Sein Name könnte vom griechischen Wort φλέγω für "aufflammen" stammen - eine treffende Beschreibung für die feuerorangen Flügel dieses kleinen Schmetterlings. Lycaena phlaeas gehört zur Familie der Bläulinge (Lycaenidae) und zählt zur Ordnung der Schmetterlinge.
Trotz seiner geringen Größe ist er einer der am weitesten verbreiteten Tagfalter überhaupt. Wer ihn beobachten möchte, findet ihn fast überall - von Bergwiesen bis zu städtischen Brachflächen.
Identifikation und Erscheinungsbild
Das auffälligste Merkmal ist die leuchtend orange Oberseite der Vorderflügel, umrahmt von einem dunklen Außenrand mit acht oder neun schwarzen Flecken. Die Hinterflügel sind überwiegend dunkel gefärbt und tragen lediglich einen orangen Saum.
Manche Weibchen besitzen zusätzlich eine Reihe blauer Punkte innerhalb des orangen Randes der Hinterflügel; diese Form wird als caeruleopunctata bezeichnet. Die Flügelunterseiten zeigen ein ähnliches Muster, wirken jedoch insgesamt blasser: Die schwarzen Flecken der Vorderflügel sind gelb umrandet, und die dunkle Färbung ist durch ein helles Braungrau ersetzt. Die Hinterflügelunterseiten zeigen dasselbe Braungrau mit kleinen schwarzen Punkten und einem schmalen orangen Rand.
Die Raupen sind meist grün gefärbt, manche tragen zusätzlich einen purpurnen Streifen in der Mitte des Rückens und an den Seiten.
Verbreitung und Lebensraum
Der Kleine Feuerfalter ist eine holarktische Art und kommt weit verbreitet und häufig in Europa, Asien und Nordamerika vor, zudem in Nordafrika bis südlich nach Äthiopien. In Südengland und Wales lässt er sich fast überall finden, wenn auch nie in großer Zahl; nach Norden hin, in Nordengland, Schottland und Irland, wird sein Vorkommen zunehmend lückenhaft.
Die Art nutzt ein breites Spektrum an Lebensräumen: feuchte Bergwiesen oberhalb der Baumgrenze, Kalkmagerrasen, Heideland, Waldlichtungen, aber auch Friedhöfe und Brachflächen in Städten. In Nordamerika besiedelt er gestörte Flächen wie Felder, sandige Prärien, Stromleitungstrassen, Ödland und felsige Gebiete in den Rocky Mountains sowie alpine Geröllfluren in der Sierra Nevada und die arktische Tundra.
Die monatlichen Beobachtungszahlen zeigen einen deutlichen Anstieg über die wärmeren Monate mit einem Höhepunkt im Hochsommer, was auf eine stärkere Präsenz der fliegenden Falter in dieser Zeit hindeutet - die Zahlen spiegeln jedoch nur Beobachtungen wider, keine tatsächliche Bestandsgröße.

Verhalten und Lebensweise
Der Kleine Feuerfalter ist tagaktiv und bleibt von den frühen Morgenstunden bis zur Dämmerung in Bewegung. Häufig sonnt er sich dabei auf hohen Blüten wie Margeriten, Schafgarbe (Achillea millefolium) oder der wilden Möhre (Daucus carota).
Männchen verteidigen ihr Revier bekanntermaßen aggressiv - ein Verhalten, das in vielen Habitaten zu beobachten ist, von natürlichen bis zu landwirtschaftlich geprägten Flächen. Die Art lebt gesellig in lokalen Populationen, bleibt dabei aber beweglich und wandert zwischen geeigneten Flächen.
Kommunikation
Die Kommunikation erfolgt überwiegend visuell: Die Falter nehmen sich gegenseitig über ihr Flügelmuster und ihre Bewegungen wahr. Während der Balz kommt zusätzlich der Tastsinn zum Einsatz, wenn sich die Partner direkt berühren.
Ernährung und Nahrung
Die Raupen des Kleinen Feuerfalters fressen Ampferarten (Rumex), darunter den Kleinen Sauerampfer (R. acetosella) und den Krausen Ampfer (R. crispus), ebenso Flussampfer-Verwandte wie Oxyria digyna. In Europa werden auch Knöterichgewächse (Polygonum) genutzt, die mit dem Alpen-Ampfer (R. alpestris) assoziiert sind.
