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Feuersalamander

Salamandra salamandra

LCNicht gefährdet
Schwarzer Feuersalamander mit leuchtend gelben Flecken und Streifen sowie deutlich sichtbaren Ohrdrüsen (Parotiden) hinter den Augen.Foto: via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., CC0

Messwerte

Gewicht
0,019–0,019 kg
Lebensdauer
≤ 24 Jahre
Klassifikation
Stamm
Chordata
Klasse
Amphibia
Ordnung
Caudata
Familie
Salamandridae
Gattung
Salamandra
Art
Salamandra salamandra

Kaum ein Tier trägt einen Namen, der so sehr im Widerspruch zu seiner Lebensweise steht wie der Feuersalamander: Schon die Alten Griechen glaubten, dieses schwarz-gelb gezeichnete Tier könne im Feuer überleben und Flammen sogar löschen – dabei ist Salamandra salamandra auf Feuchtigkeit angewiesen wie kaum ein anderes Landtier Europas.

Der Feuersalamander gehört zur Ordnung der Schwanzlurche (Caudata) innerhalb der Familie der Echten Salamander (Salamandridae) und ist in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas verbreitet, wo er feuchte Wälder bewohnt. Die IUCN stuft die Art global als „nicht gefährdet“ (Least Concern) ein.

Auffällig ist seine Verteidigung: Bedroht, kann er gezielt Nervengift auf Angreifer sprühen. Weibchen bringen zudem lebende, oft schon weit entwickelte Larven zur Welt, statt Eier zu legen – eine Fortpflanzungsweise, die ihn von vielen anderen Amphibien unterscheidet.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal ist die glänzend schwarze Grundfärbung mit kräftig gelben, bei manchen Populationen auch orangefarbenen Flecken oder Streifen. Dieses Muster ist eine klassische Warnfärbung, die Fressfeinde vor der Giftigkeit des Tieres abschreckt.

Mit einem Körpergewicht von rund 19 Gramm zählt der Feuersalamander zu den eher kompakten Schwanzlurchen. Sein Körperbau ist gedrungen, der Kopf breit und abgerundet, die Beine kurz und kräftig.

Hinter den Augen sitzen deutlich sichtbare, wulstartige Ohrdrüsen (Parotiden), die zusammen mit einer Reihe von Giftdrüsen entlang des Rückens Nervengifte absondern. Diese Drüsen liegen meist genau dort, wo die Haut gelb gefärbt ist.

Männchen und Weibchen sehen sich äußerlich sehr ähnlich. Nur während der Paarungszeit lässt sich ein Unterschied erkennen: Beim Männchen schwillt dann eine Drüse rund um die Kloake an, die das Spermienpaket (Spermatophore) produziert.

Verbreitung und Lebensraum

Der Feuersalamander besiedelt weite Teile Mittel- und Südeuropas. Er bevorzugt schattige Laub- und Mischwälder mit nahegelegenen Bächen oder Teichen, die er zur Fortpflanzung benötigt.

Tagsüber verbringt er viel Zeit versteckt unter Steinen, Totholz oder in feuchten Felsspalten, wo er vor Austrocknung und Feinden geschützt ist.

Die meisten Populationen leben in Höhenlagen zwischen 250 und 1000 Metern. Nur vereinzelt kommt die Art tiefer vor, etwa in Norddeutschland bis auf 25 Meter herab, während sie auf dem Balkan und in Spanien regelmäßig auch deutlich höhere Lagen besiedelt.

Reine Fundmeldungen – kein Maß für die tatsächliche Bestandsgröße – zeigen ein ausgeprägtes saisonales Muster: Die meisten Beobachtungen stammen aus dem Frühling mit einem deutlichen Höhepunkt im Mai, gefolgt von einem zweiten, kleineren Anstieg im Spätsommer und Frühherbst. In den kalten Wintermonaten sinken die Meldungen stark, da die Tiere dann kaum oberirdisch aktiv sind.

Karte der dokumentierten Nachweise von Salamandra salamandra
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
40.129
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Verhalten und Lebensweise

Der Feuersalamander ist ein scheues, überwiegend nachtaktives Tier, das den Großteil seines Lebens versteckt unter Steinen, Totholz oder in feuchten Spalten verbringt. Aktiv wird er vor allem in milden, feuchten Nächten; bei Kälte im europäischen Winter ebenso wie bei sommerlicher Hitze und Trockenheit in südlicheren Teilen seines Verbreitungsgebiets zieht er sich zurück.

