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Eberesche

Sorbus aucuparia

Nicht gefährdet

Die Eberesche (Sorbus aucuparia) wächst in Europa bis an die nördliche Baumgrenze, in Norwegen bis auf 70 Grad nördlicher Breite. Als sommergrüner Baum oder Strauch gehört sie zu den Rosengewächsen. Die IUCN stuft die Art als nicht gefährdet ein.

Die Eberesche gilt als außergewöhnlich widerstandsfähig. Sie kommt mit Frost, Wind, Schneedruck und Luftverschmutzung zurecht und ist zugleich ein wichtiger Nahrungsspender für Vögel und Insekten. Wer den Baum kennt, erkennt ihn an den gefiederten Blättern und den leuchtenden Beerenständen.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das wichtigste Erkennungsmerkmal sind die gefiederten Blätter mit vier bis neun Fiederpaaren und einem Endblättchen. Die Blätter stehen wechselständig am Zweig und tragen paarige, blattartige Nebenblätter an der Basis des Blattstiels. Die Blätter werden bis 20 Zentimeter lang und 8 bis 12 Zentimeter breit. Die einzelnen Fiederblättchen sind 2 bis 6 Zentimeter lang, schmal lanzettlich und scharf gesägt. Die Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite graugrün und dünn behaart. Junge Blättchen riechen zerrieben nach Marzipan.

Die Eberesche wird meist 5 bis 15 Meter hoch, gelegentlich 20 Meter, in Ausnahmefällen 28 Meter. Die Krone ist locker und rundlich, der Baum bildet oft mehrere Stämme. Die Rinde junger Pflanzen ist gelblich grau und glänzend. Im Alter wird sie grauschwarz und reißt längs auf. Die Lentizellen sind länglich und leuchtend ockerfarben.

Die Knospen sind oft länger als 1 Zentimeter und tragen filzige Haare auf dunkelbraunen bis schwarzen Knospenschuppen. Die Esche unterscheidet sich deutlich: Sie hat gegenständige Blätter ohne Nebenblätter.

Die Früchte sind kleine, runde Apfelfrüchte von 8 bis 10 Millimetern Durchmesser. Sie sind zunächst grün und werden orange bis scharlachrot. Der Kelch bleibt als schwarzer, fünfzackiger Stern am Fruchtende erhalten.

Verbreitung und Lebensraum

Die Eberesche kommt in fast ganz Europa, im Kaukasus sowie bis nach Nordrussland und Sibirien vor. Nicht heimisch ist sie in Südspanien, Südgriechenland, auf Sardinien, den Balearen, den Azoren und den Färöern. In Nordamerika wurde sie als Ziergehölz eingeführt und hat sich von Washington bis Alaska ausgebreitet.

Sie wächst von der Ebene bis ins Gebirge bis zur Baumgrenze, wo sie als einziger sommergrüner Laubbaum zwischen Krummholz steht. In den Alpen reicht sie bis 2.000 Meter Höhe. In Schottland siedelt sie an unzugänglichen Standorten wie Felsen, steilen Bachufern und auf großen Felsblöcken, wo Rothirsche sie nicht erreichen.

Sie bevorzugt frische, lockere und durchlässige Böden. Sie kommt aber auch auf mäßig trockenen bis mäßig feuchten, sauren und nährstoffarmen Sand-, Stein- oder Lehmböden vor. Staunässe und salzige Böden verträgt sie nicht. Sie wächst in lichten Wäldern aller Art, an Waldrändern und Straßenrändern. Als Pionierart besiedelt sie umgestürzte Bäume und Kahlschläge.

Man unterscheidet fünf Unterarten. Die Unterart Sorbus aucuparia subsp. praemorsa wächst in Süditalien, auf Sizilien und Korsika. Die Unterart subsp. fenenkiana kommt nur in Bulgarien vor, subsp. sibirica im Nordosten Russlands. Die Unterart subsp. glabrata findet sich in Nordeuropa und in den Mittelgebirgen Mitteleuropas.

