Lebenszyklus
Ohne ein weibliches Exemplar kann sich Encephalartos woodii niemals auf natürlichem Weg fortpflanzen. Alle bekannten Pflanzen entstanden ausschließlich durch vegetative Vermehrung über rasch wachsende Basistriebe (Suckers), die von den ursprünglichen Stämmen abgetrennt und weiterkultiviert wurden.
Um dennoch weibliche Nachkommen zu erhalten, wird eine Rückkreuzungstechnik mit der eng verwandten Art E. natalensis verfolgt, mit der die Arten fruchtbare Hybriden bilden: Kreuzt man jede Nachkommengeneration wiederholt mit E. woodii zurück, nähern sich weibliche Nachkommen über mehrere Generationen äußerlich immer stärker dem Erscheinungsbild einer weiblichen E. woodii an.
Genetische Analysen der Chloroplasten-DNA von F1-Hybriden zwischen E. woodii und E. natalensis zeigten jedoch, dass sämtliche Chloroplasten mütterlicherseits von E. natalensis vererbt werden. Das bedeutet, dass selbst über viele Generationen zurückgekreuzte Nachkommen niemals genetisch „reine“ Encephalartos woodii sein können.
Nutzung und Bedeutung für den Menschen
Encephalartos woodii hat die Fantasie von Menschen weltweit beflügelt und ist zu einem festen Bestandteil der Populärkultur geworden. In verschiedenen Medien dient die Pflanze als Symbol für Einsamkeit und Einzigartigkeit – ein einziges männliches Individuum, von dem alle heute lebenden Exemplare abstammen, ohne je eine Partnerin gefunden zu haben.
Über diese symbolische Bedeutung hinaus wird die Art wegen ihres auffälligen Erscheinungsbilds – der glänzenden Blattkrone und den leuchtend orangen Zapfen – in botanischen Gärten und Sammlungen als Zierpflanze gepflegt und ausgestellt.
Schutz und Bedrohungen
Encephalartos woodii trägt den IUCN-Status In der Wildnis ausgestorben: Trotz zahlreicher Expeditionen in der Region oNgoye-Mtunzini wurde nie ein weiteres Exemplar entdeckt, und alle heute existierenden Pflanzen sind Klone des einzigen bekannten männlichen Individuums, das vollständig aus der Natur entnommen wurde.
Da kein weibliches Exemplar existiert, kann sich die Art nicht auf natürlichem Weg fortpflanzen und ausschließlich über Ableger erhalten werden – die eigentliche Bedrohung besteht also weniger in einem aktuellen Rückgang als im endgültigen Verlust der Wildpopulation.
Wie alle Arten der Gattung Encephalartos ist E. woodii national und international streng geschützt. In Südafrika ist für das Bewegen, Verkaufen, Kaufen, Verschenken, Erhalten, Kultivieren oder Besitzen ausgewachsener Exemplare eine Genehmigung der Naturschutzbehörde erforderlich. International sind alle Encephalartos-Arten und ihre Hybriden in Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) gelistet, wodurch der Handel mit wild entnommenem Material verboten ist und für jeden Transport eines künstlich kultivierten Exemplars, einer Pflanzenteils, eines Zapfens, von Pollen oder Samen über Landesgrenzen sowohl ein CITES-Export- als auch ein CITES-Importzertifikat benötigt wird.
Schutzstatus
- EW
Ausgestorben in der Wildnis
Wissenswertes
- John Medley Wood, der die Art 1895 entdeckte, bezeichnete sie als „die schönste aller Encephalartos-Arten“.
- Alle rund 500 heute weltweit existierenden Exemplare sind genetisch identische Klone ein und desselben männlichen Ursprungsplanze.
- Wegen seiner Einzigartigkeit als letztes bekanntes Individuum seiner Art ohne je gefundene Partnerin gilt Encephalartos woodii in der Populärkultur als Symbol für Einsamkeit.
- Züchter haben erfolgreich Hybriden zwischen E. woodii und anderen Encephalartos-Arten wie E. gratus, E. natalensis, E. transvenosus, E. arenarius und E. horridus erzeugt.
- Der Stamm der Pflanze trägt ein charakteristisches, feinstrukturiertes Schuppenmuster, das zusammen mit der glänzenden Blattkrone zu ihrem markanten Erscheinungsbild beiträgt.
Ökologie
Lebensraum
- Wald
Wuchsform
- Baum