Charakteristisch ist seine große Standorttreue: Einzelne Tiere bewohnen über Jahre hinweg dasselbe Streifgebiet und kehren zuverlässig zu denselben Überwinterungsplätzen zurück – in einem Experiment suchte ein Individuum über 20 Jahre hinweg immer wieder dieselbe Höhle auf. Für diese Orientierung folgt er offenbar Landmarken entlang gewohnter Wege; unklar ist bislang, ob dabei visuelle oder olfaktorische Reize wichtiger sind, wobei einiges auf die Bedeutung des Sehsinns hindeutet.

Seine wichtigste Verteidigung ist chemischer Natur: Große Parotiddrüsen hinter den Augen sowie Giftdrüsenreihen entlang des Rückens produzieren Nervengifte, die er bei Gefahr gezielt in Richtung eines Angreifers sprühen kann, statt sich allein auf die Flucht zu verlassen.

Jagd und Ernährung

Der Feuersalamander jagt situationsabhängig mit unterschiedlichen Strategien. Ist noch etwas Licht vorhanden, orientiert er sich an der Bewegung seiner Beute und ignoriert unbewegliche Tiere völlig. In völliger Dunkelheit dagegen, wenn das Sehvermögen kaum noch hilft, verlässt er sich auf seinen Geruchssinn und kann auch reglose Beute allein anhand ihres Geruchs orten und angreifen.

Auf dem Speiseplan stehen vor allem Wirbellose: weichhäutige Beute wie Regenwürmer und Nacktschnecken ebenso wie hartschalige Insekten, Tausendfüßer, Hundertfüßer und Käfer. Welche Beute überwiegt, hängt stark davon ab, was im jeweiligen Lebensraum am häufigsten vorkommt.

Junge Feuersalamander scheinen sich in den ersten Wochen nach der Metamorphose von der Larve zum Landtier auf bestimmte Beutetypen zu prägen, die sie in dieser Phase bevorzugt fressen.

Fortpflanzung und Lebenszyklus

Die Paarung findet an Land statt und beginnt damit, dass das Männchen einem potenziellen Weibchen den Weg versperrt und es mit dem Kinn berührt, um Interesse zu signalisieren. Anschließend klettert es unter das Weibchen, umklammert dessen Vorderbeine und setzt eine Spermatophore – ein Spermienpaket – auf dem Boden ab, bevor es versucht, die Kloake des Weibchens damit in Kontakt zu bringen.

Die Befruchtung erfolgt innerlich; Weibchen können aufgenommene Spermien einige Zeit speichern, bevor Eisprung und Befruchtung stattfinden. Dadurch liegt zwischen der Paarungszeit im Sommer und der Geburt der Larven im folgenden Frühjahr, nach der Winterruhe, oft eine lange Zeitspanne. In wärmeren Regionen des Nahen Ostens verschiebt sich dieser Rhythmus: Dort paaren sich die Tiere von Oktober bis Januar, die Larven kommen erst im folgenden November oder Dezember zur Welt, nach einer sommerlichen Ruhephase in der Trockenzeit.

Die Eier entwickeln sich im Körper des Weibchens, wobei sich die Embryonen vom Dottervorrat ernähren. Zur Welt kommen meist schon weit entwickelte Larven, die das Weibchen direkt in einem Gewässer absetzt; manche Populationen bringen sogar bereits vollständig metamorphosierte Jungtiere zur Welt.

Da Feuersalamander mehr als 14 Jahre alt werden können, haben Weibchen über ihr Leben hinweg mehrfach Gelegenheit zur Fortpflanzung; die Paarung findet in der Regel einmal jährlich statt.

Schutz und Bedrohungen

Der Feuersalamander gilt auf der Roten Liste der IUCN als „nicht gefährdet“ (Least Concern), was für den Großteil seines weiten Verbreitungsgebiets in Mittel- und Südeuropa zutrifft. 2023 wurde die Art jedoch aufgrund vergangener und für die Zukunft erwarteter Bestandsrückgänge in die höhere Gefährdungskategorie „Vulnerable“ hochgestuft.

