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Papageitaucher

Fratercula arctica

VUGefährdet
Ein Papageitaucher mit glänzend schwarzem Rücken, weißer Unterseite, blassgrauen Gesichtsflecken und einem markanten orange-grauen Schnabel, der aufrecht auf einem Felsen steht.Foto: via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., CC0

Messwerte

Gewicht
0,491–0,491 kg
Lebensdauer
≤ 45 Jahre
Klassifikation
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Charadriiformes
Familie
Alcidae
Gattung
Fratercula
Art
Fratercula arctica

Obwohl weltweit noch 12 bis 14 Millionen erwachsene Papageitaucher leben, stufte die IUCN die Art 2015 von „nicht gefährdet“ auf „gefährdet“ (Vulnerable) hoch. Der Grund liegt vor allem im europäischen Bestand, wo mehr als 90 Prozent aller Tiere brüten und die Zahlen seit der Jahrtausendwende rasch zurückgehen.

Der Papageitaucher ist ein Seevogel aus der Familie der Alkenvögel (Alcidae) und die einzige Papageitaucherart, die im Atlantik brütet – seine Verwandten, der Gehörnte und der Papageitaucher mit Federohren, leben im nordpazifischen Raum. Seine Brutgebiete reichen von Russland über Island, Irland, Großbritannien, Norwegen, Grönland und die Färöer bis nach Neufundland, Labrador und Nova Scotia, im Süden bis Maine und in die Bretagne.

Sein bunter Schnabel, die aufrechte Haltung an Land und die geschickten Tauchgänge unter Wasser haben den Vogel zu einem der bekanntesten Seevögel des Nordatlantiks gemacht – und machen seinen Rückgang umso auffälliger.

Identifikation und Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal des Papageitauchers ist sein dreieckiger, bunter Schnabel: Zur Spitze hin orange-rot, zur Kopfseite hin schiefergrau, getrennt durch einen gelben, chevronförmigen Grat, mit einer gelben Hautfalte an der Basis und einer knittrigen gelben Rosette am Kiefergelenk. Von der Seite wirkt der Schnabel breit und dreieckig, von oben betrachtet dagegen schmal.

Der Vogel misst 28 bis 30 cm von der Schnabelspitze bis zum stumpfen Schwanzende, hat eine Flügelspannweite von 47 bis 63 cm und steht an Land etwa 20 cm hoch. Männchen sind im Schnitt etwas größer als Weibchen, beide Geschlechter sind aber gleich gefärbt. Stirn, Scheitel, Nacken, Rücken, Flügel und Schwanz sind glänzend schwarz, ergänzt durch ein breites schwarzes Band um Hals und Kehle. Auf jeder Kopfseite sitzt ein großer, spitz zulaufender, blassgrauer Gesichtsfleck, über den Augen ein kleiner, hornig blaugrauer Hautwulst und darunter ein rechteckiger Fleck, was den Augen einen fast dreieckigen Ausdruck verleiht; die Iris ist braun bis dunkelblau, umgeben von einem roten Augenring. Brust, Bauch und Unterschwanzdecken sind weiß, die kurzen, weit hinten am Körper sitzenden Beine und die großen Schwimmfüße leuchtend orange mit scharfen schwarzen Krallen.

Zum Ende der Brutzeit verliert das schwarze Gefieder seinen Glanz und wirkt leicht bräunlich. Nach der Brut findet eine Teilmauser statt: Die farbenprächtigen Schnabelplatten werden abgestoßen, der Schnabel wirkt schmaler und an der Basis dunkler, die Augenzieraten fallen ab und die Augen erscheinen rund, während das Gesicht insgesamt dunkler wird. Dieses Winterkleid bekommen Menschen kaum zu sehen, da die Vögel dann auf offener See unterwegs sind.

Junge Papageitaucher ähneln den Altvögeln, sind aber insgesamt matter gefärbt, mit deutlich dunklerem Gesicht und gelblich-braunem Schnabelende und Beinen. Nach dem Ausfliegen verbringen sie mehrere Jahre auf See, bevor sie zum ersten Mal an Land zurückkehren; mit jedem Jahr wird ihr Schnabel breiter, die Gesichtsflecken heller und Beine sowie Schnabel bunter. Die genaue Form des Schnabels verändert sich mit dem Alter: Er vertieft sich, die Oberkante wird gebogen, an der Basis bildet sich ein Knick, und auf dem roten Schnabelteil können mit der Zeit Furchen entstehen.

