Zum Inhalt springen
Zum Artikel springen

Kreuzkröte

Epidalea calamita

LCNicht gefährdet
Kleine graubraune Kröte mit gelbem Rückenstreifen und warzig strukturierter Haut, die auf kurzen Beinen über sandigen Boden läuftFoto: Lennart Hudel, CC BY

Auf einen Blick

Bekannt für
FeuchtgebietKüstenbewohnerNachtaktivBuschlandSüßwasser
Klassifikation
Stamm
Chordata
Klasse
Amphibia
Ordnung
Anura
Familie
Bufonidae
Gattung
Epidalea
Art
Epidalea calamita

Statt zu hüpfen wie die meisten anderen Kröten, läuft die Kreuzkröte auf ihren vergleichsweise kurzen Beinen – ein watschelnder, fast mausähnlicher Gang, der sie sofort von Verwandten wie der Erdkröte unterscheidet.

Die Kreuzkröte (Epidalea calamita) gehört zur Familie der Echten Kröten (Bufonidae) und besiedelt sandige Böden und Heideflächen in weiten Teilen Europas. Weltweit gilt sie als nicht gefährdet, in einzelnen Ländern wie Irland jedoch als bedroht.

Ihre auffällige Zeichnung, ihr lauter Balzruf und ihre Bindung an seltene, offene Lebensräume machen sie zu einem Tier, das sowohl Naturschützer als auch Naturbeobachter besonders interessiert.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das sicherste Erkennungsmerkmal der Kreuzkröte ist der schmale, gelbe Streifen, der sich mittig über den gesamten Rücken zieht. Kein anderer heimischer Krötenverwandter trägt diese Zeichnung in dieser Form.

Ausgewachsene Tiere erreichen eine Körperlänge von 60 bis 70 Millimetern und sind damit deutlich kleiner als die Erdkröte. Der Körperbau wirkt gedrungen, die Haut ist warzig strukturiert und meist graubraun bis olivgrün gefärbt.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die parallel angeordneten Ohrdrüsen (Parotiden) hinter den Augen, die bei ähnlichen Arten oft schräger stehen. In Kombination mit den auffällig kurzen Beinen, die den charakteristischen laufenden statt hüpfenden Gang verursachen, lässt sich die Kreuzkröte im Feld zuverlässig von der Erdkröte abgrenzen.

Verbreitung und Lebensraum

Die Kreuzkröte kommt in 17 europäischen Ländern vor und bevorzugt sandige, offene Lebensräume wie Dünen und Heideflächen. Im Vereinigten Königreich beschränkt sich ihr Vorkommen heute fast ausschließlich auf Küstenstandorte.

In Irland ist sie die einzige heimische Krötenart überhaupt. Natürliche Populationen finden sich dort in der Grafschaft Kerry, etwa auf der Dingle-Halbinsel und bei Derrynane, während eine weitere Population in der Grafschaft Wexford auf eine gezielte Ansiedlung in einem Dünengebiet zurückgeht.

Auf dem europäischen Festland, besonders im südlichen Teil des Verbreitungsgebiets, besiedelt die Art auch landeinwärts gelegene Standorte in ganz unterschiedlichen Habitattypen und ist nicht ausschließlich an Küstennähe gebunden.

Monatliche Beobachtungsdaten zeigen einen deutlichen Anstieg der Sichtungen im Frühjahr mit einem Höhepunkt im Mai, gefolgt von einem Rückgang zum Spätsommer und Winter hin. Dieses Muster spiegelt vermutlich die erhöhte Aktivität und Sichtbarkeit der Tiere während der Laichzeit wider, erlaubt aber keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Bestandsgröße.

Karte der dokumentierten Nachweise von Epidalea calamita
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
40.278
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Fortpflanzung und Lebenszyklus

Die Kreuzkröte legt ihre Eier in Schnüren zwischen Ende April und Juli in flachen, sich rasch erwärmenden Gewässern ab. Da die Art oft nur in geringer individuenzahl an einem Ort vorkommt, spielt der laute Balzruf der Männchen eine entscheidende Rolle, damit sich die Geschlechter überhaupt finden.

Für die Eiablage sind die Tiere auf Tümpel mit sehr flach geneigtem Grund angewiesen, die nur spärliche Vegetation an Ufer und im Wasser aufweisen. Solche Gewässer sind häufig nur vorübergehend vorhanden und trocknen mitunter aus, bevor sich die Kaulquappen vollständig entwickelt haben.

Als Ausgleich für dieses Risiko erstreckt sich die Paarungszeit über den gesamten Sommer. Dadurch können die Jungtiere im September je nach Zeitpunkt der Eiablage zwischen ein und drei Monaten alt sein. Früh laichende Weibchen pflanzen sich meist nicht ein zweites Mal in derselben Saison fort, während einige andere Weibchen tatsächlich zweimal im Jahr Eier legen.

Schutz und Bedrohungen

Weltweit stuft die IUCN die Kreuzkröte als nicht gefährdet (Least Concern) ein, doch regional sieht die Lage deutlich anders aus. Im Vereinigten Königreich führte der bedrohte Status dazu, dass die Art im nationalen Biodiversitäts-Aktionsplan als eine von nur drei geschützten Amphibienarten aufgenommen wurde.

Die Hauptursachen für den Rückgang sind der Verlust von Lebensraum durch die Ausdehnung menschlicher Siedlungen, die Zerstörung und Verkleinerung von Heideflächen im Flachland, der Rückgang bewohnbarer Küstenabschnitte durch den Bau von Deichen und Seemauern sowie die Versauerung von Laichgewässern durch sauren Regen und andere Schadstoffe.

In England schützen mehrere nationale Naturschutzgebiete die Dünenlebensräume der Art, etwa bei Hoylake, in den Ainsdale Sand Dunes, bei North Walney und Sandscale Haws. In Schottland, wo die Kreuzkröte nur noch am Solway Firth vorkommt, dient das Reservat Caerlaverock ihrem Schutz. In Wales war die Art im 20. Jahrhundert bereits ausgestorben, wurde jedoch im Rahmen des Biodiversitäts-Aktionsplans wieder angesiedelt. In Irland gilt sie als gefährdet; der National Parks and Wildlife Service hat dort mit Unterstützung des Heritage Council gezielt neue Laichgewässer angelegt.

Schutzstatus

  1. LC
  2. NT
  3. VU
  4. EN
  5. CR

Nicht gefährdet

Wissenswertes

  1. In Teilen Europas galt die Kreuzkröte in der Nähe eines Hauses volkstümlich als Vorzeichen für Wetter, Glück oder häuslichen Schutz – eine Deutung, die mit ihrer heimlichen, nachtaktiven Lebensweise und ihrem plötzlichen Auftauchen nach Regen zusammenhängt.
  2. Der Golfclub Dooks in der Grafschaft Kerry nutzt die Kreuzkröte als Symbol, ein Hinweis auf die enge Verbindung der Art mit den dortigen Dünenlandschaften.
  3. Anders als die meisten Krötenarten bewegt sich die Kreuzkröte laufend statt springend fort, eine direkte Folge ihrer ungewöhnlich kurzen Beine.

Ökologie

Lebensraum

  • Feuchtgebiet
  • Küstenbewohner
  • Buschland
  • Süßwasser

Verhalten

  • Nachtaktiv

Fotos

20 Fotos
1 / 20
Kleine graubraune Kröte mit gelbem Rückenstreifen und warzig strukturierter Haut, die auf kurzen Beinen über sandigen Boden läuftFoto: Lennart Hudel, CC BY

QuellenGBIFiNaturalistWikidataWikipedia