Der Artname palustris heißt „sumpfliebend“, und genau dort findet man diese Staude am häufigsten. Das Sumpf-Veilchen ist eine ausdauernde Krautpflanze aus der Familie der Veilchengewächse. Es wächst auf feuchten Wiesen, in Mooren, Sümpfen, Feuchtwäldern und an Bachufern im Norden Nordamerikas und Eurasiens.
Die Art gehört zur Gattung Viola. Die Internationale Union für Naturschutz (IUCN) stuft das Sumpf-Veilchen als nicht gefährdet ein. Wer Feuchtlebensräume beobachtet, trifft die Pflanze oft in kleinen, dichten Beständen an.
Identifikation und Erscheinungsbild
Das wichtigste Erkennungsmerkmal sind die lila bis blassvioletten Blüten mit violetten Saftmalen an den unteren Kronblättern. Die Blüten sind 10 bis 13 Millimeter breit, und die seitlichen Kronblätter tragen einen leichten Bart. Manchmal sind sie so hell, dass sie fast weiß wirken.
Die Pflanze wird 3 bis 21,5 Zentimeter hoch. Alle Blätter stehen grundständig an langen, kahlen Stielen von 1 bis 17 Zentimetern Länge. Die Blattspreite ist nierenförmig, eiförmig oder rundlich und höchstens 6,4 Zentimeter lang. Der Blattrand ist fein gekerbt, und Lappen fehlen.
An den Knoten der dünnen Ausläufer stehen oft Blätter, und die Ausläufer bewurzeln sich häufig. Dazu kommen schlanke, fleischige Rhizome als unterirdische Sprossachsen.
Verbreitung und Lebensraum
Das Sumpf-Veilchen kommt in Europa fast überall vor, fehlt aber in Südrussland, auf der Krim, in Europäisch-Türkei, Albanien, Sizilien, Sardinien, Svalbard und auf den Balearen. In Asien wächst es nur im westlichen Sibirien. Außerdem gibt es Vorkommen in Nordafrika, auf den Azoren und in Marokko.
In Nordamerika reicht das Verbreitungsgebiet über Grönland und große Teile Kanadas. In den westlichen Vereinigten Staaten wächst die Art vor allem in den Gebirgsregionen von Washington, Oregon, Idaho, Montana und Wyoming. Im Nordosten der USA findet man sie unter anderem in New York, Vermont, New Hampshire und Maine.
Die Pflanze besiedelt Sümpfe, Moore, Feuchtwälder und Uferstreifen von Bächen. Sie wächst vom Meeresspiegel bis in etwa 1.800 Meter Höhe.

Wachstum und Wuchsform
Das Sumpf-Veilchen ist eine ausdauernde Staude, die über mehrere Jahre wieder austreibt. Im Sommer bildet sie oft kleine Kolonien, weil sich die bewurzelnden Ausläufer ausbreiten.
Die Ausläufer sind blattreich an den Knoten und verbinden einzelne Pflanzen zu einem lockeren Verband. Unterirdisch sorgen die schlanken, fleischigen Rhizome für Halt und Speicherung.
Ökologie und Wechselbeziehungen
Die Raupen mehrerer Perlmutterfalter nutzen das Sumpf-Veilchen als Futterpflanze. Der Kleine Perlmutterfalter (Boloria selene) bevorzugt diese Art, während der Perlmutterfalter (Boloria euphrosyne) eher das Hunds-Veilchen (Viola riviniana) annimmt. Auch der Dunkelgrüne Perlmutterfalter (Speyeria aglaja) nutzt die Pflanze als Wirt.
Zu den regelmäßigen Pflanzenfressern zählen Heuschrecken wie Chorthippus brunneus und Decticus albifrons sowie Hausschafe (Ovis aries). Auf den Blüten sind vor allem Pelzbienen der Art Anthophora dispar zu Gast, dazu gelegentlich Schwebfliegen und Käfer. Die Pflanze ist außerdem Wirt zweier Pilze, Hendersonia violae und Puccinia fergussonii.
Nutzung und Bedeutung für den Menschen
In der griechischen Mythologie stand das Veilchen für Liebe und Hingabe und galt als Pflanze der Aphrodite. Veilchen im Allgemeinen wurden in der Antike mit Eros, Cupid und Aphrodite verbunden. Diese Deutung betrifft die Gattung insgesamt und nicht allein das Sumpf-Veilchen.
Wissenswertes
- Einer Sage zufolge entstand das Veilchen, als Artemis eine von Apollo verfolgte Nymphe in eine Blume verwandelte, um ihre Bescheidenheit zu bewahren.
- Die alten Griechen verbanden das Veilchen mit Treue und dauerhafter Zuneigung und setzten die Blüten angeblich in Liebestränken ein, weil sie Beständigkeit zwischen Partnern fördern sollten.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Lebensraum
Wuchsform
- Kraut
Klassifikation
- Stamm
- Tracheophyta
- Klasse
- Magnoliopsida
- Ordnung
- Malpighiales
- Familie
- Violaceae
- Gattung
- Viola
- Art
- Viola palustris
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract
- Plants of the World Online Native range, life form and climate (WCVP)
- GloBI What it eats, what eats it, parasites and pollinators
- trophiCH