Verbreitung und Lebensraum

Der Papageitaucher bewohnt die kälteren Gewässer des Nordatlantiks und brütet an den Küsten Nordwesteuropas, an arktischen Randgebieten und im Osten Nordamerikas. Mehr als 90 Prozent des Weltbestands leben in Europa (4,77 bis 5,78 Millionen Brutpaare, entsprechend 9,55 bis 11,6 Millionen erwachsenen Tieren), und allein Island beherbergt rund 60 Prozent aller Papageitaucher weltweit. Die größte Kolonie im westlichen Atlantik, mit schätzungsweise mehr als 260.000 Paaren, liegt im Witless Bay Ecological Reserve südlich von St. John's in Neufundland und Labrador. Weitere wichtige Brutgebiete liegen an der Nord- und Westküste Norwegens, auf den Färöern, Shetland und Orkney, an der Westküste Grönlands sowie an den Küsten Neufundlands; kleinere Kolonien finden sich zudem in den Britischen Inseln, bei Murmansk in Russland, auf Nowaja Semlja, Spitzbergen, in Labrador, Nova Scotia und Maine.

Zur Brut werden abgelegene Offshore-Inseln und unzugängliche Klippen mit grasbewachsenen Hängen bevorzugt, in die der Vogel mit seinem Schnabel Bruthöhlen von durchschnittlich 70 bis 110 cm Länge gräbt, die mit Federn und etwas Gras ausgelegt werden. Die Höhenlage der Brutplätze reicht von Meereshöhe bis 218 m; Inseln werden gegenüber dem Festland bevorzugt, da sie besseren Schutz vor Landraubtieren bieten.

Außerhalb der Brutzeit zieht der Papageitaucher weit über den Nordatlantik, einschließlich der Nordsee, und dringt gelegentlich in den Polarkreis vor. Im Sommer reicht die südliche Grenze von Nordfrankreich bis Maine, im Winter kann der Vogel bis ins Mittelmeer oder nach North Carolina gelangen. Ein mit einem Lichtsensor ausgestatteter Vogel aus Maine legte in acht Monaten rund 7.700 km über den Ozean zurück, zunächst nordwärts in die Labradorsee, dann südostwärts in den mittleren Atlantik, bevor er wieder an Land zurückkehrte.

Monatliche Beobachtungsdaten zeigen ein deutliches Muster mit einem starken Anstieg der Sichtungen im Juni und Juli und einem Rückgang in den Wintermonaten. Da solche Zähldaten lediglich Anwesenheitsnachweise und keine Bestands- oder Häufigkeitsangaben sind, deutet dieses Muster vorsichtig interpretiert vor allem auf die stärkere Sichtbarkeit der Vögel während der Brutzeit an den Küsten hin, nicht auf die tatsächliche Gesamtpopulation.

Karte der dokumentierten Nachweise von Fratercula arctica
Wo die Art nachgewiesen wurde · GBIF
82.082
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monatliche Vorkommenszahlen · GBIF

Verhalten und Lebensweise

Während der Brutzeit ist der Papageitaucher ein geselliger Koloniebrüter, außerhalb davon führt er ein weitgehend einzelgängerisches Leben auf offener See. Auf dem Wasser treibt er wie ein Korken, treibt sich mit kräftigen Fußstößen voran und hält sich meist mit dem Kopf gegen den Wind, selbst im Ruhezustand. Viel Zeit verbringt er mit dem Putzen des Gefieders und dem Verteilen von Öl aus der Bürzeldrüse, damit die Daunenunterschicht trocken bleibt und isoliert.

Der Vogel ist tagaktiv: Er fliegt bei Tageslicht und ruht nachts auf dem Wasser. Sein Flug ist direkt und tief über der Wasseroberfläche, mit Geschwindigkeiten bis zu 80 km/h, wobei die vergleichsweise kleinen Flügel mehrfach pro Sekunde schlagen müssen. Landungen sind wenig elegant und enden oft in einer Wellenkuppe oder einem regelrechten Bauchklatscher auf ruhigem Wasser. Zwischen Januar und März verliert der Papageitaucher während der Mauser alle Handschwingen gleichzeitig statt schrittweise und ist dadurch ein bis zwei Monate lang komplett flugunfähig.