Die erwachsenen Falter ernähren sich von Nektar einer Vielzahl von Blütenpflanzen, darunter Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris), Klee-Arten (Trifolium), Schafgarbe, Margerite, Seidenpflanze (Asclepias tuberosa), Luzerne (Medicago sativa) und Walderdbeere (Fragaria virginiana). Besonders häufig dokumentiert sind dabei Ampferarten wie Sauerampfer, Kleiner Sauerampfer und Stumpfblättriger Ampfer sowie Löwenzahn (Taraxacum officinale) und Weißklee (Trifolium repens).
Damit ist die Art sowohl als Blattfresser im Larvenstadium als auch als Nektartrinker im Erwachsenenstadium auf ein breites Pflanzenspektrum angewiesen, das sich je nach Region unterscheidet.
Fortpflanzung und Lebenszyklus
Die Männchen warten auf niedrigen Erhöhungen - auf Blattspitzen oder Blüten - auf vorbeifliegende Weibchen, die sie anhand ihres Flügelmusters erkennen. In alpinen Lagen besetzen die Männchen dazu bevorzugt Nischen am Fuß von Felshängen.
Die Paarungszeit erstreckt sich vom frühen Frühjahr bis in den Herbst. In den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebiets bildet die Art nur eine Generation pro Jahr, im Süden können es bis zu drei Generationen sein.
Die Weibchen legen Eier (die Art ist eierlegend), und die Entwicklung verläuft ohne jegliche elterliche Fürsorge - die Jungen sind von Anfang an auf sich selbst gestellt.
Bestand und ökologische Rolle
Der Kleine Feuerfalter übernimmt in seinem Ökosystem wahrscheinlich die Rolle eines untergeordneten Bestäubers. Gleichzeitig dient er zahlreichen Vögeln als Nahrungsquelle, darunter Arten wie Feldlerche (Alauda arvensis), Teichrohrsänger (Acrocephalus palustris) und Mauersegler (Apus apus), die ihn regelmäßig erbeuten.
Schutz und Bedrohungen
Der Kleine Feuerfalter gilt derzeit als nicht gefährdet. Weder die Rote Liste der IUCN noch nationale Schutzlisten wie die US-Bundesliste, CITES oder die Liste des Bundesstaates Michigan weisen ihm einen besonderen Schutzstatus zu. Die Art wird als über ihr gesamtes Verbreitungsgebiet hinweg stabil beschrieben.
Kulturelle Bedeutung
Der Kleine Feuerfalter erfreut Schmetterlingsbeobachter mit seiner farbenfrohen Erscheinung. Als Teil einer größeren Gemeinschaft von Schmetterlingsarten trägt er auf diese Weise zum Ökotourismus bei und damit zu dessen wirtschaftlichem Nutzen.
Wissenswertes
- Der wissenschaftliche Name phlaeas lässt sich möglicherweise auf das griechische Wort für "aufflammen" oder auf das lateinische Wort für "blühen" zurückführen.
- Manche Weibchen zeigen eine besondere Flügelform namens caeruleopunctata, erkennbar an einer Reihe blauer Punkte auf den Hinterflügeln.
- In alpinen Habitaten suchen die Männchen gezielt Nischen am Fuß von Felshängen auf, um dort auf Weibchen zu warten.
Fotos
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Ökologie und Klassifikation
Lebensraum
Verhalten
- Territorial
- Aggressiv
- Tagaktiv
- Dämmerungsaktiv
Ernährung
- Pflanzenfresser
Klassifikation
- Stamm
- Arthropoda
- Klasse
- Insecta
- Ordnung
- Lepidoptera
- Familie
- Lycaenidae
- Gattung
- Lycaena
- Art
- Lycaena phlaeas
Quellen
- GBIF Species names and classification
- iNaturalist Photos
- Wikidata Common names and conservation status
- Wikipedia Summary extract
- Encyclopedia of Life Habitat, diet and behavior traits
- Animal Diversity Web Animal habitat, behavior and diet
- GloBI What it eats, what eats it, parasites and pollinators
- trophiCH
- DoPI
- Schwarz et al. 2021
- EuPPollNet



