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Hoplostethus atlanticus

Kein belegter Trivialname

Der Tiefseefisch Hoplostethus atlanticus kann bis zu alt werden und gehört damit zu den Arten mit der längsten bekannten Lebensdauer unter den Fischen des offenen Meeres.

Die Art zählt zur Familie der Schleimkopffische (Trachichthyidae) innerhalb der Ordnung Beryciformes. Sie lebt bathypelagisch in kalten Tiefen des westlichen Pazifiks, des östlichen Atlantiks, des Indopazifiks und vor der Küste Chiles im östlichen Pazifik.

Die Kombination aus extrem hohem Alter und einer späten Geschlechtsreife macht die Art zu einem besonders interessanten Beispiel für das Leben in der Tiefsee.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal ist die leuchtend ziegelrote Färbung, die nach dem Tod in ein gelbliches Orange übergeht. Der seitlich stark zusammengedrückte Körper und der runde Kopf sind für die Familie typisch.

Die Art ist die größte bekannte Schleimkopf-Art. Die Standardlänge, also ohne Schwanzflosse gemessen, erreicht bis zu 75 cm, das Höchstgewicht liegt bei 7 kg. Das Gewicht liegt meist bei rund . In der Fischerei werden Tiere von 35 bis 45 cm Länge am häufigsten gefangen, je nach Gebiet unterschiedlich.

Der Kopf ist von Schleimkanälen durchzogen, die zum Seitenliniensystem gehören. Die große, stark schräg stehende Maulöffnung und die großen Augen fallen ebenfalls auf. Die Innenseite des Mauls und der Kiemenhöhle ist bläulich schwarz.

Die Rückenflosse trägt vier bis sechs Hartstrahlen und 15 bis 19 Weichstrahlen, die Afterflosse drei Hartstrahlen und 10 bis 12 Weichstrahlen. Zwischen den Bauchflossen und dem After bildet eine harte, knöcherne Mittelleiste aus 19 bis 25 Bauchschildern. Die Schwanzflosse ist gegabelt.

Verbreitung und Lebensraum

Hoplostethus atlanticus kommt in tiefen, kalten Gewässern vor, die im westlichen Pazifik, im östlichen Atlantik, im Indopazifik und im östlichen Pazifik vor Chile liegen.

Die Tiere halten sich über steilen Kontinentalhängen, Ozeanrücken und Seebergen sowie Kuppen auf. Sie kommen über rauen Böden ebenso vor wie über steilen, unebenen Gründen.

Als Nektonart lebt der Fisch frei im Wasserkörper und ist nicht an den Meeresboden gebunden. Er nutzt dabei die Bereiche über den Hängen und Erhebungen des Meeresbodens.

Karte der dokumentierten Nachweise von Hoplostethus atlanticus
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
149.930
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Verhalten und Lebensweise

Die Tiere führen eine wandernde Lebensweise. Jedes Jahr legen sie mehrere hundert Kilometer zwischen ihren Laich- und ihren Nahrungsgebieten zurück.

Die Nahrungssuche erfolgt im freien Wasser über den Hängen. Erwachsene Tiere bevorzugen größere Beutetiere, Jungtiere fressen überwiegend kleine Krebstiere.

Ernährung und Nahrung

Hoplostethus atlanticus ernährt sich opportunistisch. Zur Beute gehören Fische aus Boden- und Mittelwasserbereichen sowie Krebstiere und Tintenfische.

Jungtiere fressen vor allem Krebstiere, während erwachsene Tiere Fische und Tintenfische bevorzugen. Der Wechsel der Nahrung hängt vermutlich mit Veränderungen des Körperbaus im Laufe des Wachstums zusammen.

Die Art hat eine vergleichsweise hohe Nahrungsaufnahme. Zur Beute zählen unter anderem Garnelen, Schwebekrebse, Flohkrebse, Leuchtkrebse sowie Kardinalfische und Laternenfische.

Fortpflanzung und Lebenszyklus

Hoplostethus atlanticus laicht im freien Wasser. Die Tiere wandern jedes Jahr zu Laichgebieten und bilden dort große Laichansammlungen, in denen sich die Geschlechter möglicherweise getrennt aufhalten. Die Männchen und Weibchen geben Samen und Eier gleichzeitig direkt ins Wasser ab.

Die Eier haben einen Durchmesser von 2,0 bis 2,5 mm und enthalten einen orangerot gefärbten Öltropfen, der sie im Wasser schwebend hält. Die befruchteten Eier und später die Larven treiben im Plankton und steigen bis etwa 200 m Tiefe auf. Zwischen Befruchtung und Schlüpfen vergehen schätzungsweise 10 bis 20 Tage. Die Laichzeit beginnt etwa im Juni oder Juli und kann bis zu drei Wochen dauern.

Die Fruchtbarkeit ist gering: Jedes Weibchen produziert pro Kilogramm Körpergewicht nur 22.000 Eier, weniger als 10 % des Durchschnitts anderer Fischarten. Mehr als 90.000 Eier bei einem Laichereignis sind selten.

Die Tiere wachsen sehr langsam und werden meist erst mit mindestens 20 Jahren geschlechtsreif, wenn sie etwa 30 cm lang sind. In einer Bestandsbewertung vor der Ostküste der Nordinsel Neuseelands aus dem Mai 2022 begann die Fortpflanzung erst mit 40 Jahren. Die Hälfte der Weibchen laichte mit 55 Jahren, 95 % der Tiere mit 73,3 Jahren, und alle Tiere hatten etwa mit 80 Jahren gelaicht. Die in Bestandsberechnungen verwendete Reifealter reicht von 23 bis 40 Jahren, wodurch sich Bestände nur langsam erholen können.

Fotos

Fotos von by division, CSIRO via Wikimedia Commons, licensed under CC BY 4.0., by DTIS NIWA/ Seamount voyage. via Wikimedia Commons, licensed under CC BY 4.0., by NOAA Photo Library via Wikimedia Commons, licensed under CC BY 4.0., by Pengo via Wikimedia Commons, licensed under CC BY-SA 4.0., by This illustration was made by Citron You must credit this : Citron / CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons, licensed under CC BY-SA 4.0. und by Pengo via Wikimedia Commons, licensed under CC BY 4.0., mit Namensnennung bei jedem Bild.

Ökologie und Klassifikation

Lebensraum

Ernährung

  • Fleischfresser

Klassifikation

Stamm
Chordata
Ordnung
Beryciformes
Familie
Trachichthyidae
Gattung
Hoplostethus
Art
Hoplostethus atlanticus

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. Wikidata Common names and conservation status
  3. Wikipedia Summary extract
  4. Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits
  5. AnAge Longevity
  6. Wikimedia Commons Photos