Im Frühjahr kehren die Altvögel meist zu der Kolonie zurück, in der sie selbst geschlüpft sind, und sammeln sich zunächst einige Tage in kleinen Gruppen vor der Küste, bevor sie die Klippen ansteuern. Große Kolonien gliedern sich in Teilkolonien, getrennt durch Vegetation wie Adlerfarn oder Ginster; früh ankommende Vögel besetzen die begehrtesten, dicht gepackten Bruthöhlen auf grasbewachsenen Hängen nahe der Klippenkante, von denen der Start am leichtesten gelingt. Später eintreffende Tiere werden an den Rand der Kolonie gedrängt, wo die Gefahr durch Fressfeinde höher ist; jüngere, noch nicht brütende Vögel kommen oft erst Wochen später an Land.

Der Papageitaucher verteidigt sein Nest aktiv in einem Revier von durchschnittlich 1,75 m². Drohverhalten zeigt sich im „Pelikan-Gang“ – ein Watscheln mit eingezogenem Kopf und aufrechtem Körper, das andere Vögel zum Zurückweichen bewegt – sowie in aufrechter Haltung mit aufgeplustertem Brustgefieder, hochgestelltem Schwanz, ruckartigen Kopfbewegungen und Gähnen, während Unterwürfigkeit durch ein vorsichtiges Ausweichen mit gesenktem Kopf signalisiert wird. Während der Brutzeit unternimmt er Nahrungsflüge von bis zu 66 km Entfernung von der Höhle, tagsüber meist 9 bis 17 km, wobei die Strecken kürzer bleiben, solange Jungvögel im Nest versorgt werden müssen.

Kommunikation

Außerhalb der Brutzeit ist der Papageitaucher auf See fast stumm; allenfalls ein leises schnurrendes Geräusch begleitet gelegentlich den Flug. In der Kolonie dagegen erzeugt er in seiner Bruthöhle ein tiefes, knurrendes Geräusch, das an einen anspringenden Kettensägenmotor erinnert und vor allem der Verteidigung des Nestes dient.

Visuelle und taktile Signale spielen bei der Partnerbindung eine zentrale Rolle: Beim sogenannten „Billing“ berühren sich Partner wiederholt mit den Schnäbeln in einer nickenden Bewegung – ein Ritual, das ausschließlich zwischen verpaarten Tieren vorkommt und die Bindung festigt. Die kräftige Farbe von Schnabel und Gesicht, besonders bei Männchen, wird sowohl von Männchen als auch Weibchen wahrgenommen und dient offenbar dazu, bunter gefärbte Männchen für hochwertigere Partnerinnen attraktiver zu machen.

Auch Rangordnung und Reviergrenzen werden überwiegend visuell und taktil vermittelt, etwa durch den „Pelikan-Gang“ und aufrechte Drohhaltungen gegenüber Artgenossen in der Nähe der Bruthöhle.

Jagd und Ernährung

Auf der Jagd fliegt der Papageitaucher zunächst in größere Höhe über dem Meer und stürzt sich dann kopfüber ins Wasser, wo er mit den Flügeln als Antrieb unter der Oberfläche schwimmt, um kleine Fische zu erbeuten. Bei einem einzigen Tauchgang kann er dabei bis zu zwölf kleine Fische quer im Schnabel festhalten, bevor er auftaucht.

Zur Beute zählen vor allem kleine Schwarmfische wie großer Lodde (Mallotus villosus), Sandaal (Ammodytes), Hering (Clupea harengus) und Stöcker-Sandaal (Hyperoplus); gelegentlich werden Küken zusätzlich mit Krebstieren versorgt. Insgesamt sucht der Vogel bis zu vierzig Mal am Tag nach Nahrung, wobei Elternvögel während der Aufzucht mehr Fische fangen müssen, um sowohl sich selbst als auch die Jungen zu versorgen.

Auf den langen Strecken über den offenen Atlantik kann der Papageitaucher auch Salzwasser trinken, was ihm hilft, ohne Zugang zu Süßwasser auszukommen. Als reiner Fischfresser (Piscivore) ist seine Ernährung eng an die Verfügbarkeit von Schwarmfischen wie Hering und Lodde gekoppelt, deren Bestände je nach Region und Jahr schwanken.

Nestbau und Brut

Papageitaucher sind monogam und bleiben ihrem Partner meist ein Leben lang treu – vermittelt vor allem über die Treue zum gemeinsamen Nistplatz, zu dem beide Jahr für Jahr zurückkehren. Die Bindung wird durch „Billing“ erneuert, ein wiederholtes, seitliches Kopfwiegen mit anschließendem Aneinanderklappern der Schnäbel, das während der gesamten Brutzeit fortgesetzt wird.

