Ein Zwergtaucher kann bis zu alt werden, obwohl er ein kleiner Wasservogel ist.
Der Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) gehört zur Familie der Lappentaucher (Podicipedidae) in der Ordnung Podicipediformes. Die Art gilt nach IUCN als nicht gefährdet.
Der Gattungsname stammt aus dem Altgriechischen: „takhus“ bedeutet schnell, „bapto“ untertauchen. Der Artname „ruficollis“ geht auf das lateinische „rufus“ (rot) und „collis“ (-halsig) zurück.
Identifikation und Erscheinungsbild
Das wichtigste Merkmal im Sommer ist der rotbraune Hals, der auch Wangen und Flanken färbt. Die Oberseite bleibt dunkel, und der Rachen leuchtet gelb.
Der Zwergtaucher ist klein und wiegt etwa . Er hat einen spitzen Schnabel und wirkt im Wasser gedrungen.
Im Winter ist das Gefieder bräunlich-beige, Rücken und Scheitel sind dunkler. Das Hinterteil wirkt puderquastenartig und macht den Vogel auch dann leicht erkennbar.
Jungvögel haben einen gelben Schnabel mit kleiner schwarzer Spitze und schwarz-weiße Streifen an Wangen und Halsseiten. Der Schnabel wird mit dem Alter dunkler und ist beim Erwachsenen schwarz.
Verbreitung und Lebensraum
Jeder See oder größere Teich im Tiefland mit reichlich Vegetation beherbergt meist mindestens ein Paar. Man sieht den Zwergtaucher oft auf Parkteichen, überfluteten Kiesgruben und Stauseen. Er taucht auch in Küstenbuchten und Flussmündungen auf.
Die Art brütet in kleinen Kolonien in dicht bewachsenen Bereichen von Süßwasserseen in Europa, weiten Teilen Asiens bis Neuguinea und dem größten Teil Afrikas.
Die meisten Vögel wechseln im Winter auf offenere oder Küstengewässer. Nur dort, wo Gewässer zufrieren, ist der Zwergtaucher ein echter Zugvogel.
Die meisten Beobachtungen fallen in den Januar, die wenigsten in den Juni. Das spiegelt vor allem die Aufmerksamkeit der Beobachter wider und nicht die Zahl der Vögel.

Verhalten und Lebensweise
Der Zwergtaucher ist ein ausgezeichneter Schwimmer und Taucher. Er jagt Fische und Wasserwirbellose unter Wasser und nutzt die Vegetation geschickt als Versteck.
Wie alle Lappentaucher brütet er am Wasserrand, denn seine Beine sitzen weit hinten am Körper und er kann schlecht laufen. Meist legt er vier bis sieben Eier. Verlässt der Altvogel das Nest, bedeckt er die Eier oft mit Pflanzenteilen, was die Entdeckung durch Fressfeinde erschwert.
Die Jungen verlassen das Nest und können bald nach dem Schlüpfen schwimmen. Häufig werden sie auf dem Rücken der schwimmenden Altvögel getragen.
In Indien brütet die Art während der Regenzeit.
Wissenswertes
- Die Gattung Tachybaptus wurde 1853 vom deutschen Naturforscher Ludwig Reichenbach eingeführt, um eine einzige Art aufzunehmen.
- Der Name Colymbus minor Gmelin, 1789 gilt heute als jüngeres Synonym des von Pallas 1764 beschriebenen Colymbus ruficollis.
- Die Typuslokalität der Art liegt in den Niederlanden.
- Heute gehören fünf Arten zur Gattung Tachybaptus.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Klassifikation
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Podicipediformes
- Familie
- Podicipedidae
- Gattung
- Tachybaptus
- Art
- Tachybaptus ruficollis
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract
- Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits
- AnAge Longevity