Die größte langfristige Bedrohung ist der Verlust und die Zerschneidung geeigneter Wald- und Gewässerlebensräume: Da die Tiere sehr standorttreu sind, reagieren sie empfindlich, wenn Streifgebiete oder Überwinterungsplätze verschwinden. Als Amphibien sind sie zudem empfindlich gegenüber Schadstoffen in ihrer Umwelt. Strengere Gesetze haben den früheren Fang für den Heimtierhandel und die Forschung inzwischen deutlich eingeschränkt.

Seit 2013 bedroht der eingeschleppte Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) Populationen in Westeuropa massiv. In den Niederlanden brach eine Population von 241 Tieren bis 2011 auf nur vier Individuen ein – ein Rückgang von 96 Prozent seit 2010 –, und die Art ist dort inzwischen auf drei kleine Restvorkommen im Süden des Landes beschränkt. Der vermutlich über den Heimtierhandel aus Ostasien eingeschleppte Pilz hat sich seither auch nach Belgien, Westdeutschland und in eine isolierte Population in Spanien ausgebreitet; in Teilen der Eifel gilt die Art inzwischen als verschwunden.

An einigen Fundorten haben sich die Bestände nach dem ersten Krankheitsausbruch auf niedrigem Niveau gehalten oder sogar leicht erholt.

Schutzstatus

  1. LC
  2. NT
  3. VU
  4. EN
  5. CR

Nicht gefährdet

Kulturelle Bedeutung

In Mythologie und Alchemie galt der Salamander als eines der vier Elementarwesen – paradoxerweise als Verkörperung des Feuers, obwohl reale Feuersalamander feuchte Haut besitzen und auf Wasser angewiesen sind. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. beschrieben Aristoteles und sein Nachfolger Theophrast die Vorstellung, ein Salamander könne im Feuer überleben und Flammen sogar löschen.

Die meisten dieser Legenden werden auf den europäischen Feuersalamander zurückgeführt, der gern in morschem, hohlem Holz überwintert – wurde ein solcher Holzstapel verbrannt, schien das Tier unversehrt aus den Flammen zu kriechen. Bis heute lebt dieses Bild als Symbol in Kunst und Kultur fort.

In der Neuzeit ist der Feuersalamander eine beliebte Art im Heimtierhandel und wird auch als Modellorganismus in der Forschung eingesetzt. Seine Hautsekrete enthalten die Alkaloide Samandarin und Samandaron, die bei Wirbeltieren starke Muskelkrämpfe und Bluthochdruck auslösen können; einige der enthaltenen Verbindungen wirken zugleich gegen Bakterien und Pilze auf der Haut, können für den Menschen jedoch gefährlich sein.

Wissenswertes

  1. Trotz seines feurigen Rufs benötigt der Feuersalamander ständig Feuchtigkeit und meidet direkte Sonneneinstrahlung.
  2. In Gefangenschaft können Weibchen Spermien über lange Zeit speichern und damit später einen weiteren Wurf befruchten – in freier Wildbahn wurde dieses Verhalten bisher nicht beobachtet.
  3. Die Giftstoffe Samandarin und Samandaron werden erst nach der Metamorphose gebildet; Larven besitzen sie noch nicht.
  4. Das Mischungsverhältnis der beiden Gifte variiert von Tier zu Tier, hängt aber nicht vom Geschlecht ab.
  5. Manche Populationen bringen bereits vollständig metamorphosierte Jungtiere zur Welt statt Larven.
  6. Schon Aristoteles beschrieb im 4. Jahrhundert v. Chr. die Legende, ein Salamander könne Feuer überleben und sogar löschen.

Ökologie

Ernährung

  • Fleischfresser

Verhalten

  • Nachtaktiv
  • Räuber
  • Einzelgänger
  • Winterschlaf haltend

Lebensraum

  • Wald
  • Waldgebiet
  • Süßwasser

Fotos

15 Fotos
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Schwarzer Feuersalamander mit leuchtend gelben Flecken und Streifen sowie deutlich sichtbaren Ohrdrüsen (Parotiden) hinter den Augen.Foto: via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., CC0

QuellenGBIFiNaturalistWikidataWikipediaAnimal Diversity WebAnAge