Geschlechtsreife tritt bei beiden Geschlechtern im Alter von etwa 3 bis 6 Jahren ein (durchschnittlich 5 Jahre). Die Vögel brüten kolonieweise in selbst gegrabenen Höhlen auf grasbewachsenen Klippen, manchmal auch in Felsspalten oder in übernommenen Kaninchenbauten, wobei sie den ursprünglichen Bewohner notfalls vertreiben. Legebeginn ist in südlicheren Kolonien im April, in Grönland selten vor Juni; benachbarte Höhlenpaare legen ihre Eier oft zeitgleich.

Das Gelege besteht aus einem einzigen weißen Ei von durchschnittlich 61 mm Länge, 42 mm Breite und rund 62 g Gewicht, das bei Verlust früh in der Saison gegebenenfalls ersetzt wird. Beide Elternteile bebrüten das Ei über nackte Brutflecken mit verstärkter Durchblutung, insgesamt 39 bis 45 Tage lang; dabei kümmert sich das Weibchen tendenziell stärker um die Bebrütung, während das Männchen die Höhle gegen Fressfeinde verteidigt. Das Küken schlüpft mit schwarzem Daunenkleid, offenen Augen und kann sofort stehen; es wiegt zunächst etwa 39 bis 45 g und nimmt rund 10 g pro Tag zu, während das Weibchen zunehmend allein auf Nahrungssuche geht und das Männchen weiter die Höhle bewacht. Nach 38 bis 50 Tagen wird der Jungvogel flügge und selbstständig, verlässt die Kolonie und kehrt frühestens nach zwei, meist erst nach drei bis sechs Jahren zum ersten Mal an einen Brutplatz zurück.

Bestand und ökologische Rolle

Der Weltbestand des Papageitauchers wurde 2018 auf 12 bis 14 Millionen erwachsene Tiere geschätzt, verteilt über ein Verbreitungsgebiet von mehr als 1.620.000 km². Als Beutegreifer für kleine Schwarmfische und marine Wirbellose wie Weichtiere und Krebstiere nimmt der Papageitaucher eine mittlere Position im marinen Nahrungsnetz ein.

Gleichzeitig ist er selbst Beute für Robben und größere Fische im Wasser sowie für Großmöwen wie die Mantelmöwe (Larus marinus) und die Große Raubseeschwalbe (Stercorarius skua) an Land und in der Luft; die Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus) zwingt fliegende Papageitaucher zudem durch Verfolgung dazu, ihre gefangenen Fische fallen zu lassen, die sie dann selbst aufsammelt. Kleinere Möwenarten wie die Silbermöwe stehlen eher Eier, frisch geschlüpfte Küken oder Fische aus dem Schnabel heimkehrender Altvögel. Regelmäßige Parasiten des Papageitauchers sind Federmilben (Dermanyssus gallinae), Flöhe der Familie Ceratophyllidae und die Zecke Ixodes uriae, die sowohl bei Küken als auch bei erwachsenen Tieren häufig vorkommen.

Schutz und Bedrohungen

Die IUCN listet den Papageitaucher als „gefährdet“ (Vulnerable) – eine Hochstufung aus dem Jahr 2015, die auf einer Überprüfung beruhte, welche einen raschen, anhaltenden Bestandsrückgang im europäischen Verbreitungsgebiet aufzeigte. Zu den wichtigsten Bedrohungen zählen die Verschmutzung durch verschluckte Plastikteile, die Erwärmung der Meere, durch die Beutefische sich weiter von den Brutinseln entfernen als der Vogel mit seiner begrenzten Ausdauer folgen kann, sowie eingeschleppte Räuber wie Ratten, Katzen, Hunde und Füchse auf manchen Inseln. Hinzu kommen Ölverschmutzungen, Beifang in Fischernetzen, ein allgemein sinkendes Nahrungsangebot und die Anreicherung von Schwermetallen wie Arsen und Quecksilber im Körper der fischfressenden Vögel.

Der europäische Bestand wird bei anhaltendem Trend zwischen 2000 und 2065 auf einen Rückgang von 50 bis 79 Prozent geschätzt. Besonders drastisch war der Einbruch auf der Insel Lundy, wo die Zahl der Brutpaare von 3.500 im Jahr 1939 auf nur noch 10 im Jahr 2000 fiel, hauptsächlich weil sich eingeschleppte Ratten über Eier und Küken hermachten; nach deren Beseitigung wurde 2005 erstmals wieder ein selbst aufgezogenes Küken beobachtet. Auch in Island, Norwegen, auf den Färöern und in Grönland ist seit 2000 ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, ebenso wie im Vereinigten Königreich, wo sich ein Zuwachs zwischen 1969 und 2000 inzwischen umgekehrt hat; die Kolonie auf Fair Isle etwa schrumpfte von rund 20.200 Individuen 1986 auf beinahe die Hälfte im Jahr 2012. Positive Ausnahmen gibt es dennoch: Auf der walisischen Insel Skomer leben inzwischen mehr als 43.000 Papageitaucher, mit steigender Tendenz, seit dort Raubtiere entfernt wurden.

