Der Goldfisch gehört zu den beliebtesten Aquarienfischen der Welt. In freier Natur haben sich seine Nachfahren in Teilen Nordamerikas und Australiens zu einem invasiven Schädling entwickelt. Die Art ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) in der Ordnung Cypriniformes.
Die längste bekannte Lebensdauer von Carassius auratus beträgt , und sie wird meist in Gefangenschaft erreicht. Die Art gilt nach der IUCN als nicht gefährdet. Ihre Geschichte verbindet Naturkunde, Zucht und Forschung auf ungewöhnliche Weise.
Identifikation und Erscheinungsbild
Der Goldfisch zeigt im erwachsenen Zustand eine orangefarbene bis goldene Färbung, die sich mit dem Alter ausbildet. Junge Fische sind zunächst metallisch braun wie ihre wildlebenden Vorfahren, und es kann bis zu einem Jahr dauern, bis sie die typische Zuchtfarbe erreichen.
Die Körperfarbe hängt außerdem von Futter, Wasserqualität, Lichteinfall, Alter und Gesundheit ab. Im Dunkeln verblasst sie nach und nach, bis der Fisch fast grau erscheint.
Die Zuchtformen unterscheiden sich stark in Körperform und Flossen. Einige Sorten sind gedrungen und schwer, andere schlank und schnell. Die Art erreicht ihre Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren.
Verbreitung und Lebensraum
Carassius auratus lebt vor allem in Süßgewässern gemäßigter Regionen. Dazu zählen Flüsse, Seen, Teiche, Bäche, Sümpfe, Moore sowie Brackwasser-nahe Feuchtgebiete mit geringer Fließgeschwindigkeit. Bevorzugt werden Gewässer ohne oder mit sehr schwacher Strömung.
Die Art kommt in Tiefen von 1 bis 20 Metern vor, im Mittel etwa 10 Meter. Sie verträgt Wassertemperaturen von 0 bis 10 °C, kann aber auch Temperaturen von 30 bis 40 °C überstehen. Häufiger findet man sie in Wasser mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0, sie verträgt jedoch bis etwa 10,5.
Bei Salzgehalten bis 17 ppt kann der Goldfisch überleben, gedeiht aber nur unterhalb von etwa 15 ppt. Gegenüber niedrigem Salzgehalt zeigt er mehr Toleranz als gegenüber hohem.
In Nordamerika und Australien hat sich die Art aus Aussetzungen ausgebreitet und ist dort invasiv. Vorkommensnachweise ballen sich im Juni.

Verhalten und Lebensweise
Goldfische leben gesellig in Schwärmen, in denen sie gemeinsam fressen und Fressverhalten voneinander übernehmen. Der Schwarm bietet auch Schutz vor Fressfeinden. Die Tiere bilden keine feste Rangordnung, und Männchen verletzen Weibchen während der Paarung nicht.
Sie sind vor allem in der Dämmerung und am frühen Morgen aktiv. Unterhalb von etwa 10 °C und bei ausreichend Sauerstoff halten sie Winterruhe. Für einige Monate kommen sie bei 2 °C auch mit weniger Sauerstoff zurecht.
Goldfische vertragen hohe Ammoniakkonzentrationen, die für viele andere Arten giftig sind, sowie trübes Wasser und starke Verschmutzung. Sie besetzen kein Revier. Zum Laichen wandern Flussfische in stehende Seitenarme.
Die Tiere erreichen im Mittel Wanderstrecken von 0,30 km pro Tag im Murray River in Australien. Ein Fisch legte in einem Jahr 231,3 km zurück, ein anderer 5,4 km an einem einzigen Tag. Am Jangheung-Damm in Korea wurden im Mittel 1,4 km pro Tag gemessen.
Goldfische lernen gut, sie unterscheiden Formen, Farben und Töne und können auf Lichtsignale dressiert werden. Ihr Gedächtnis reicht mindestens drei Monate. Bei dauerhaftem Sichtkontakt mit Menschen verlieren sie die Scheu, sodass man sie nach einigen Wochen von Hand füttern kann.
Kommunikation
Der wichtigste Sinn für die Wahrnehmung der Umwelt und für die Verständigung ist die Seitenlinie, eine Reihe von Sinnesorganen an den Körperseiten. Sie registriert Bewegungen im Wasser und nimmt die Strömungen, Wellen und Vibrationen der Schwarmgenossen wahr.
Das Gehör reicht von 2 bis 3 kHz. Das Innenohr ist über die Schwimmblase an Druckschwankungen gekoppelt. Goldfische sind Tetrachromaten und sehen vier Farbbereiche, darunter Ultraviolett. Ultraviolettes Licht dringt besser durch Wasser und hilft beim Erkennen von Beute und Feinden.
Chemische Signale spielen eine große Rolle. Verletzte Haut setzt eine Substanz frei, die den Schwarm alarmiert. Weibchen geben Pheromone ab, die Männchen zur Milchbildung anregen, und Männchen geben Milch vor allem in der Nähe solcher Weibchen ab. Goldfische lernen Fressverhalten auch durch Beobachten der Artgenossen.
Ernährung und Nahrung
Der Goldfisch ist ein opportunistischer Allesfresser mit breitem Nahrungsspektrum. Er sucht die Nahrung ausgiebig zwischen Wasserpflanzen und auf sandigem Grund. Zu seiner Nahrung gehören Insekten, Eier, Pflanzen und Krebstiere.
