Die Sonnwend-Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia) gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse und ist eine einjährige krautige Pflanze. Sie ist in weiten Teilen Europas, in Nordafrika und östlich bis in große Teile Asiens heimisch. In Nordamerika wurde sie eingeschleppt.
Typisch ist sie auf Äckern und gestörten Böden, wo sie als Unkraut auftritt. Sie ist ein gutes Beispiel für eine Pflanze, die vom Menschen und seiner Landnutzung profitiert hat.
Identifikation und Erscheinungsbild
Am sichersten erkennt man die Sonnwend-Wolfsmilch an ihrem Wuchs: Sie hat einen einzigen, aufrechten und unbehaarten Stängel, der sich nach oben verzweigt. Die Pflanze wird 10 bis 50 cm hoch.
Die Blätter sind oval und zur Spitze hin am breitesten. Sie werden 1,5 bis 3 cm lang und haben einen fein gezähnten Rand.
Die kleinen, gelblich grünen Blüten stehen über zwei bis fünf Hochblättern, die den Laubblättern ähneln, aber gelber sind.
Ähnlich sieht Euphorbia rhabdotosperma aus, die kleinere Teile und eine andere Samenoberfläche besitzt. Sie kommt unter anderem im Iran, im Nordkaukasus, in Transkaukasien, in der Türkei und in Turkmenistan vor.
Verbreitung und Lebensraum
Die Sonnwend-Wolfsmilch ist in Makaronesien, Nordafrika und den gemäßigten Zonen Eurasiens bis zum indischen Subkontinent verbreitet. Zu ihrem Verbreitungsgebiet gehören unter anderem Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Schweden und Norwegen sowie zahlreiche Länder Asiens.
In Asien reicht das Vorkommen über weite Teile Chinas, Japans, Koreas und Sibiriens. Vom Menschen wurde die Art nach Nordamerika eingeschleppt, wo sie in mehreren US-Bundesstaaten und in Kanada auftritt.
Ihr Lebensraum sind Äcker, Straßenränder, Gebüsche und die Ränder von Mischwäldern. Sie gedeiht bevorzugt in gemäßigtem Klima.
Die Beobachtungen verteilen sich über das Jahr mit einem deutlichen Schwerpunkt im Frühjahr, vor allem im April, sowie einem zweiten Anstieg im Juli.

Wachstum und Wuchsform
Die Sonnwend-Wolfsmilch ist eine einjährige oder zweijährige Pflanze. Sie keimt, wächst und blüht innerhalb weniger Monate und bildet einen aufrechten, unbehaarten Stängel, der sich im oberen Teil verzweigt.
Im Keimling fällt der weiße Milchsaft auf, der beim Verletzen austritt. Die Keimlinge entwickeln sich oberirdisch: Das Hypokotyl ist etwa 1 cm hoch und trägt zunächst ovale, glatte Keimblätter.
Ökologie und Wechselbeziehungen
Zahlreiche Tiere nutzen die Sonnwend-Wolfsmilch als Nahrung. Zu den wichtigsten Gruppen zählen Vögel wie die Feldlerche und die Stockente. Körnerfressende Finken und Ammern gehören ebenfalls zu den regelmäßigen Fressfeinden der Samen und Pflanzen. Auch Heuschrecken und Blattkäfer ernähren sich von der Pflanze.
An ihren Blüten findet man vor allem Schwebfliegen, Käfer und Wildbienen. Dazu gehören Arten wie Episyrphus balteatus und Andrena fulvicornis. Diese Insekten besuchen die Blüten, sind jedoch keine verlässlichen Bestäuber.
Die Pflanze wächst auf offenen, gestörten Böden in Ackerland, an Wegrändern und in lichten Gehölzen.
Nutzung und Bedeutung für den Menschen
In der traditionellen Volksmedizin wurde die Sonnwend-Wolfsmilch als Heilpflanze genutzt. In der chinesischen traditionellen Medizin spielt sie bis heute eine Rolle.
Aus der Pflanze gewonnene Wirkstoffe werden in der pharmazeutischen Industrie verwendet. In Laborversuchen an Mäusen hemmte ein Extrakt das Wachstum von Leberkrebs.
Wissenswertes
- Der Gattungsname Euphorbia geht auf den griechischen Arzt Euphorbus zurück, der im 1. Jahrhundert v. Chr. am Hof des Königs Juba II. von Mauretanien diente. Linné übernahm den Namen 1753 zu Ehren des Arztes.
- Das Artepitheton helioscopia leitet sich von den griechischen Wörtern für Sonne und beobachten ab. Es bezieht sich auf den alten Glauben, dass sich die Cyathien nach der Sonne richten.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Lebensraum
Wuchsform
- Kraut
Klassifikation
- Stamm
- Tracheophyta
- Klasse
- Magnoliopsida
- Ordnung
- Malpighiales
- Familie
- Euphorbiaceae
- Gattung
- Euphorbia
- Art
- Euphorbia helioscopia
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract
- Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits
- Plants of the World Online Native range, life form and climate (WCVP)
- GloBI What it eats, what eats it, parasites and pollinators
- trophiCH
- DoPI
- EuPPollNet