In den USA ist der Papageitaucher durch den Migratory Bird Act geschützt, während er auf der US-Bundesliste und im CITES-Abkommen keinen besonderen Status genießt. Auf der schottischen Insel Craigleith, wo die Kolonie von einst 28.000 Paaren durch die Ausbreitung der eingeschleppten Pflanze Baummalve (Lavatera arborea) auf wenige Tausend Tiere zusammenschrumpfte, engagieren sich im Projekt „SOS Puffin“ über 700 Freiwillige beim Zurückschneiden der Pflanzen, mit ersten Erfolgen bei der Rückkehr brütender Vögel.

Schutzstatus

  1. LC
  2. NT
  3. VU
  4. EN
  5. CR

Gefährdet

Kulturelle Bedeutung

Früher dienten Papageitaucher vielen Küstenbewohnern als Nahrungsquelle; Jungvögel wurden direkt aus den Bruthöhlen geholt und gegessen. Auf den isländischen Westmännerinseln führte die Übernutzung um 1900 fast zum Aussterben der dortigen Kolonie, bis ein dreißigjähriges Jagdverbot die Bestände sich erholen ließ; heute wird dort nur noch in nachhaltigem Umfang gejagt.

Heute ist der Vogel vor allem ein Wirtschaftsfaktor für den Ökotourismus: In Maine etwa reisen jeden Sommer zahlreiche Besucher an, um die bunten Vögel zu beobachten, was den Einnahmen aus dem Ökotourismus dort 2012 auf geschätzte vier Milliarden US-Dollar Umsatz verhalf. Ähnliche Beobachtungstouren gibt es auch in Island, auf den Hebriden und in Neufundland.

Wissenschaftlich dient der Papageitaucher zudem als Bioindikator: Da er sich überwiegend von Fisch ernährt und damit auf einer hohen Ebene der Nahrungskette steht, reichern sich Schadstoffe wie Öl, Quecksilber und Arsen in seinem Körper an, was Forschende zur Untersuchung von Meeresverschmutzung nutzen. Besonders empfindlich reagiert die Art auf Ölunfälle: Verölte Vögel verlieren die Isolierfähigkeit ihres Gefieders, nehmen beim Putzen giftige Stoffe auf und leiden an Entzündungen der Atemwege sowie Leber- und Nierenschäden – nach dem Untergang des Tankers Torrey Canyon 1967 sank die Zahl der Brutpaare an der französischen Küste im Folgejahr auf nur 16 Prozent des vorherigen Bestands.

Wissenswertes

  1. Der Gattungsname Fratercula bedeutet „kleiner Mönch“ – eine Anspielung auf das schwarz-weiße Gefieder, das an eine Mönchskutte erinnert.
  2. Mit zunehmendem Alter verändert sich der Schnabel: Er wird tiefer, die Oberkante krümmt sich, an der Basis bildet sich ein Knick, und auf dem roten Teil können sich Furchen zeigen.
  3. Beim Start rennt der Papageitaucher zunächst über die Wasseroberfläche und schlägt dabei heftig mit den Flügeln, bevor er endlich abhebt.
  4. Landungen gelingen selten elegant: Meist prallt der Vogel auf eine Wellenkuppe oder vollführt im ruhigen Wasser einen regelrechten Bauchklatscher.
  5. Nur rund 1,5 Prozent der ölverschmutzten Alkenvögel, die an Küsten angespült werden, sind Papageitaucher – viele sterben unbemerkt weit draußen auf dem offenen Meer.

Ökologie

Lebensraum

  • Meeresbewohner
  • Küstenbewohner
  • Grasland

Verhalten

  • Räuber
  • Territorial
  • Sozial
  • Zugvogel

Ernährung

  • Fischfresser

Fotos

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Ein Papageitaucher mit glänzend schwarzem Rücken, weißer Unterseite, blassgrauen Gesichtsflecken und einem markanten orange-grauen Schnabel, der aufrecht auf einem Felsen steht.Foto: via iNaturalist, licensed under CC0 1.0., CC0

QuellenGBIFiNaturalistWikidataWikipediaEncyclopedia of LifeAnimal Diversity WebAnAge