In einem Teich im kanadischen Quebec machten Wasserpflanzen wie Laichkräuter etwa 45 Prozent der Nahrung aus. Zuckmücken und Stechmücken folgten mit 21 Prozent, kleine Krebstiere wie Salinen-Krebse und Wasserflöhe mit 4 Prozent. Dazu kommen Regenwürmer, Detritus und gelegentlich Aas.
Junge Fische fressen dieselbe Nahrung wie die Erwachsenen, aber in kleineren Portionen. Männliche und weibliche Tiere unterscheiden sich in ihrer Ernährung nicht. In Gefangenschaft werden vor allem Fischflocken und kleines Gemüse wie Erbsen gefüttert.
Fortpflanzung und Lebenszyklus
Goldfische pflanzen sich von Februar bis Juni fort, je nach Temperatur. Die Vermehrung beginnt bei mindestens 10 °C, und in dieser Zeit laicht ein Weibchen etwa einmal im Monat. Beide Geschlechter sind mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif.
In einem Schwarm haben Männchen und Weibchen mehrere Partner in derselben Saison. Das Weibchen gibt Pheromone ab, daraufhin jagen die Männchen es und stoßen es mit dem Maul an, bis es die Eier ablegt. Die Männchen geben anschließend die Milch über den Eiern ab, sodass die Befruchtung außerhalb des Körpers stattfindet.
Ein Weibchen legt meist 2.000 bis 4.000 Eier, die höchste gezählte Zahl liegt bei 380.000. Die klebrigen Eier haften an dichten Wasserpflanzen wie Cabomba oder Elodea. Nach zwei bis neun Tagen schlüpfen die Larven, die danach unabhängig sind.
Eltern kümmern sich nicht um den Nachwuchs, und Erwachsene fressen sogar eigene Jungfische. Die Jungen wachsen in den ersten Wochen schnell, denn sie sind in ihrer Umgebung einem hohen Fressdruck ausgesetzt.
Bestand und ökologische Rolle
Der Goldfisch spielt eine Rolle für die Ökologie seiner Gewässer. Beim Nahrungssuchen, Laichen und Fliehen wühlt er den Bodengrund auf und verteilt Nährstoffe im Wasser. Dadurch steigt das Nahrungsangebot für andere Organismen.
Als Wirte dienen ihm mehrere Parasitengruppen. Dazu gehören Saugwürmer, Fadenwürmer, Plattwürmer und Einzeller, außerdem Fischläuse, Ankerwürmer und Egel.
Als Beute dienen Goldfische verschiedenen Säugetieren, und auch Fische wie der Orfe fressen die Eier.
Domestizierung und Geschichte mit dem Menschen
Der Goldfisch gehört zu den ältesten Zierfischen. Er wurde in China gezüchtet und verbreitete sich später nach Japan und Europa. Seine Zucht wird heute überwiegend in Teichen betrieben.
Durch Selektion entstanden zahlreiche Formen mit veränderter Körperform. Manche stark gezüchteten Sorten können sich auf natürlichem Weg nicht mehr fortpflanzen. Dann hilft eine künstliche Methode, das sogenannte Abstreifen, das den Fisch aber verletzen kann, wenn es falsch gemacht wird.
Heute ist die Zucht eine Einnahmequelle. Goldfische werden als Heimtiere verkauft und als Köderfische für größere Raubfische. Preise reichen von 15 Cent für Futterfische bis zu 120 Dollar für seltene Tiere.
Außerdem dient der Goldfisch der Forschung, etwa bei Giftigkeitstests mit Ammoniak.
Schutz und Bedrohungen
Die IUCN stuft den Goldfisch als nicht gefährdet ein. In den Vereinigten Staaten, im CITES-Abkommen und in Michigan besitzt er keinen besonderen Schutzstatus.
Die Art ist kaum bedroht, weil sie als invasive Art mit ungünstigen Wasserverhältnissen zurechtkommt. Klimawandel und mäßige Gewässerverschmutzung schaden ihr nach bisherigem Wissen nicht. Als mögliche Gefahr gilt die Kreuzung mit anderen Arten.
Es gibt keine Schutzprogramme für die Art. In einigen Gebieten, in denen sie nicht heimisch ist, werden Goldfische aber entfernt.
Kulturelle Bedeutung
Der Goldfisch gilt in China als Symbol für Glück und Wohlstand in der Kunst. In Japan steht er ebenfalls für Glück und Reichtum.
Als Heimtier ist er ein fester Bestandteil der Aquaristik, und sein Verkauf sichert vielen Menschen ein Einkommen. Er wird außerdem als Köderfisch genutzt.
Forscher nutzen den Goldfisch für Giftigkeitstests, besonders bei der Ammoniaktoleranz.
Wissenswertes
- Ein Buch über den Goldfisch beschreibt ihn als zugleich gewöhnlichen und exotischen Fisch, als Helden der Wissenschaft, als Umweltproblem und als Erfolgsgeschichte der Verbreitung.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Lebensraum
Verhalten
- Winterschlaf haltend
- Aquatisch
- Sozial
- Dämmerungsaktiv
Ernährung
- Allesfresser
Klassifikation
- Stamm
- Chordata
- Ordnung
- Cypriniformes
- Familie
- Cyprinidae
- Gattung
- Carassius
- Art
- Carassius auratus
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract
- Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits
- Animal Diversity Web Animal habitat, behavior and diet
- AnAge Longevity