Karte der dokumentierten Nachweise von Sorbus aucuparia
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
234.897
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Ökologie und Wechselbeziehungen

Die Blüten werden vor allem von Bienen und Fliegen besucht und bestäubt. Die Samen werden von Vögeln nicht verdaut. Sie passieren den Darm unversehrt und werden mit dem Kot ausgeschieden, so verbreiten sie sich.

Die Früchte fressen rund 60 Vogelarten und mehrere Säugetiere. Drosseln und andere Singvögel mögen sie besonders gern. Von später Sommerzeit bis in den Winter fressen Seidenschwänze, Amseln und Wacholderdrosseln die Beeren. Auch Paarhufer, Füchse, Dachse, Siebenschläfer und Eichhörnchen nutzen sie. Paarhufer verbeißen zudem Blätter und Rinde oft stark.

Die Wurzeln leben mit arbuskulären Mykorrhizapilzen in Symbiose, seltener mit ektomykorrhizabildenden Pilzen. In Mitteleuropa wächst die Eberesche häufig zusammen mit Rotem Holunder, Salweide, Zitterpappel und Birke. Später wird sie meist von größeren Waldbäumen verdrängt. Sie verträgt kein Feuer und sammelt kaum Streu an.

Zu den wichtigsten Schädlingen zählen die Motte Argyresthia conjugella und der Beerenbohrer Hoplocampa alpina. Ein Rostpilz erzeugt Blattgallen. Raupen verschiedener Falterarten sowie Blattminierer der Gattung Stigmella nutzen die Blätter, und auch die Weinbergschnecke frisst sie. Die Eberesche kann außerdem vom Feuerbrand befallen werden.

Nutzung und Bedeutung für den Menschen

Früher lockte man Vögel mit den Früchten an und fing sie. Die Beeren schmecken bitter und adstringierend, sie wirken abführend und harntreibend. Sie enthalten viel Vitamin C, doch die Parasorbinsäure reizt die Magenschleimhaut.

Die Beeren werden zu Gelee, Marmelade, Saft, Sirup und Likör verarbeitet, außerdem zu Wein, Tee und Mehl. Die Sorten 'Konzentra' und 'Rosina' wurden ab 1946 am Institut für Gartenbau Dresden-Pillnitz aus 75 Exemplaren ausgelesen, meist aus dem Erzgebirge. Maria Theresia empfahl bereits 1779 den Anbau der Art in rauen Gebirgslagen.

Das Holz wird für Wagnerarbeiten, die Drechslerei und die Holzschnitzerei verwendet. Es lässt sich schon von etwa 20 Jahre alten Bäumen nutzen. Das Splintholz ist gelblich weiß, das Kernholz braun.

Wissenswertes

  1. Der höchste Baum Großbritanniens steht in den Chiltern Hills in Südostengland. Er ist 28 Meter hoch und hat einen Stammdurchmesser von 56 Zentimetern.
  2. Ein auffällig großes Exemplar wächst bei Wendisch Waren in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist mehr als 15 Meter hoch, rund 100 Jahre alt und hat einen Durchmesser von 70 Zentimetern.
  3. Der russische Botaniker Iwan Wladimirowitsch Michurin kreuzte die Eberesche ab 1905 mit anderen Arten. So entstanden Obstsorten wie 'Titan' und 'Rubinovaja'.
  4. Die Eberesche wird meist nicht älter als 80 Jahre, in wärmeren Regionen gehört sie zu den kurzlebigsten Bäumen der gemäßigten Zone. Vereinzelt kann sie bis 150 Jahre alt werden.
Nicht gefährdet

Fotos

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Ökologie und Klassifikation

Klassifikation

Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Rosales
Familie
Rosaceae
Gattung
Sorbus
Art
Sorbus aucuparia

Quellen

  1. GBIF Species names and classification
  2. iNaturalist Photos
  3. Wikidata Common names and conservation status
  4. Wikipedia Summary extract
  5. Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits